Franziska Hundseder

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Franziska Hundseder (* 1953) ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Sie lebt in Frankreich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziska Hundseder studierte Romanistik, Germanistik und Psychologie. Sie war Mitarbeiterin des politischen Fernsehmagazins Panorama.[1] Daneben arbeitet sie für den Hörfunk, Zeitungen wie Die Zeit, Zeitschriften wie Stern und Gewerkschaftspublikationen. Ihre Themen als Journalistin und Publizistin sind Qualität der Berichterstattung, Extremismus, Jugend und Gewalt sowie Rechtsextremismus in Deutschland.

Die Veröffentlichung ihres Fotos und ihrer Privatanschrift in der Zeitung Nachrichten des Studentenbundes Schlesien veranlasste die Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke und Gregor Gysi samt Gruppe 1993 zu einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung, welche Kenntnisse sie über die Bedrohung von Journalisten durch Rechtsextremisten habe und in wie vielen Fällen diese Personenschutz erhalten hätten.[2]

1997 wurde Franziska Hundseder zur Vorsitzenden des kommissarischen Bundesvorstands der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) gewählt, im Oktober 1998 wurde sie dju-Bundesvorsitzende.[3] Im selben Jahr wandte sie sich gegen die Pläne der Bundesregierung zum Großen Lauschangriff und erklärte, Deutschland sei schon jetzt „Weltmeister im Abhören“.[4]

In einem Interview mit Spiegel Online wies Franziska Hundseder 2000 auf Defizite in der Berichterstattung über Rechtsextremismus hin. Sie kritisierte, dass Journalisten kaum über rechtsextreme Vereine berichteten. Diese Gruppierungen seien als Vereine eingetragen, erhielten Spenden, die von der Steuer abgesetzt würden; auf diese Weise unterstützten Steuerzahler ungewollt deren Wirken.[5]

Sie gehörte der Jury des Adolf-Grimme-Preises an, war von 1989 bis 2002 Mitglied des Deutschen Presserats und des Hauptvorstands der IG Medien. Aus dem dju-Bundesvorstand schied Franziska Hundseder vor der ersten Bundeskonferenz der dju in ver.di 2003 aus; ihre Nachfolge trat bis zum Bundeskongress in Halle kommissarisch Manfred Protze an.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stichwort Rechtsextremismus. München 1993 ISBN 3-453-06536-0
  • Rechte machen Kasse – Gelder und Finanziers der braunen Szene. München 1995 ISBN 3-426-80047-0 (zweite überarbeitete und ergänzte Auflage ebenfalls 1995)
  • Wotans Jünger – neuheidnische Gruppen zwischen Esoterik und Rechtsradikalismus. München 1998 ISBN 3-453-13191-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografische Angaben auf der Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland (PDF-Datei; 30 kB)
  2. Drucksache 12/4739 vom 16. April 1993 (PDF-Datei; 306 kB)
  3. 50 Jahre gewerkschaftlich organisierte Journalistinnen und Journalisten (PDF-Datei)
  4. SPD lehnt Verschärfung des "Lauschangriffs" ab In: Die Welt online vom 19. September 1998
  5. Die Defizite der Medien-Berichterstattung: Was kann man tun? In: Spiegel online vom 24. August 2000
  6. Eckard Stengel: Stärker Flagge zeigen In: M – Menschen Machen Medien, Ausgabe 4/2003
  7. Archiv der Rhein-Zeitung