Feierohmd

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Großschwibbogen von 1937 – Symbol der Feierohmd-Schau
Am Eingang vor dem Veranstaltungsort stand die Krauß-Pyramide
Heutige Nutzung des Meißner Glockenspiels von 1937

Feierohmd (= Feierabend) war der Name der Weihnachtsschau erzgebirgischer Volkskunst, die vom 28. November 1937 bis zum 16. Januar 1938 in Schwarzenberg/Erzgeb. stattfand. Sie stieß mit – über 330.000 Gästen – auf eine sehr große Besucherresonanz und verhalf der erzgebirgischen Volkskunst zu neuem Ansehen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausstellung wurde vom Heimatwerk Sachsen organisiert und dabei größtenteils auf programmistische Aussagen zur zeitgenössischen nationalsozialistischen Kulturpolitik verzichtet, was vermutlich zur Erhöhung ihrer Attraktivität führte.[2] Vorbild war die von Max Günther 1935 in Annaberg organisierte überregionale Schau Weihnachtsglück im Erzgebirge.

Der Name der Schau wurde dem Feieromd-Lied, einem der bekanntesten Volkslieder des Erzgebirges, entlehnt. Es stammt aus der Feder des Volksdichters Anton Günther und entstand im Jahr 1903.

Das Symbol der Ausstellung war das von Paula Jordan entworfene Motiv des erzgebirgischen Schwibbogens von 1937.

Die Schirmherrschaft hatte der sächsische NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann, der auch die Eröffnung persönlich vornahm. Er verlieh an diesem Tag gleichzeitig den neugeschaffenen Staatspreis für Feierabendkunst in der Schwarzenberger Krauss-Halle. Den ersten Preis erhielt Albert Hänel aus Lauter, den zweiten Preis Hermann Ranft aus Schwarzenberg und den dritten Preis Gustav Rössel aus Neustädtel. Weitere fünf Preise gingen an Walter Hambeck aus Lößnitz, Rudolf Tümpel aus Lößnitz, Max Clauß aus Hohndorf, Fritz Wetzel aus Thalheim und an Paul Lang aus Schwarzenberg.

Der Großindustrielle Friedrich Emil Krauß leitete die Ausstellung. Nach Krauß’ Worten war die Schau „ein Wahrzeichen dafür […], dass nirgends die Volkskunst als Ausdruck echter Heimatliebe so blühe wie bei uns im Erzgebirge.“[3]

Veranstaltungsort war das heutige Gymnasium in Schwarzenberg. Wegen des überaus großen Besucherandrangs wurde die Ausstellung, die ursprünglich nur bis zum 9. Januar 1938 geöffnet sein sollte, um eine Woche verlängert. Dadurch musste die Aufnahme des Schulbetriebes im Januar 1938 um diese eine Woche verschoben werden.

Walter Fröbe frohlockte nach dem Ende der Ausstellung: Wir Erzgebirger aber freuen uns, daß unserer Volkskunst endlich einmal das Kleid des Aschenputtels genommen wurde.

Beteiligte Künstler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Ranft (1906–1976), Tischler und Modellbauer
  • Paul Schneider (1892–1975), Holzschnitzer, der als einer der bedeutendsten erzgebirgischen Schnitzkünstler gilt
  • Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen stellte einen Glockenspiel-Turm für die "Feierohmd"-Ausstellung her.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Feierohmd“. Weihnachtsschau erzgebirgischer Volkskunst in Schwarzenberg im Erzgebirge, 28. Nov. 1937 bis 16. Jan. 1938, Führer, Schwarzenberg 1937.
  • Walter Fröbe: Die Feierohmd-Ausstellung zu Schwarzenberg. In: Glückauf 58 (1939), S. 17–21.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen, die Werkstatt Deutschlands, 1940, S. 76.
  2. Thomas Schaarschmidt: Regionalkultur und Diktatur, 2004, S. 188.
  3. Glückauf, Nr. 9/1940, S. 89.