Flowerlabel

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Das Flowerlabel oder Blumensiegel ist ein seit 1998 existierendes Gütesiegel[1] für Schnittblumen, die unter Sozial- und Umweltstandards produziert werden. Das Siegel wird von dem gemeinnützigen Verein Flower Label Program e.V. (FLP) vergeben, in dessen Vorstand bis Ende 2011 Vertreter aus Blumenhandelsverbänden, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, sowie Blumenanbaubetrieben vertreten waren.[2]

FLP-Gütesiegel

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Globalisierung kommen heute viele Blumen per Luftfracht von Farmen in Afrika und Südamerika. Die Arbeits- und Lebensbedingungen in diesen Ländern sind oft prekär: Arbeiterinnen und Arbeiter leiden nicht selten unter schwerwiegenden, gesundheitlichen Folgen durch die Pestizidanwendung, erhalten Löhne, mit denen ihre Existenz nicht gesichert ist, und besitzen keine Verhandlungsfreiheit. Da Blumen keine Markenware sind und im Laden keine Herkunftsbezeichnung angegeben werden muss, können Verbraucher kaum einschätzen, woher die Blumen stammen und wie sie produziert werden. Diese Anonymität der Ware will das Flowerlabel durchbrechen, indem sozial- und umweltverträglich produzierte Blumen durch eine Positivkennzeichnung mit dem Warenzeichen für den Verbraucher erkennbar werden. Durch den Kauf und die Nachfrage nach FLP-Blumen in deutschen Blumenfachgeschäften soll so jede Konsumentin und jeder Konsument dazu beitragen, dass immer mehr Farmen Menschenrechte und Umweltschutz ernst nehmen und die wirtschaftliche Entwicklung in den Produktionsländern vorangetrieben wird.

Kriterien für die Zertifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zertifizierung von Blumenfarmen durch das FLP erfolgt nach dem „Internationalen Verhaltenskodex für die Schnittblumen-, Topfpflanzen- und Schnittgrünproduktion“ (ICC). Blumenfarmen, die durch das FLP zertifiziert werden, willigen ein, die universellen Menschenrechtsstandards, die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und grundlegende Umweltstandards zu befolgen und diese Verpflichtungen auf ihre Zulieferer und Vertragspartner auszudehnen. Zentrale Kriterien der FLP-Zertifizierung sind:

Die Einhaltung der Standards wird regelmäßig durch unabhängige Organisationen geprüft. Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften haben das Recht, die Prüfung zu begleiten und Stichproben durchzuführen.

Verbreitung und Wirksamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben einer der beteiligten Nichtregierungsorganisationen wurden durch das Label die Arbeitsbedingungen von insgesamt etwa 20.000 Menschen auf den Blumenplantagen durch Arbeitsverträge und Einhaltung von Sozialstandards verbessert.[1]

Trennung der Partnerorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahreswechsel 2011/2012 trennten sich die Menschenrechtsorganisation FIAN, die IG Bauen-Agrar-Umwelt sowie weitere Partner von dem Trägerverein. Als Begründung wurde angegeben, dass aufgrund zu geringer Verbreitung die wirtschaftliche Tragfähigkeit nicht gegeben sei und so die Gefahr des Missbrauchs des Siegels durch nicht zertifizierte Anbieter bestünde.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Christian Gehrke: Siegel für ökologische und faire Blumen am Ende; FLOWER LABEL PROGRAM Organisationen und Gewerkschaft kündigen ihre Mitgliedschaftdie tageszeitung, 9. Januar 2012, S. 8.
  2. FLP vorübergehend konsolidiert - Das FLP-Büro ist jetzt wieder erreichbar. – News auf fairflowers.de, 4. Januar 2012 (Memento vom 15. Juni 2011 im Internet Archive).