Frau Freitag

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Frau Freitag (* 1968; bürgerlicher Name hier unbekannt) ist das Pseudonym einer deutschen Lehrerin, Bloggerin und Buch-Autorin.

Leben[Bearbeiten]

Die Autorin „Frau Freitag“ ist Lehrerin für Englisch und Kunst an einer Integrierten Sekundarschule in Berlin-Neukölln.[1] Laut Tagesspiegel ist sie Berlinerin.[2] In einem Radio Eins-Interview im Juni 2012 bestätigt sie, dass sie in Neukölln arbeitet.

Ihren Beruf bezeichnet die Autorin als den schönsten der Welt. Sie möchte, dass ihre Schüler starke Menschen werden, dass sie in dieser schwierigen Übergangszeit vom Kind zum Erwachsenen zu sich selbst finden, ihre Stärken erkennen und dass sie stolz auf sich sind.[3]

Texte[Bearbeiten]

Seit 2009 schreibt „Frau Freitag“ über ihren beruflichen Alltag in dem Blog Na, wie war’s in der Schule?. Der Blog wurde 2012 täglich durchschnittlich von 4.500 Menschen gelesen.[4] 2011 erschien ihre Blogsammlung als Buch Chill mal, Frau Freitag und stand fünf Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste für Sachbücher in Taschenbuchform.[5]

Der im Juli 2012 veröffentlichte Folgeband Voll streng, Frau Freitag! stand eine Woche lang auf Platz 1 der Bestsellerliste.[6]

Im September 2013 erschien „Frau Freitags“ Buch Echt Easy, Frau Freitag

„Frau Freitag“ beabsichtigt, gemeinsam mit ihrer Freundin „Frl. Krise“ eine Reihe gedruckter Kriminalromane zu veröffentlichen.[7] Als erster Band dieser Reihe erschien im Mai 2013 ein Buch mit dem Titel: Der Altmann ist tot.

Botschaften[Bearbeiten]

Keiner der Schüler, die Frau Freitag unterrichtet (hat), ist für sie ein „Ausländer[8], da ihre Schüler in Deutschland geboren sind und ihre Schulpflicht in Deutschland erfüllen, mithin auf eine Zukunft in Deutschland vorbereitet werden. Die Idee, Besonderheiten und Defizite monokausal auf die Herkunft eines Schülers zurückzuführen, hält sie für ebenso abwegig, als wenn das Versagen von Kollegen mit der „Oma aus einem bayrischen Dorf“ begründet würde.[9]

Authentizität der Erzählungen[Bearbeiten]

Zur Aufrechterhaltung ihrer Anonymität hat „Frau Freitag“ einige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen:

  • Die Ich-Erzählerin wird in den Büchern auch von Freunden nicht mit ihrem Vornamen angesprochen.
  • Die Namen der Schüler sind geändert; sie werden grundsätzlich nicht mit ihrem Nachnamen bezeichnet.
  • Die Namen von Kollegen und „Schulfremden“ werden nicht genannt bzw. sind ebenfalls Pseudonyme.
  • Damit Leser nicht an Berlin denken, fährt die Ich-Erzählerin in Chill mal, Frau Freitag Bus statt U-Bahn.

Unklar ist, wie hoch der Anteil an Erfundenem in ihren Blogs und in ihren Büchern ist. So erklärt „Frau Freitag“ in ihren Blogs gelegentlich nachträglich zuvor Veröffentlichtes zur Fälschung[10] oder „stilistischen Übung“.[11] Focus Schule urteilt über „Frau Freitag“ und ihre Freundin „Frl. Krise“: „Die anonymen Bloggerinnen sind sich für keinen Seelen-Striptease zu schade, springen aber auch mit ihren Schützlingen nicht zimperlich um. Da wird gelästert, was in die Tasten geht, und zumindest Frl. Krise und Frau Freitag bedienen genüsslich jedes Vorurteil über bildungsferne Schichten an einer großstädtischen Gesamtschule. Ob Volkan wirklich so unverschämt ist, Leila so link, Hamid so faul? Vielleicht ja, vielleicht reine Fiktion.“[12]

Zitat[Bearbeiten]

Freitag: "Sarrazin, weiß jemand wer das ist?" Yusuf: Sarrazin ist doch so eine Säure". (aus Chill mal, S. 253).

Rezeption[Bearbeiten]

Beim Gesamtwerk von „Frau Freitag“ handelt es sich um einen Blogroman.[13]

Sylvia Meise bewertet das Buch als Realsatire,[14] ebenso Angelika Reiser-Fischer. Monika Funk hält den Roman für „amüsant, ehrlich, aufschlussreich“, die Frauenzeitschrift Freundin für „Zum Schreien komisch!“,[15] Karoline Laarmann für „ehrlich, warmherzig und turbulent“.[16]

Ein Vertreter des Schulministeriums in Nordrhein-Westfalen bewertet „Frau Freitags“ Vorgehen als riskant: Die Meinungs- und Pressefreiheit werde für Lehrer begrenzt durch „die Loyalitätspflicht, die Pflicht zur Mäßigung, Amtsverschwiegenheit und das Verbot der Flucht in die Öffentlichkeit“. Die Beschränkung gelte sowohl für angestellte Lehrer als auch für Beamte. Ein hessischer Ministeriumssprecher warnt: Sind die Schüler identifizierbar, „kann sich eine Lehrkraft strafbar machen. Privatgeheimnisse dürfen sie nicht öffentlich enthüllen“.[17]

Schriften[Bearbeiten]

Hörbuch

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeff Gomez: Die erzählerische Singularität. Geschichten erzählen im digitalen Zeitalter. In: Zukunft des Publizierens. Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 41–42/2012, 8. Oktober 2012, S. 15–21. (online)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografische Angaben bei Ullstein
  2. Interview im Tagesspiegel vom 16. Juni 2012.
  3. West.art Talk, Sendung des WDR vom 13. März 2011.
  4. Frau Freitag zeigt, wie aus kreativen Blogs erfolgreiche Buchprojekte werden. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 11. September 2012.
  5. Einzelansicht bei „Buchreport“, Stand: 21. Oktober 2012.
  6. Einzelansicht bei „Buchreport“, Stand: 21. Oktober 2012.
  7. Rowohlt Verlag: [ http://www.rowohlt.de/autor/Frau_Freitag.3050417.html Frau Freitag]
  8. fraufreitag: Dieses Ausländerding. 20. Juni 2009
  9. fraufreitag:Es gibt keine Ausländer in Deutschland!. 8. Dezember 2009
  10. fraufreitag: WAS DAS?. 10. März 2011.
  11. fraufreitag: Was hallo???. 16. Mai 2010.
  12. Lehrer-Blogs – Warum der ganze Aufwand? In: Focus Schule. 2/2012.
  13. wordpress.com: Blogromane, echt jetzt.
  14. Sylvia Meise: Satire über das Lehrer-Dasein: Frau Freitag spioniert in der Schule. In: Frankfurter Rundschau. 8. September 2011.
  15. Wiedergabe von Rezensionen auf der Seite der Ullstein Verlage
  16. Karoline Laarmann: Skandale und Randale. auf: einslive.de, 21. März 2011.
  17. Mathias Hamann: Bloggende Lehrer – „Gymnasium kann doch jeder“. auf: Spiegel-online. (Schulspiegel), 16. März 2011.
  18. Voll streng, Frau Freitag. Neues aus dem Schulalltag auf: NDR Kultur Juli 2012