Feuerlöschdecke

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Symbol nach BGV A8 und DIN 4844 für „Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung“, meist bei Löschdecken verwendet
Internationales Symbol nach ISO 7010 für „Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung“

Eine Löschdecke (auch Feuerlöschdecke) ist ein Kleinlöschgerät und wird hauptsächlich zum Ablöschen von Entstehungsbränden verwendet.

Die Hauptlöschwirkung einer Löschdecke, das Ersticken, entsteht durch die Trennung von Sauerstoff und brennbarem Stoff. Löschdecken werden hergestellt aus flammhemmend behandelter Wolle, auch aus Glasfasergewebe oder Nomex, früher vor allem aus Asbest.

Eignung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löschdecke ohne Behältnis

Eine Löschdecke kann als Löschmittel bei Entstehungsbränden genutzt werden. Nach neueren Erkenntnissen (unter betrieblichen Bedingungen, wie in Restaurants, Bäckereien und Ähnlichem angesichts größerer Mengen Öl- und Speisefett z. B. in Fritteusen) sind Löschdecken zum Löschen von Fettbränden – dafür wurden sie in der Vergangenheit in Küchen häufig vorgehalten – nur bedingt geeignet[1]:

Der deutsche Unfallversicherungsträger BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe)[2] hat Versuche zum Löschen von Fettbränden durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Löschdecken (Wolle, Baumwolle, Glas-, Nomex- und Kevlargewebe) nur bedingt zum Löschen von Fettbränden geeignet sind, da sie bei zu hohem „Hitzepotential“ durchbrennen können.[3] Vermutlich kondensierten die heißen Fettdämpfe und sorgen so für eine Entzündung der Decken (Dochteffekt). Bei diesen Versuchen wurde ebenfalls festgestellt, dass auch andere in der Vergangenheit häufig für Fettbrände vorgeschlagene Löschmittel, z. B. Pulver oder Kohlendioxid, nur bedingt oder gar nicht geeignet sind.

Im Mai 2017 hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) eine Information zum Einsatz von Löschdecken herausgegeben, in der für Fettbrände wie auch für Personenbrände keine Verwendung einer Löschdecke empfohlen wird. In beiden Fällen ist nach dem aktuellen Stand der Technik der Einsatz eines Feuerlöschers vorzusehen, für die Fettbrände ein spezieller Fettbrandlöscher.

Normung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europäische Norm EN 1869
Nationale Normen DIN EN 1869:2001-01, OENORM EN 1869:1997-04-01, SN EN 1869:1997
Bereich Brandbekämpfung
Regelt Löschdecken
Kurzbeschreibung
Letzte Ausgabe 1997[4]

Während sie früher als Feuerlöschdecke bezeichnet wurde, ist die genormte deutschsprachige Bezeichnung nach der EN 1869 nur Löschdecke. In der Praxis wird die alte Bezeichnung aber oft weiterverwendet.

Die DIN 14155, nach der sie in Deutschland genormt war, ist für Löschdecken nicht mehr gültig. Dasselbe gilt für die ÖNORM F 1010, nach der sie in Österreich genormt war.

Für die Kennzeichnung eines Ortes an dem eine Löschdecke vorhanden ist, ist in Deutschland ein Symbol das nach ASR A1.3 und DIN EN ISO 7010 geregelt ist, vorgesehen. In Österreich gibt es dafür keinen Standard. Der Hinweis kann auch mit Texttafeln erfolgen.

Löschdeckenbehälter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DGUV–Information des SG 'Betrieblicher Umweltschutz': Einsatz von Löschdecken; Mai 2017 (PDF); abgerufen am 19. Juni 2017
  2. BGR 111: Arbeiten in Küchenbetrieben - Brandschutz.
  3. BNG - Neue Erkenntnisse über Löschdecken: Bei Fettbränden sind sie ungeeignet.
  4. http://esearch.cen.eu/Details.aspx?id=4074069@1@2Vorlage:Toter Link/esearch.cen.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Feuerlöschdecken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien