Filesystem in Userspace

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Die Funktionsweise von FUSE: Es gibt zwar ein Kernel-Modul, aber die eigentliche Programmlogik (libfuse) läuft im Userspace (oben). Das zugreifende Programm ls (links-oben) greift wie über ein normales Dateisystem darauf zu, erst das Kernelmodul leitet den Aufruf um.
VFS: Virtuelles Dateisystem
NFS, Ext3, …: Dateisysteme
glibc: GNU-C-Bibliothek

FUSE (Filesystem in Userspace) ist ein Kernel-Modul für Unix-Systeme, das es ermöglicht, Dateisystem-Treiber aus dem Kernel-Mode in den User-Mode zu verlagern.

Verwendung[Bearbeiten]

FUSE erlaubt damit nicht-privilegierten Benutzern, eigene Dateisysteme zu mounten. Mit Hilfe von FUSE lassen sich unter GNU/Linux, FreeBSD, OpenSolaris, Mac OS X oder Android die meisten existierenden Dateisysteme wie NTFS oder UDF einbinden.

Da FUSE-Dateisysteme – wie normale Anwendungsprogramme – im User-Mode laufen, muß sich der Entwickler nicht mit den Beschränkungen und Besonderheiten des Kernel-Modes auseinandersetzen. FUSE-Dateisysteme sind daher erheblich einfacher zu entwickeln und zu warten. So entstand eine Vielzahl von Treibern, die neben Speichermedien auch ganz andere Datenstrukturen als navigierbares Dateisystem abbilden. Das wohl bekannteste ist NTFS-3G, welches den Zugriff auf die weit verbreiteten NTFS-Dateisysteme ermöglicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 15. Oktober 2004 wurde das FUSE-Projekt auf SourceForge gegründet, als Variante aus dem SHFS-Projekt hervorgehend. Seit dem 15. Januar 2005 war es Teil des mm-Kernels bevor es am 13. September 2005 in den offiziellen Linux-Kernel 2.6.14 aufgenommen wurde. Durch Re-Implementation unter der ISC-Lizenz (Veröffentlichung: März 2013[1]) wurde die Einbettung in OpenBSD erleichtert, was im Juni 2013 geschah. [2]

Seit Linux-Kernel 2.6.31[3] und NetBSD 5.0.[4] ist CUSE ein integrierter Treiber innerhalb von FUSE.

Ein in den Zielen ähnliches Projekt ist das Linux Userland Filesystem (LUFS), das mit der Einführung von FUSE jedoch an Bedeutung verloren hat und nicht mehr aktiv weiterentwickelt wird.

Bekannte Dateisysteme und -Treiber[Bearbeiten]

Name Beschreibung Quelle
Captive Ermöglicht sicheren Schreibzugriff auf NTFS-Partitionen durch Einbindung des originalen Windows-Treibers ntfs.sys mit Hilfe einer Kompatibilitätsschicht
CloudFusion Einbinden von Dropbox, Sugarsync, Amazon S3, Google Storage und WebDAV Accounts [5]
curlftpfs Einbinden der Daten eines FTP-Servers (beispielsweise persönliche Daten bei einem WebHoster ins lokale Filesystem einbinden)
CUSE (Character Devices in Userspace) Kann mit Anwendungen, die im Benutzermodus laufen, wie Tastaturen, Mäusen oder anderen Geräten wie serieller Datenübertragung kommunizieren.
davfs2 Erlaubt den Zugriff auf WebDAV-Ressourcen und ist in der Lage ist, sich mit Client-Zertifikaten zu authentifizieren. [6]
EncFS (Encrypted Filesystem) Verschlüsseltes pass-through-Dateisystem ähnlich dem CFS
fusedav Erlaubt den Zugriff auf WebDAV-Ressourcen [7]
glusterFS Ein Cluster-Dateisystem [8]
GmailFS Ermöglicht es, Google-Mail-Postfächer als Dateiablage zu verwenden
gPhotoFS Bindet die Bilderschnittstelle von Digitalkameras als Massenspeicher ein
GnomeVFS2 FUSE Ist eine Schnittstelle zum Gnome Virtual Filesystem
LoggedFS Loggt Operationen im Dateisystem [9]
mysqlfs Ermöglicht es, Daten in einer MySQL-Datenbank abzulegen [10]
NTFS-3G Ermöglicht Schreib- und Lesezugriff aufn NTFS [11]
ntfsmount Erlaubt das Mounten von NTFS-Partitionen mit Schreibunterstützung (aus dem Linux-ntfs-Projekt) [12]
SSHFS Ermöglicht es, ein Laufwerk über SSH zu mounten [13]
wdfs Erlaubt den Zugriff auf WebDAV-Ressourcen [14]
WikipediaFS Ermöglicht das Arbeiten mit Artikeln aus dem Bestand einer MediaWiki-Installation (und somit nicht nur der Wikipedia), als wären es normale Textdateien [15]
ZFS on FUSE Erlaubt den Zugriff auf das moderne 128-bit-Dateisystem ZFS von Sun. Da ZFS unter der CDDL veröffentlicht ist, ist keine direkte Integration in den Linux Kernel möglich. Die Portierung wurde im Rahmen des Google Summer of Code gesponsert. [16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. openbsd dev - tech - Fuse (and sshfs) support for OpenBSD. 5. März 2013, abgerufen am 15. Juli 2015.
  2. 'CVS: cvs.openbsd.org: src' - MARC. 3. Juni 2013, abgerufen am 15. Juli 2015.
  3. Julius Stiebert: Linux-Kernel 2.6.31 unterstützt USB 3.0. Golem, 10. September 2009
  4. Announcing NetBSD 5.0. The NetBSD Project (netbsd.org)
  5. http://wiki.ubuntuusers.de/CloudFusion
  6. [1]
  7. http://0pointer.de/lennart/projects/fusedav/
  8. http://www.gluster.org/
  9. http://loggedfs.sourceforge.net/
  10. http://sourceforge.net/projects/mysqlfs/
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNTFS-3G: Voller NTFS-Schreibzugriff unter Linux. In: golem.de. 17. Juli 2006, abgerufen am 15. Juli 2015.
  12. http://www.linux-ntfs.org/
  13. David Wolski: Toolbox: Dateizugriffe mit sshfs – heise open. In: heise.de. 23. Juli 2012, abgerufen am 15. Juli 2015.
  14. http://noedler.de/projekte/wdfs/
  15. http://wikipediafs.sourceforge.net
  16. http://zfs-on-fuse.blogspot.com/