Friedrich Fellenberg (Lebensreformer)

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Friedrich Fellenberg, auch Fellenberg-Egli (* 11. Oktober 1867; † 9. Juni 1952) war ein deutsch-schweizerischer Lebensreformer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Fellenberg wuchs als Sohn von Albert Fellenberg (1838–1913) und Mina geb. Stender († 1915) in Opladen (Landkreis Solingen) auf.[1] In jungen Jahren brustleidend soll es Fellenberg gelungen sein, durch Befolgung der Lehren des Naturarztes Heinrich Lahmann seine Gesundheit wiederherzustellen.[2] In der Folge gab er seine Stelle bei einer Versicherungsgesellschaft auf und war bei Sebastian Kneipp in Wörishofen und bei Lahmann in Dresden tätig.

1892 gründete Fellenberg in Zürich das vegetarische Restaurant Pomona, das er gemeinsam mit seiner Schwester führte. Zudem war er Mitbegründer der 1893 gegründeten Obstbaugenossenschaft Heimgarten in Bülach. 1895 verheiratete er sich mit Louise Egli aus Hittnau. Dem Paar wurden in Erlenbach die Kinder Friedrich Wilhelm Adolf (1899) und Waltraut Dorothea Anna (1908) geboren.

1898 gründete er in Erlenbach Fellenbergs Naturheilanstalt. Im selben Jahr wurde er Vizepräsident des Naturheilvereins Zürich, nachdem er zuvor bereits Quästor des Vereins gewesen war. 1906 wurde er 1. Vorsitzender der neu gegründeten «Vegetarischen Gesellschaft Zürich».

Nach der Schliessung seiner Naturheilanstalt eröffnete er in Zürich ein Heilbad (Herbazidbad) an der Selnaustrasse 3. Fellenberg veröffentlichte verschiedene Schriften und gab 1901/1902 die Monatsschrift Heimatsklänge als Monatsschrift für Vegetarisch-soziale Gesundheitspflege auf christlicher Grundlage heraus (seit der Nr. 2 Monatsschrift für Vegetarisch-soziale Gesundheitspflege), bei der er auch für einen Grossteil der Beiträge verantwortlich zeichnete.

Franz Kafka, der im September 1911 Gast seines Erlenbacher Sanatoriums war, nennt Fellenberg im Zuge seiner Äusserungen zur Physiognomik.[3]

Veröffentlichungenen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kolonie Heimgarten. Entstehungsgeschichte, Werdegang und Gründe für den Verfall. Berlin 1908.
  • Blutarmut, Bleichsucht und Fettleibigkeit. Erlenbach 1902.
  • Die gebräuchlichsten Anwendungen des Naturheilverfahrens für den Hausgebrauch. Vortrag. 1902.
  • Das goldene Zeitalter. 1902.
  • Licht-, Luft- und Sonnenbäder. Erlenbach 1901.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rebecca Niederhauser: "Gemütliche Abende, Vorlesungen und Diskussionen" – Friedrich Fellenberg-Egli und die Vegetarische Gesellschaft Zürich um 1900. In: Tierisch! Das Tier und die Wissenschaft – Ein Streifzug durch die Disziplinen (Zürcher Hochschulforum Band 55), 2016, S. 73–82.
  • Sabina Roth: Im Streit um Heilwissen. Zürcher Naturheilvereine anfangs des 20. Jahrhunderts. In: Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte = Société suisse d'histoire économique et sociale, 2011, 9 (9), S. 111–137. online
  • Hartmut Binder: Kafkas Welt : eine Lebenschronik in Bildern. Rowohlt, Reinbek 2008, S. 235, 243.
  • Rebecca Niederhauser: «Sich bei Gemüse und Obst amüsieren und in Wasser toastieren?» Vegetarismus in Zürich. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde, 1991, 107(1), S. 1–34. online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Kuprecht: Die Naturheilanstalt Fellenberg. In: Karl Kuprecht, Walter Imhof: Erlenbach. Geschichte einer Zürichseegemeinde. Erlenbach 1981. S. 56.
  2. Notiz zum 70. Geburtstag von Fellenberg, in: Neue Zürcher Zeitung, 11. Oktober 1937, Blatt 3, Nr. 1821.
  3. Elisabeth Lack: Kafkas bewegte Körper – Die Tagebücher und Briefe als Laboratorien von Bewegung. (Dissertation, Freie Universität Berlin.) Fink, München 2009, S. 80. online