Filaret Denyssenko

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Patriarch Philaret

Philaret (ukrainisch Філарет, Filaret; weltlicher Name Mychajlo Antonowytsch Denyssenko/Михайло Антонович Денисенко; russisch Michail Antonowitsch Denissenko/Михаил Антонович Денисенко; * 23. Januar 1929 in Blahodatne, Rajon Amwrossijiwka, Oblast Donezk, UdSSR) ist Patriarch der Ukrainisch-orthodoxen Kirche – Kiewer Patriarchat seit 1995.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und erste geistliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammt aus einer Arbeiterfamilie im Donbass. Nach dem Abitur im Jahr 1946 besuchte er das Geistliche Seminar in Odessa, das er mit Auszeichnung abschloss. Anschließend studierte er an der Geistlichen Akademie in Moskau. Dabei legte er am 1. Januar 1950 sein Mönchsgelübde ab und nahm den geistlichen Namen Philaret an. Am 15. Januar wurde er zum Erzdiakon von Patriarch Alexius I. geweiht. Am 18. Juni 1950, wurde er zum Erzmönch geweiht.

Nach dem Abschluss seiner Studien lehrte Philaret an verschiedenen geistlichen Hochschulen und Seminaren. Im Jahr 1953 wurde er Lehrer an der Moskauer Geistlichen Akademie. 1953–1954 war er Dozent an dieser Akademie. 1956 wurde er Hegumen und arbeitete als Inspektor an der Geistlichen Akademie in Saratow. 1957 wurde Philaret Inspektor an der Geistlichen Akademie in Kiew und am 12. Juli wurde er Archimandrit in einem Kloster.

Leitende geistliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1960 wurde Philaret Geschäftsführer des ukrainischen Exarchats. Zugleich war er Vorsteher der Kiewer Wladimirkathedrale.

Im Juni 1961 wurde Philaret zum Leiter der Russischen Orthodoxen Kirche im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Alexandrien berufen. Im Jahre 1962 wurde er zum Bischof für die neue Eparchie für Wien und Österreich geweiht. Am 14. Mai 1966 wurde Philaret Erzbischof von Kiew und Halytsch und am 26. Februar 1967 zum Metropoliten von Kiew berufen.

Erzbischof Philaret arbeitete in der internationalen Christlichen Friedenskonferenz (CFK) mit und war Teilnehmer ihrer V. und VI. Allchristlichen Friedensversammlung 1978 und 1985 in Prag. Er war Mitglied ihrer Leitungsgremien und seit 1985 auch einer ihrer Vizepräsidenten.

Seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 wurde Philaret nach dem Tod von Patriarch Pimen kurzzeitig kommissarisches Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche. Bei der anschließenden Wahl des neuen Patriarchen wurde er jedoch nicht gewählt. Philaret wurde daraufhin zum Leiter des Exarchats Ukraine als Metropolit von Kiew und der Ukraine bestimmt. Er begrüßte die Unabhängigkeit der Ukraine und setzte sich sehr für die Selbstständigkeit der ukrainischen Kirche ein.

1992 verließ Philaret die Russische Orthodoxe Kirche und gründete die Ukrainische Orthodoxe Kirche – Kiewer Patriarchat.[1] Er wurde Stellvertreter von Patriarch Mstislaw und 1993 Stellvertreter von Patriarch Wladimir.

1995 wurde Philaret zum Patriarchen der Ukrainischen Orthodoxen Kirche – Kiewer Patriarchat gewählt. 1997 wurde er wegen seines Handelns vom Moskauer Patriarchat mit dem Kirchenbann belegt.[2] Seit 2008 setzte sich Patriarch Philaret verstärkt für ein Zusammengehen mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) ein.[3]

Patriarch Philaret auf dem Euromaidan 2014

2014 unterstützte Patriarch Philaret die Bewegung Euromaidan und verurteilte wiederholt scharf die Annexion der Krim und die Besetzung der Ostukraine durch russlandfreundliche Einheiten.

Patriarch Philaret bemühte sich um eine Anerkennung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Kiewer Patriarchat) durch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, bisher ohne Erfolg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ukrainische Orthodoxe Kirche – Kiewer Patriarchat (russisch)
  2. [1]
  3. [2]
Vorgänger Amt Nachfolger
Sergius (Koroljow) Bischof von Wien und Österreich
1962–1964
Bartholomäus (Gondarowskij)