Filaret Denyssenko

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Filaret (bürgerlich Mychajlo Antonowytsch Denyssenko/Михайло Антонович Денисенко; russisch Michail Antonowitsch Denissenko/Михаил Антонович Денисенко; * 23. Januar 1929 in Blahodatne, Rajon Amwrossijiwka, Oblast Donezk) ist ein ukrainischer Mönch, Priester, Bischof, Erzbischof, Metropolit von Kiew und Halytsch, Metropolit von Kiew und der gesamten Ukraine, Patriarch der Ukrainisch-orthodoxen Kirche - Kiewer Patriarchat, seit 1997 von der Russisch-Orthodoxen Kirche exkommuniziert und verdammt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filaret stammt aus einer Arbeiterfamilie im Donbass. Nach dem Abitur im Jahr 1946 besuchte er das Geistliche Seminar in Odessa, das er mit Auszeichnung abschloss. Anschließend studierte er an der Geistlichen Akademie von Moskau. Während seines Studiums legte er am 1. Januar 1950 sein Mönchsgelübde ab und nahm den Namen Filaret an. Am 15. Januar desselben Jahres wurde er zum Hierodiakon von Patriarch Alexius I. berufen. Danach, am 18. Juni 1950, wurde er zum Hieromonachos geweiht. Nach dem Abschluss seiner Studien lehrte er selbst an verschiedenen Hochschulen und Seminaren seiner Kirche. Im Jahr 1953 wurde er Lehrer an der Moskauer Geistlichen Akademie. In den akademischen Jahren 1953-1954 war er Privatdozent an dieser Akademie. Im Jahr 1956 wurde er Hegumen und arbeitete als Inspektor an der Saratower Geistlichen Akademie. 1957 wurde er Inspektor an der Kiewer Geistlichen Akademie und am 12. Juli wurde er Archimandrit.

Im Jahre 1960 wurde er als Geschäftsführer des ukrainischen Exarchats angenommen. Zugleich war er Vorsteher der Kiewer Wladimirkathedrale. Von Juni 1961 bis Januar 1962 war er Vorsteher der Russischen Orthodoxen Kirche im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Alexandrien. Im Jahre 1962 wurde er zum Bischof geweiht und übernahm die neue Eparchie für Wien und Österreich. Am 14. Mai 1966 wurde er Erzbischof der Ukraine und von Halytsch und am 26. Februar 1967 Metropolit.

Filaret II. arbeitete in der internationalen Christlichen Friedenskonferenz (CFK) mit und war Teilnehmer ihrer V. und VI. Allchristlichen Friedensversammlung 1978 bzw. 1985 in Prag. Er war Mitglied ihrer Leitungsgremien und seit 1985 auch einer ihrer Vizepräsidenten.

Filaret vertrat während des Bestehens der Sowjetunion immer die Einheit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Als 1991 eine Volksabstimmung über die Erhaltung der UdSSR angesetzt wurde, rief er seine Gläubigen dazu auf, diesem Vorhaben zuzustimmen. Nach dem Tode von Patriarch Pimen I. war er zum Administrator des Patriarchats bestimmt worden und erhielt nun den Titel Metropolit von Kiew und der gesamten Ukraine. Nachdem sich die Sowjetunion aufgelöst hatte, versuchte er beim Bischofskollegium für seine ukrainische Metropolie den Status der Autokephalie zu erhalten, was jedoch nicht gelang. Seither rief er eine eigene Ukrainische Kirche ins Leben und trug damit zur Spaltung der Orthodoxie in der Ukraine bei, die inzwischen aus drei verfeindeten Kirchenfraktionen besteht. Ungeachtet dessen entfaltete er zahlreiche Aktivitäten, um andere autokephale Kirchenhäupter, auswärtige Bischöfe und sonstige Abtrünnige für die Konsolidierung seiner Unabhängigen Kirche zu gewinnen. 1997 wurde er wegen seines Handelns vom Moskauer Patriarchat exkommuniziert und kirchenrechtlich verdammt. Der Ausgang dieses Kirchenstreites ist bis heute ungewiss,[1] Aktivitäten von beiden Seiten einschließlich Korrespondenzen gehen weiter.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kath.net/detail.php?id=62&&print=yes
  2. http://www.kirchen.ch/g2w/
Vorgänger Amt Nachfolger
Sergius (Koroljow) Bischof von Wien und Österreich
1962–1964
Bartholomäus (Gondarowskij)