Felix Borchardt

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Felix Borchardt
Les Environs de Nice

Felix Richard Siegfried Borchardt (* 7. März 1857 in Berlin; † 15. Februar[1] 1936 ebenda) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felix Borchardt war der jüngste von vier Söhnen des Berliner Juristen Siegfried Borchardt (1815–1880), costa-ricanischer Ministerresident, und dessen Ehefrau Helene, geb. Saling (1824–1899). Nach dem Tode der Eltern waren die Brüder wohlversorgt und finanziell unabhängig. Felix Borchardt studierte Malerei an der Berliner Akademie bei Max Michael. Anschließend bereiste er Holland, Griechenland, die Türkei, Spanien, Marokko und Ägypten. Es folgten Aufenthalte in Neapel (1887–1892) und in Dresden (1892–1899). Hier heiratete er 1893 die 23-jährige Elizabeth de Bosse. Sie bekamen ein einziges Kind, die später als Elisabeth Castonier bekannte Schriftstellerin.

1899 verließ die Familie Dresden, um nach Paris zu ziehen. Dort erhoffte und fand Felix Borchardt mehr Anerkennung seiner Werke, die nicht nur von Privatsammlern, sondern auch vom französischen Staat für das Musée du Luxembourg erworben wurden. Sein Haus wurde bald Treffpunkt für Maler, Musiker und Journalisten, wie zum Beispiel Paolo Tosti (Komponist), Enrico Brancaccio (Maler), John Grand-Carteret (Autor), Julius Meier-Graefe (Kunsthistoriker), Theodor Wolff (Chefredakteur des Berliner Tageblatts), Max Nordau (Philosoph und Autor) und viele andere.

Felix Borchardt begann als Kopist und malte bis 1895 unter dem Eindruck der alten Meister und der Genrebilder Franz von Lenbachs. Seit 1896 zeigte sich der Einfluss moderner schwedischer Strömungen und des französischen Impressionismus. 1897 wurde Borchardt Mitglied der Dresdner Sezession. Auch als Porträtist war er erfolgreich. 1905 wurde Felix Borchardt vom Figaro Illustré beauftragt, Kaiser Wilhelm II. für eine Sonderausgabe „Europäische Monarchen“ zu zeichnen. Er fertigte außerdem ein, nach eigener Aussage misslungenes, Ölgemälde des Kaisers an.

1927 publizierte Felix Borchardt seine Autobiografie.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borchardt wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Borchardt: Im Siebenmeilenschritt. Erinnerungen eines Malers. Mittler, Berlin 1927.
  • Dagmar Frings und Jörg Kuhn: Die Borchardts. Auf den Spuren einer Berliner Familie. Hentsch & Hentrich, Berlin 2011, ISBN 978-3-942271-17-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felix Borchardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Nachwort zu: Exil im Nebelland. Elisabeth Castoniers Briefe an Mary Tucholsky: Eine Chronik. Peter Lang Verlag, Bern u.a. 2010, S. 593 Online bei GBS.