Feldbrandziegelei

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Feldbrandziegelei von 1847

Eine Feldbrandziegelei, in Süddeutschland auch Ziegelhütte oder Ziegelstadel genannt, war ein vorindustrieller Betrieb zur Ziegelherstellung, wie er bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus üblich war. Die Feldbrandöfen bestanden so lange, bis das im Abbau befindliche Feld ausgeziegelt war. Aus dieser Situation erklärt sich die mangelhafte Datenbasis über diesen Ziegeleityp.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ziegelei war ein saisonaler Nebenerwerbsbetrieb. Er bestand aus Gruben, die das Rohmaterial lieferten. Hinzu kamen scheunenartige Gebäude, die bisweilen nur aus auf Balken gestützten Bedachungen und dem Schachtofen bestanden. Dieser bestand lediglich aus vier Mauern, die mit Schürlöchern versehenen waren. Als Brennstoff wurde Holz, Torf oder Kohle benutzt. Das Brennverfahren selbst besaß einige Mängel. So konnte mitunter nur ein Drittel der gebrannten Steine verwendet werden. Ein Drittel war stets durch Asche, Schlacken oder Schmolz (Überhitzung) unbrauchbar. Auch die restlichen Steine waren nicht immer einwandfrei. Innerhalb der Ofenanlage war die Temperatur uneinheitlich, so dass ungleiche Brände, die zu Mängeln führten, häufig waren. Auch starker Wind konnte einen ungleichmäßigen Brand hervorrufen. Der Brennstoffverbrauch war enorm. Er betrug pro 1000 Steine ca. 500 kg Kohle und war somit 3- bis 4-mal höher als beim späteren Ringofen.

Rohmaterialaufbereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ton wurde im Herbst mit Hacken und Spaten abgegraben. Schubkarren dienten zur Tonförderung aus den Gruben. Das Material wurde in dünnen Lagen zum Verwittern (Mauken) ausgelegt. Der Ton musste mindestens ein halbes Jahr liegen, schieferhaltige Tone sogar mehrere Jahre. Für eine Million Steine war eine Verwitterungsfläche von einem halben Hektar erforderlich. Nach der Verwitterung kam das Material in ausgekleidete Gruben (Sümpfe), wo die Vermischung mit Wasser erfolgte und Beimengungen von Steinen und Wurzeln entfernt wurden. Zur Homogenisierung wurde das Material von Menschen oder Tieren gestampft. Der nasse Ton wurde auf Streichtischen von Hand in rechteckige Formrahmen gestrichen. Unter Schutzdächern oder im Freien blieben die geformten Steine 12 bis 14 Tage, oder auch länger, zur Trocknung liegen. Nach der Trocknung kamen sie in den Ofen.

Brand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einsetzen von etwa 30.000 Steinen, die ein normaler Schachtofen fasste, dauerte etwa drei Tage. Um einen Schornstein mit einer Höhe von 45 m zu bauen, wurden ca. 50.000 Steine benötigt. Die bis zu einer Höhe von 3,5 m Höhe aufgeschichteten Ziegelrohlinge hatten die Form eines sich nach oben verjüngenden Quaders. Sie wurden mit einem Mantel aus beschädigten Rohlingen umkleidet und mit Zwischenräumen für den Brennstoff aufgeschichtet. Anschließend wurde das Ganze mit strohdurchsetztem Lehm bedeckt und verschmiert. Zum Brennen waren etwa neun Tage, zum Auskühlen des Ofens etwa fünf und für das Ausbringen der Steine zwei bis drei Tage nötig. Das waren insgesamt knapp drei Wochen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]