Feldchenbahnbrücke

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Koordinaten: 51° 29′ 47,6″ N, 7° 33′ 5,9″ O

Feldchenbahnbrücke
Feldchenbahnbrücke
Westseite (2011)
Nutzung Anschlussbahn, heute Fuß- und Radweg
Überführt

Verbindungsbahn AplerbeckZeche Vereinigte Schürbank & Charlottenburg

Unterführt

Emscher

Ort Aplerbeck
Konstruktion Bogenbrücke in Ziegelstein
Gesamtlänge 25 m
Breite 5 m
Anzahl der Öffnungen 5
Eröffnung 1870
Schließung Anschlussbahn: 1925
Lage
Feldchenbahnbrücke (Deutschland)
Feldchenbahnbrücke
Okuli im Zwickel zweier Tonnengewölbe (2011)

Die Feldchenbahnbrücke unweit des Dortmunder Stadtteils Aplerbeck ist eine unter Denkmalschutz (Denkmalnummer A 0407) stehende in Ziegelstein ausgeführte Bogenbrücke. Sie stellt das letzte erhaltene Relikt der 1867 bis 1870 errichteten Anschlussbahn von der Zeche Vereinigte Schürbank & Charlottenburg zur Bahnstrecke Dortmund–Soest dar.[1] Die bis zu ihrer Stilllegung rund 100 Meter westlich des Bahnhofes Aplerbeck in die Hauptstrecke einfädelnde, etwa 1600 Meter lange, einspurige Eisenbahntrasse, bildete annähernd eine S-Form. Von der Zeche kommend, überbrückt die Feldchenbahnbrücke nach gut 700 Metern die an dieser Stelle noch sehr junge Emscher.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1867 suchte die Königliche Direction der Bergisch-Märkischen Eisenbahn in Elberfeld, als staatliche Aufsichtsbehörde der von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft errichteten und betriebenen Bahnstrecke Dortmund–Soest bei der Königlich Preußischen Regierung in Arnsberg um die Erlaubnis zum Bau einer Verbindungsbahn vom Bahnhof Aplerbeck zur Zeche Vereinigte Schürbank & Charlottenburg nach. Im Rahmen des Aufbaus der Streckenführung erfolgten 1869 auch Umbauarbeiten im Bereich des Bahnhofes Aplerbeck. Im Jahr der Fertigstellung der Strecke (1870)[1] erfolgte dann auch ein großzügiger Umbau der Zechenanlage. Mit deren Stilllegung im Jahr 1925[3] wurde auch die Nutzung der reinen Güterzugstrecke eingestellt. Nach dem Rückbau des Trassenoberbaus (Gleisbett und Gleise) nutzten die Ortsansässigen Damm und insbesondere Brücke zur Überquerung der Emscher zu Fuß oder per Fahrrad. Im Jahr 2003 gab es Bestrebungen seitens der Stadt Dortmund, die im Eigentum der Essener Montan-Grundstücksgesellschaft befindliche Brücke trotz deren Unterschutzstellung als Baudenkmal abzubrechen, mit der Begründung, dass Einsturzgefahr bestehe. Nach Verhandlungen der Stadt Dortmund mit dem Eigentümer wurde schließlich eine kostenfreie Übertragung auf die Kommune vereinbart, zuzüglich eines Zuschusses der Grundstücksgesellschaft von 50.000 Euro zu den Gesamtkosten der Brückensanierung in Höhe von 140.000 Euro. 60.000 Euro trug die Bezirksregierung in Arnsberg, die verbleibenden 30.000 Euro die Stadt Dortmund. Unter Aufsicht der Unteren Denkmalbehörde erfolgte ab Juni 2005 über einen Zeitraum von zwölf Wochen die Sanierung, vorrangig unter Aspekten der Verkehrssicherung. Nach der Entfernung des Wildwuchses wurden die Fugen gereinigt und neu verfüllt. Die zur Wiederherstellung der Bögen benötigten Steine konnten nach längerer Suche im Münsterland beschafft werden; die Decke des Brückenbauwerkes belegte man zum Schutz vor Feuchtigkeit mit Stahlbetonplatten.[4]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das fünfbögige Brückenbauwerk verfügt bei einer Länge von rund 25 Metern über eine Gesamtbreite von etwa fünf Metern.[2] Der mittlere Bogen, zugleich der größte, überspannt die Emscher. Durch die links und rechts von diesem liegenden, führen Wirtschaftswege hindurch. Die äußersten sind ungenutzt und teilweise zugewachsen. In den Zwickeln der Tonnengewölbe sind sogenannte Okuli angeordnet. Die heute verschlossenen Öffnungen dienten in erster Linie der Entlüftung, steigerten dazu aber auch den ästhetischen Gesamteindruck des Bauwerks. Hinter den Okuli befinden sich bei derartigen Bauwerken Kanäle zur Ableitung des eindringenden Wassers über die jeweilige Bogenmitte.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. Vergangenheit und Zukunft einer Schlüsseltechnologie. 6. Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG, Königstein i. Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9, S. 174.
  • Volker Rödel: Kulturdenkmäler in Hessen. Eisenbahn in Hessen. Teil I. Eisenbahngeschichte und Baugattungen 1829–1999. Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 231–237.
  • Thomas Vährmann, Susanne Brockfeld, Michael Funk (Bearb.): Quellen zur Geschichte der Eisenbahn im nördlichen Rheinland, in Westfalen und Lippe von den Anfängen bis 1880. (= Veröffentlichungen der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen. Reihe C: Quellen und Forschungen. Band 42.) Hrsg. Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv und Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Münster, Respublica-Verlag, Siegburg 1998, ISBN 3-87710-184-4 (Teilband 1), S. 528 (ausgewertete Quelle: Staatsarchiv Münster, Bestand Regierung Arnsberg, Nr. 21674).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Vährmann, Susanne Brockfeld, Michael Funk (Bearb.): Quellen zur Geschichte der Eisenbahn im nördlichen Rheinland, in Westfalen und Lippe von den Anfängen bis 1880.
  2. a b Masse nach http://www.tim-online.nrw.de/
  3. Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. Vergangenheit und Zukunft einer Schlüsseltechnologie.
  4. Baudenkmal Feldchenbahnbrücke (2003–2005). auf aplerbeck-damals.de, abgerufen am 10. Januar 2014. digital
  5. Volker Rödel: Kulturdenkmäler in Hessen. Eisenbahn in Hessen. Teil I. Eisenbahngeschichte und Baugattungen 1829–1999. Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 236 f.