Flugplatz Gerdauen

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Der Flugplatz Gerdauen war ein Einsatzhafen I. Ordnung der Luftwaffe der Wehrmacht nahe der ostpreußischen Kreisstadt Gerdauen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wurde 1938/39 angelegt und ab August 1939 benutzt. Er lag an der Reichsstraße 141 nach Allenburg etwa 2,5 km nördlich der Stadt. Er dehnte sich in östlicher Richtung bis zum Forst Schloss Gerdauen aus.

Der Flugplatz war Einsatzhafen des Fliegerhorstes Jesau und deshalb nicht ständig von der Luftwaffe belegt. Für die Kommandantur wurde Ende der 1930er Jahre ein Gebäude errichtet, das einigen Offizieren als Wohnung diente. Große Baracken waren für den Einsatzfall und für die Lagerung von Ersatzteilen vorhanden. Die Abmessungen der Start- und Landebahn sind nicht genau bekannt. Es soll sich um eine Grasfläche mit einer Länge von 1370 Metern gehandelt haben.[1] Ab 1941 diente der Fliegerhorst der Ausbildung von Flugzeugführern. Dazu war bis 1944 die Flugzeugführerschule FFS A/B 125, später umbenannt in FFS A 125, hier beheimatet. Operativ wurde der Flugplatz 1939 für den Angriff auf Polen und dann wieder für den Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 verwendet. Im Sommer 1941 wurde er als Ausweichflugplatz während der Bauarbeiten auf dem 35 km entfernten Flugplatz Wolfsschanze genutzt.[2] Bei einem Luftangriff wäre der Flugplatz Schippenbeil Ausweichhafen gewesen.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände), die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.

von bis Einheit[1]
August 1939 September 1939 I./KG 2 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 2)
Juni 1941 Juli 1941 Stab, I./KG 76
August 1944 November 1944 Teile der I./NJG 100 (Teile der I. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 100)
Oktober 1944 Januar 1945 Stab, I./SG 3 (Stab und I. Gruppe des Schlachtgeschwaders 3)
Oktober 1944 Dezember 1944 II./SG 1
November 1944 November 1944 I., II./SG 4
Januar 1945 Januar 1945 II./JG 1 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 1)

Im Januar 1945 wurde der Flugplatz wegen der Frontnähe aufgegeben.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders). (PDF; 3,3 MB) Juni 2014, S. 215–216, abgerufen am 4. Januar 2017 (englisch).
  2. Uwe Neumärker, Robert Conrad, Cord Woywodt: "Wolfsschanze": Hitlers Machtzentrale im Zweiten Weltkrieg. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2012, ISBN 978-3-86153-433-4, S. 43 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Militärflugplatz Gerdauen. In: Heimatbrief Kreis Gerdauen. Nr. 58, Dezember 2016, S. 85: „Dort entnommen aus Der Kreis Gerdauen von Oskar-Wilhelm Bachor, Holzner-Verlag, Würzburg, 1968“

Koordinaten: 54° 23′ 50″ N, 21° 17′ 40″ O