Feuerstoß

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Dieser Artikel behandelt den waffentechnischen Begriff. Zum italienisch-kanadischen Film von 1976 (Originaltitel: Una Magnum Special per Tony Saitta) siehe Feuerstoß (Film).

Als Feuerstoß (auch Garbe[1] oder Feuergarbe[2][3]) bezeichnet man eine konstruktiv bestimmte Anzahl von Projektilen (meist zwei oder drei), die aus einer Handfeuerwaffe bei einmaliger Betätigung des Abzugs automatisch abgefeuert werden. Es ist so möglich, mehrere Schüsse in schneller Folge auf ein Ziel abzufeuern, ohne die Waffe zu verziehen und ohne Fingerbewegung eine Pause einzulegen.

In der Bundeswehr bezeichnet man als „Feuerstoß“ auch das willkürliche Abgeben einer Salve von einigen wenigen Schüssen aus einer vollautomatischen Waffe, die nicht über eine die Schussabgabe konstruktiv begrenzende Feuerstoßeinrichtung verfügt.

Die Begrenzung der Schusszahl wird durch mechanische Effekte, häufig mittels Zahnrädern, im Lade- und Auslösemechanismus erreicht. Nach einem Feuerstoß ist das Patronenlager wieder geladen und die Waffe wieder schussbereit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingeführt wurde der Feuerstoß im Vietnamkrieg. Die jungen, unerfahrenen Soldaten gerieten im Dschungelkampf schnell in Panik und verfeuerten unnötig viel Munition, da die Finger am Abzug verkrampften oder nur wild um sich geschossen wurde. Um der Munitionsverschwendung Einhalt zu gebieten, wurde der Feuerstoß entwickelt.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Handfeuerwaffen sind im Feuergefecht erstaunlich ineffektiv. Bei einer möglichen Kadenz von mehreren hundert Schuß pro Minute sind handelsübliche Magazine, die meist etwa 20-30 Patronen enthalten nach sehr kurzer Zeit leer. Gleichzeitig sorgt der Stress beim Schützen dafür, dass nur noch sehr wenige Kugeln im Vergleich zum Schießstand den Feind erreichen. Daher werden im modernen Krieg oft viele tausend Schuß abgegeben ohne auch nur einen Gegner zu töten. Im Vietnamkrieg erwies sich das als Hindernis als die unerfahrenen Soldaten ihr Sturmgewehr wie ihr "persönliches MG" einsetzten und vollautomatisch sehr schnell ihre Munition verfeuerten. Durch den Feuerstoß von meist drei Schuß verreißt die Waffe erst nachdem sämtliche Kugeln bereits unterwegs sind. Damit werden die drei Kugeln aus einem Feuerstoß sehr viel näher beieinander liegen als drei Einzelschüße. Dies gilt umso mehr im Gefecht. Gleichzeitig sorgt die Tatsache, dass nach jedem "Burst" erneut der Abzug betätigt werden muss für eine Disziplinierung des Soldaten, der nun nicht mehr in Panik mit einem Mal Abdrücken das gesamte Magazin leeren kann, sondern im Idealfall zielt und dann einen einzelnen Feuerstoß abgibt.

Die Feuerstoß-Funktion wurde beim Gewehr HK G11 genutzt, um mit der extrem hohen theoretischen Kadenz von 2000 Schuss pro Minute drei Schüsse in einer Zehntelsekunde abzufeuern. Im mechanisch verzögerten Dauerfeuermodus betrug sie dagegen nur 450 Schuss pro Minute. Die schnelle Schussfolge im Feuerstoß verbessert die Schusspräzision, und die reduzierte Kadenz im Dauerfeuer verringert den Munitionsverbrauch und die Erwärmung der Waffe.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Problematisch kann sich im Kampf die verringerte Feuerrate äußern. Gerade bei kurzen Distanzen ist es eventuell sinnvoller, dem Gegner möglichst schnell möglichst viele Kugeln entgegenzuschicken, in der Hoffnung, dass eine trifft.

Modi des Feuerstoßes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Modus kann bei den meisten Waffen eingestellt werden auf Einzelschuss, Feuerstoß und Dauerfeuer. Die Zahl der Schüsse pro Feuerstoß ist unveränderlich konstruktiv bedingt und in der Regel je nach Typ zwei oder drei Schüsse.

Drei-Schuss-Feuerstoß [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebräuchlichste Modus des Feuerstoßes ist der Drei-Schuss-Feuerstoß. Er ist bei vielen modernen Gewehren eine Option bei der Auswahl des Modus („3F“).

Zwei-Schuss-Feuerstoß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch der Zwei-Schuss-Feuerstoß findet bei einzelnen Typen Verwendung. Vor allem kommt er bei Faustfeuerwaffen vor, seltener bei Gewehren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Abresch, Lothar Schulz (Hrsg.): Moderne Handwaffen der Bundeswehr. Report-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-932385-10-1.
  • Rolf Abresch, Lothar Schulz (Hrsg.): Der Soldat und seine Ausrüstung. Report-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-932385-13-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]. DWDS-Wörterbuch, Abgerufen am 25. Juni 2013.
  2. [2]. Duden online, Abgerufen am 25. Juni 2013.
  3. [3]. Universal-Lexikon deacademiks, Abgerufen am 25. Juni 2013.