Fireball (Suchmaschine)

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Fireball
www.fireball.de
www.fireball.com
Beschreibung Internet-Suchmaschine
Registrierung optional
Sprachen 2
Eigentümer Fireball Labs GmbH
Erschienen 1996

Fireball ist eine 1996 gestartete Internet-Suchmaschine aus Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fachbereich Informatik der Technischen Universität Berlin entwickelte 1996 die erste deutschsprachige Internet-Suchmaschine. Später wurde die Suchmaschine in Kitty umbenannt. Der Suchdienst wurde von der Verlagsgruppe Gruner + Jahr, der Projektgruppe KIT der Universität Berlin und Neofonie weiterentwickelt. Im Juni wurde die Weiterentwicklung erstmals als Fireball ans Netz gebracht. Der Suchroboter wurde dabei in „Kit-Fireball“ umbenannt.

Im April 1998 indizierte Fireball 6,5 Millionen deutschsprachige Dokumente. Eine Kooperation mit AltaVista ermöglichte die weltweite Suche. Der Surftip-Service wurde in Zusammenarbeit mit TV Today eingeführt. Auch die Live Suche wurde integriert. Von 1997 bis 1999 wurde Fireball auch für die Websuche von T-Online verwendet.[1] 1998 erweiterte Fireball sein Angebot um eine Nachrichten-Suchmaschine, die unter dem Namen Paperball firmierte. Ein „Firemail“ genannter E-Mail-Dienst kam ebenfalls hinzu.[2] 1998 war Fireball deutscher Marktführer im Bereich der Suchmaschinen.[3][4]

1999 erwarb Lycos Europe die Suchmaschine in zwei Tranchen für rund € 120 Millionen.[5]

Im Januar 2000 verwaltete Fireball rund 13,5 Millionen Web-Dokumente. Der Suchdienst erreichte im Januar 68,7 Millionen Seitenaufrufe und 14 Millionen Besuche. Nach der Übernahme durch Lycos Europe sowie mit dem Aufstieg von Google verlor Fireball, wie nahezu alle anderen Suchmaschinen, binnen kürzester Zeit massiv an Marktanteil. Im August 2000 maß Gfk Online Monitor für Fireball einen Marktanteil von 22% in Deutschland. 2001 lag dieser noch bei knapp 10%[6], 2002 bei rund 2,5% und stürzte bis 2005 auf lediglich 0,3% ab.[7]

2002 wurde Fireball als eigenständige Firma aufgelöst und vollständig von Lycos Europe aus verwaltet.[8] Lycos Europe ging 2003 eine Vermarktungskooperation mit Yahoo ein, die auch Fireball umfasste. 2004 wurde der Dienst Firemail eingestellt.[9] 2008 verließ Lycos Europe Yahoo und ging nunmehr eine Vermarktungskooperation mit Google ein, welche Fireball mit einschloss.

2009 wurde Lycos Europe zerschlagen, Fireball wurde dabei im März 2009 an die in Zug (Schweiz) ansässige Ambrosia AG verkauft. Es erfolgte ein Relaunch, mit dem Fireball erneut als Suchmaschine mit Schwerpunkt auf deutschsprachigen Inhalten positioniert wurde. Die Zusammenarbeit mit Google wurde beendet. Es wird ein eigener Suchindex verwendet, der sich auf deutsche Webangebote konzentriert. Der sogenannte Long Tail wird von Yahoo beigesteuert, d. h. die Suchergebnisse sind im Wesentlichen identisch mit der deutschsprachigen Version von Yahoo.[10] Fireball verwendet Cookies, die nur kurze Zeit gültig sind, und weist darauf hin, dass aus den bei der Benutzung erhobenen Daten keine Rückschlüsse auf die Identität der Anwender möglich seien.[11]

Mitte 2010 wurde das Weblayout der Suchmaschine für die Verwendung mit mobilen Geräten, insbesondere für das Apple iPhone, optimiert.[12]

2016 wechselte Fireball erneut den Eigentümer und wird seitdem von der neugegründeten „Fireball Labs GmbH“ mit Sitz in München und auf Basis neuer Technik weiterentwickelt.

Suchbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Web
  • Bilder
  • Lokale Suche
  • Webkatalog
  • Nachrichten
  • Produkte

Suchoptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es stehen die basalen logischen Verknüpfungen (+, -, *, "" zur Phrasensuche) zur Verfügung, außerdem kann der Suchvorgang auf bestimmte Bereiche durch Verwendung von Schlüsselwörtern eingeschränkt werden. Die bei ihrem Erscheinen als ausgefeilt geltenden Mechanismen zur Eindämmung von Linkfarmen sind heute antiquiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://archiv.pressestelle.tu-berlin.de/pi/1997/pi143.htm
  2. https://www.gruenderszene.de/allgemein/fehlentscheidungen-deutsche-online-branche
  3. Bodo Thielmann: Strategisches Innovations-Management in konvergierenden Märkten: Medien- und Telekommunikationsunternehmen in Online-Diensten und im digitalen Fernsehen, Springer, 2013; S. 176
  4. https://www.computerwoche.de/a/was-wurde-eigentlich-aus,3315108
  5. Lycos Europe Geschäftsbericht 2000
  6. https://seo-summary.de/suchmaschinen/
  7. https://metager.de/klassik/dstag2010/markt3.html
  8. https://kress.de/news/detail/beitrag/31798.html
  9. https://www.golem.de/0405/31143.html
  10. Stefan Karzauninkat. Fireball. in: Suchfibel. Abgerufen am 25. Dezember 2010: „Jetzt werden bei Fireball die Yahoo Suchergebnisse der Suche in deutscher Sprache präsentiert. Immerhin mit gelegentlichen Erweiterungen der Ergebnisliste.“
  11. Hinweise zum Datenschutz, fireball.de, abgerufen am 16. Mai 2017.
  12. Neues Design und neue Funktionen bei Fireball.de (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.is)

Koordinaten: 47° 11′ 2,2″ N, 8° 31′ 22″ O; CH1903: 682171 / 226456