Flottenhunderter

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Der Flottenhunderter ist eine Banknote des deutschen Kaiserreichs. Er wurde erstmals 1908 ausgegeben und blieb theoretisch bis 1925 gültiges Zahlungsmittel, verschwand jedoch aufgrund der Inflation Ende 1922 aus dem Zahlungsverkehr. Es existieren drei Ausgaben, die an den Druckdaten unterschieden werden. Die erste Ausgabe ist datiert auf den 7. Februar 1908, die zweite auf den 10. September 1909 und die dritte auf den 21. April 1910. Von letzterer gibt es eine Variante mit grünem statt rotem Siegel. Die Scheine mit grünem Siegel wurden von Ende 1918 bis Anfang 1923 nachgedruckt.[1]

Wertseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wertseite

Auf der Wertseite der Banknote befinden sich von Links ausgehend:

  • Wasserzeichen (Bild von Kaiser Wilhelm I.)
  • 100 in Ziffern
  • Seriennummer neben dem Götterboten Hermes, und wertzahltragenden Adler
  • Hinweis auf Bestrafung bei Fälschung in Frakturschrift
  • Schriftzug Reichsbanknote, Ein Hundert Mark, Auszahlungsgarantie, Druckdatum,
  • Zwei kaiserliche Siegel, Unterschriften des Reichsbankdirektoriums,
  • Im Hintergrund von Strahlen umgebene Kaiserkrone
  • Mit Ährenkranz geschmückte, junge Frau, darunter Wertzahltragender Adler, Seriennummer
  • Hinweis auf Bestrafung bei Fälschung in lateinischen Druckbuchstaben

Bildseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildseite

Auf der Bildseite befinden sich von Links ausgehend:

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte das Deutsche Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm II. eine moderne und schlagkräftige Hochseeflotte aufzubauen. Aufgrund der besonderen kaiserlichen Vorlieben erscheinen Flottendarstellungen in dieser Zeit besonders häufig. Deswegen wurde diese Banknote im Volksmund „Flottenhunderter“ genannt. Interessant ist die dezente Unterbringung des Jugendstils auf Vorder- und Rückseite, welche sich erst unter genauerer Betrachtung zu erkennen gibt. Beispielsweise die „pflanzenähnliche Struktur“, welche die Rückseite umrahmt, ist typisch für den Jugendstil, ebenso wie ein Teil der Ornamentik auf der Vorderseite, beispielsweise die Umrahmung der beiden Allegorien.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Rosenberg: Die Banknoten des Deutschen Reiches ab 1871. 8. Auflage, Hamburg, 1991, S. 26–29.