Friedhof Neuhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Winthirfriedhof

Der Friedhof Neuhausen, auch: Winthirfriedhof, befindet sich in der Winthirstraße 15 im Münchner Stadtteil Neuhausen neben der Winthirkirche. Seine Anfänge reichen bis in die Spätgotik. Er ist heute rund 2.800 Quadratmeter groß. Es gibt etwa 180 Grabstätten. Benannt ist er nach dem lokal verehrten „seligen Winthir“. Auf dem Winthirfriedhof sind zahlreiche berühmte Persönlichkeiten beerdigt.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabkreuz von Sigi Sommer am Winthirfriedhof

Der Friedhof ist klein und verfügt nur über neun Grabfelder. Hier liegen auch einige bekannte Personen, die in der Münchner Geschichte eine Rolle gespielt haben – wie Oskar von Miller, der das Deutsche Museum gründete, Joseph Anton Sambuga, der Erzieher von König Ludwig I., der Journalist und Kolumnist Sigi Sommer, der mit der Figur des „Blasius“ berühmt wurde und den Bestseller „Und keiner weint mir nach“ verfasste, und Fritz Rieger – Pianist, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker und Generalmusikdirektor.[1]

Auf diesem Friedhof kann nur begraben werden, wer zum Todeszeitpunkt seit mindestens 30 Jahren in den Neuhauser Stadtbezirksvierteln 9.12, 9.13, 9.14, 9.16 sowie 9.61 gelebt hat oder wenn die verstorbene Person eine Berühmtheit ist, die sich um die Stadt München besonders verdient gemacht hat.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ins Jahr 1315 datiert die erste urkundliche Erwähnung des Winthirfriedhofs. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die gotische Kirche errichtet, die noch heute einen Bestandteil des Chors stellt. 1597 hat man Winthirs Grab in den Kirchenbau integriert. Seitdem hatte die Kirche im Volksmund den Namen „Winthirkircherl“. Matthäus Rader beschreibt Winthir und seine Geschichte ausführlich in der Bavaria Sancta von 1614.

1882 wurde Neuhausen selbstständige Pfarrei und „Maria Himmelfahrt“, wie die Kirche zu diesem Zeitpunkt hieß, die Ortskirche. 1897 wurde der heutige Westfriedhof (München) gebaut, da der alte Dorffriedhof zu klein geworden war. Der östliche Teil des Winthirfriedhofs wurde in diesem Zeitraum aufgelassen. Die Reste dieses Bereiches wurden 2014 im Vorfeld von Baumaßnahmen ausgegraben.

Heute werden dort vor allem Personen beerdigt, die sich um die Landeshauptstadt München verdient gemacht haben.

Grabstätten bekannter Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabstätte Oskar von Millers auf dem Winthirfriedhof
Märchengruppe

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um mich ist Heimat : der alte Winthirfriedhof in Neuhausen – ein Stück Münchner Kulturgeschichte, Geschichtswerkstatt Neuhausen, ISBN 3-931231-08-9.
  • Lioba Betten – Thomas Multhaup: Die Münchner Friedhöfe – Wegweiser zu Orten der Erinnerung, MünchenVerlag, München 2019, ISBN 978-3-7630-4056-8, S. 108–109

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Winthirfriedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedhof Neuhausen auf www.muenchen.de (1)
  2. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.sie-lebte-jahrzehnte-in-neuhausen-stadt-verweigert-104-jaehriger-ihr-wunsch-grab.5a07a8f1-2b9a-4fc4-856a-a5dd9d6751a7.html

Koordinaten: 48° 9′ 18″ N, 11° 31′ 48″ O