Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein

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Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein
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Partei­vorsitzender Thomas Banzer
Gründung 1918
Haupt­sitz Vaduz
Jugend­organisation junge FBP
Zeitung Volksblatt
Aus­richtung Christdemokratie,
Nationalkonservatismus,
Wirtschaftsliberalismus
Farbe(n) Schwarz (Blau, Orange)
Landtag
9/25
(2017)
Website www.fbp.li

Die Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein (FBP) ist eine christlich-konservative Partei im Fürstentum Liechtenstein. Sie ist neben der Vaterländischen Union die grösste Partei im Fürstentum Liechtenstein und bildet mit dieser eine Regierungskoalition in der Regierung des Fürstentums Liechtenstein. Parteipräsident ist Thomas Banzer.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FBP wurde 1918 als Reaktion auf die Entstehung der sozial-konservativen Volkspartei Liechtensteins ins Leben gerufen und betrieb eine christlich-konservative bis reaktionäre Politik. Sie wurzelte in bäuerlich-gewerblichen Milieu und war im Klerus stark verankert. Sie regierte von 1928 bis 1970, von 1974 bis 1978, 1993 (Februar bis Oktober) und 2001 bis 2005 mit einer absoluten Mehrheit der Mandate (2001 gewann sie mit 49 % der abgegebenen Stimmen 13 der 25 Parlamentssitze).

In den Auseinandersetzungen (2001–2003) um eine Verfassungsänderung, welche die Position des Fürsten Hans-Adam II. und die direktdemokratischen Rechte der Wähler stärkte und die Position des gewählten Landtages und die Regierung insgesamt schwächte, schlugen sich Parteiapparat und FBP-Mandatare – oft in Gegensatz zu vorher geäusserten Positionen – auf die Seite der Befürworter dieser Bestrebungen. Die Bevölkerung befürwortete die Verfassungsänderung im März 2003 mehrheitlich. Bei den Parlamentswahlen 2005 verlor die FBP ihre absolute Mehrheit im Parlament, blieb aber stimmenstärkste Partei Liechtensteins. Zusammen mit der Vaterländischen Union (VU) bildete sie eine Koalitionsregierung.

Bei den Landtagswahlen am 8. Februar 2009 wurde die FBP von der VU als stärkste Partei abgelöst. Regierungschef Otmar Hasler erklärte daraufhin seinen Rücktritt. Nachfolger Haslers wurde der VU-Politiker Klaus Tschütscher. Bei der Landtagswahl 2013 konnte die FBP trotz Verlusten von 3,5 Prozent wieder stimmenstärkste Partei werden und stellt deshalb in der aktuellen Regierungskoalition mit Adrian Hasler wieder den Regierungschef sowie zwei weitere Regierungsräte.

FBP-Regierungschefs seit 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name
1921–1922 Josef Ospelt
1928–1945 Josef Hoop
1945–1962 Alexander Frick
1962–1970 Gerard Batliner
1974–1978 Walter Kieber
1993–1993 Markus Büchel
2001–2009 Otmar Hasler
Seit 2013 Adrian Hasler

Zeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Liechtensteiner Volksblatt

Das Liechtensteiner Volksblatt wurde 1878 gegründet und steht in einem "Naheverhältnis" zur Fortschrittlichen Bürgerpartei. Das Volksblatt ist die älteste und nach dem Liechtensteiner Vaterland die zweitgrösste Zeitung in Liechtenstein.

Innere Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Parteipräsident hat den Vorsitz über die Partei. Dieser wird bei der alljährlichen Generalversammlung gewählt. Die beiden Vizepräsidenten sind den zwei Wahlkreisen zugeteilt, dem Wahlkreis Oberland und dem Wahlkreis Unterland. Der Fraktionssprecher vertritt die Partei gegen aussen.

Die FBP erhält drei Sektionen:

  • Junge FBP: Die Junge FBP nimmt die Anliegen der jungen Generation wahr und stellt ein Zusammenschluss jugendlicher Mitglieder der FBP dar.
  • Frauen in der FBP: Dieser Verband vertritt die Interessen der weiblichen Parteimitglieder.
  • Senioren in der FBP: Diese Sektion besteht aus den Seniorengruppen der einzelnen Ortsgruppen und vertritt die Anliegen von diesen.[2]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FBP wird von vier Gremien geleitet:

  • Das höchste Gremium bildet der Parteitag. In diesem werden beispielsweise die Richtlinien zur Politik der FBP verabschiedet und die Kandidaten für Landtag und Regierung nominiert. Er setzt sich aus den Mitgliedern der Fortschrittlichen Bürgerpartei zusammen. Der ordentliche Parteitag findet in der Regel jährlich statt.
  • Das zweithöchste Gremium bildet der Landesvorstand. Dieser besteht aus den Präsidiumsmitgliedern, den Landtags und Regierungsmitgliedern, den Gemeindevorstern, den Ortsgruppenvorsitzenden, den Ehrenmitgliedern sowie aus weiteren Parteiangehörigen, die vom Präsidium aufgenommen wurden. Ihm steht unter anderem die Beschlussfassung über politische und organisatorische Fragen von grosser Tragweite vorbehaltlich der Zuständigkeit des Parteitages oder das Verfassen von Abstimmungsempfehlungen zu.
  • Die Ortsgruppenkonferenz koordiniert die Parteiarbeit auf Landes- und Gemeindeebene und stellt die Kommunikation mit den Parteiorganen auf Landesebene sicher.
  • Das Parteipräsidium stellt die Exekutive der Partei dar, leitet diese und vertritt sie nach aussen.[2]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FBP sieht sich als "wertekonservative Mitte-Rechts-Partei". Sie ist die einzige Partei in Liechtenstein die hinter der dualistischen Staatform[3], die auf den gleichwertigen Souveränen Fürst und Volk basiert, steht. Sie setzt sich für eine Politik der sozialen Marktwirtschaft ein. Die Partei richtet sich nach christlichen Werten und zielt auf einen schlanken aber leistungsfähigen Staat ab, als Basis für effizientes und effektives staatliches Handeln.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präsidium | FBP Liechtenstein. In: www.fbp.li. Abgerufen am 29. September 2016.
  2. a b FBP: FBP Statuten. FBP, abgerufen am 30. September 2016 (PDF, deutsch).
  3. Fürst und Volk - Eine liechtensteinische Staatskunde. In: www.fuerstundvolk.li. Abgerufen am 29. September 2016.
  4. FBP: Parteiprogramm FBP. FBP, 28. April 2015, abgerufen am 29. September 2016 (PDF, deutsch).