Finger (Einheit)

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Fingerbreite

Die Maßeinheit Finger oder auch der Fingerbreit (die Fingerbreite) ist zusammen mit dem Fuß und der Elle eine der wenigen Längenmaße, die in die vorgeschichtliche Zeit zurückgehen.

Die ältesten Belege für den Finger als Längenmaß stammen aus der Zeit vor etwa 5000 Jahren aus dem Zweistromland bzw. dem alten Ägypten, wo es Ubanu bzw. Djeba genannt wurde. Die Maßeinheit Fuß wurde in der Antike üblicherweise in sechzehn Fingerbreit geteilt. Da das Fußmaß in der Regel etwa 30 Zentimeter beträgt, misst der Fingerbreit – je nach gültiger Fußdefinition – etwa 18 bis 19 Millimeter.

Antike Maßeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die alten Griechen und Römer benutzten zur Längenmessung die Breite des daktylos bzw. des digitus als kleinste Haupteinheit. Darunter gab es zum Beispiel noch einen halben Fingerbreit oder ein Drittel Fingerbreit. 18 Fingerbreit ergeben eine Pygme.

Die Fingerbreite als Maß wird auch in der Bibel erwähnt; ihre Länge soll nach J. M. Dold 0,63 Schweizer Zoll betragen haben. Als Römisches Maß wurde sie als Digitus transversus bezeichnet und hatte eine Länge von 0,61 Schweizer Zoll.[1]

Heute noch wird das Maß in der Medizin häufig verwendet und mit QF (Querfinger) abgekürzt. Dabei bleibt (besonders in der Kinderheilkunde) oft unklar, ob die Patientenfingerbreite oder aber die Arztfingerbreite gemeint ist. Das Duodenum heißt so, weil es eine Länge von zwölf Fingerbreiten hat (Zwölffingerdarm); hier sind immer die Finger des Untersuchten und nicht des Untersuchers maßgeblich.

Die Füllstandshöhe besonders von alkoholischen Getränken in den einzelnen Trinkgläsern wird mitunter auch heute noch in Fingerbreiten angegeben.

Fingerbreit zur Winkelschätzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der freiäugigen Astronomie dient die Fingerbreite als genähertes Maß für kleine Winkel. Bei ausgestrecktem Arm misst sie etwa 1,5 Grad (3 Monddurchmesser). Mit drei Fingern (bei schmalen Händen knapp vier) kann man also einen Winkel von 5° gut abschätzen.

Beispielsweise liegt der Orionnebel 5° unter dem Oriongürtel, der recht auffälligen Reihe aus drei hellen Sternen. Mit 3 Fingerbreit findet man das kleine Wölkchen in wenigen Sekunden.

Nützliche Schätzmaße sind auch die Faust (bei ausgestrecktem Arm markieren die Fingerknochen 3, 5 und 8°) sowie die große Handspanne (Daumen bis kleiner Finger), die je nach Körperbau zwischen 17° und 20° ausmachen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. M. Dold: Verhältnisse der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder zu den neu Schweizerischen. J. Weilenmann, Uster 1853, S. 40.
  2. Oswald Thomas in Himmel und Weltall, 320p., Paul Neff Verlag, Wien-Stuttgart 1953