Friedrich Karl von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein

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Friedrich Karl von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (* 23. Februar 1766 auf Schloß Wittgenstein bei Bad Laasphe, † 8. April 1837) war ein deutscher Fürst aus dem Hause Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Karl wurde 1766 als Sohn von Johann Ludwig Graf von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1740–1797) und dessen Frau Friederike Louise Charlotte, geborene Gräfin von Pückler-Limpurg (1746–1772) geboren.

Er hatte 7 Geschwister:

  • Hedwig Christiane Luise (* 23. März 1762; † 11. Juli 1828)
  • Auguste Friderike Caroline (* 27. Februar 1763 in Wittgenstein, † 20. April 1800 in Wächtersbach), ∞ am 26. April 1789 in Wittgenstein mit Ludwig Maximilian Graf von Isenburg-Büdingen-Wächtersbach
  • Caroline (* 13. September 1764 in Wittgenstein; † 28. April 1833 in Meerholz),∞ am 29. März 1785 in Wittgenstein mit Karl Graf von Ysenburg-Büdingen-Meerholz
  • Friderike Wilhelmine (* 26. März 1767 in Wittgenstein; † 20. Dezember 1849), ∞ am 22. Januar 1798 in Wittgenstein mit Carl Ludwig von Salm-Grumbach
  • Louise (* 6. September 1768 in Wittgenstein, † 19. Juni 1828 in Rheda), ∞ am 26. Mai 1791 in Wittgenstein mit Emil Friedrich Karl Graf zu Bentheim-Tecklenburg
  • Sophie Caroline (* 1769, † 1818) Can. des Wallensteinischen Stifts in Hessen
  • Wilhelm Ludwig Georg (* 9. Oktober 1770 in Wittgenstein; † 11. April 1851 in Berlin), Oberhofmeister, Oberkammerherr, Minister, Gesandter

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1772 heiratete sein Vater am 9. November 1772 deren jüngere Schwester Wilhelmine Henriette Caroline Gräfin von Pückler und Limpurg (* 30. August 1746, † 20. März 1800). Aus dieser Ehe gingen 4 weitere Kinder hervor:

  • Wilhelmine Elisabeth Caroline (* 2. September 1773 in Wittgenstein, † 7. Mai 1856 in Frankfurt am Main), ∞ mit Friedrich Christian Wilhelm von Bentheim-Tecklenburg
  • Friedrich Ludwig Christian (* 1777; † 1806), Holländischer Hauptmann im 5. Bataillon von Waldeck, Kurhessischer Lieutenant im Husaren-Regiment
  • Johann Franz Carl Ludwig (* 1779; † 1815), ∞ 1804 mit Karoline von Rohde (* 1784, † 1821)
  • Adolph Ernst Cornelius Alexander (* 1783; † 1856), Oberkammerherr, Gesandter

Am 27. März 1796 trat er die Nachfolge seines Vaters an und heiratete 5 Tage später am 1. Juni 1796 Friederike Prinzessin zu Schwarzburg-Sondershausen (* 4. Oktober 1774). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:

  • Friedrich Wilhelm (* 29. Juni 1798 in Wittgenstein; † 15. November 1868 ebenda)
  • Alexander (* 16. August 1801 in Wittgenstein; † 7. April 1874 in Wittgenstein), ∞ am 3. Juni 1828 in Rheda Amalie von Bentheim-Tecklenburg
  • Emma Hedwig Auguste Caroline Friderike Louise Sophie Wilhelmine (* 11. Dezember 1802; † 6. März 1862 auf Emmaburg) ∞ am 16. Juni 1844 Curt von Bose (1808–1884)
  • Agnes (* 27. Juli 1804 in Wittgenstein; † 10. August 1866), ∞ am 1. November 1822 mit Otto Graf von Blome, in zweiter Ehe ∞ am 31. Oktober 1828 mit Moritz Kasimir von Bentheim-Rheda (1795–1872)

Nach dem Tod seiner ersten Frau am 26. Juli 1806 ging er am 4. April 1807 mit Luise Henriette Langenbach (1790–1864) eine morganatische Ehe ein, aus der drei weitere Kinder hervorgingen:[1]

  • Christiane Friederike (* 1808),
  • Karl Franz Adolf (1809–1866), Eisenhüttenbesitzer
  • Caroline Albertine (* 1811),
  • Ludwig (* 1813),
  • Friederike (1817–1906), ∞ 1839 mit Friedrich von und zu Gilsa, († 1886 auf Oberhof Gilsa), Königlich Preußischer Generalmajor,
  • Friedrich Wilhelm (* 1821),
  • Adolf Emil Alexander (1822–1892), Königlich Preußischer Oberförster

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Karl studierte ab März 1788 zusammen mit seinem Bruder Wilhelm Rechtswissenschaften an der Universität Marburg.

Friedrich Karl trat am 27. März 1796 die Nachfolge seines Vaters. Am 20. Juni 1801 wurden Friedrich Karl und seine Brüder Wilhelm Ludwig Georg und Johann Franz Carl Ludwig 1801 in den Reichsfürstenstand erhoben, nahmen den Fürstentitel aber aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der Grafschaft erst 1804 offiziell an.[2] Der Bruder Wilhelm Ludwig Georg regierte das Fürstentum nur nominell mit. Der jüngste Bruder Adolph Ernst Cornelius Alexander wurde am 11. Mai 1813 in den großherzoglich hessischen Fürstenstand erhoben.[3]

Im Jahr 1806 wurde die Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein zusammen mit Sayn-Wittgenstein-Berleburg mediatisiert und gehörte ab diesem Zeitpunkt zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt.[4]

Fürst Friedrich geriet durch Spekulationen in Verschuldung. 1810 wurde deshalb eine „Großherzoglich Hessische zur Regulierung des Fürstlich Wittgenstein-Wittgensteinischen Schulden-Wesens und zur Administration des Fürstlichen Haus-Vermögens angeordnete Commission“ eingesetzt.[4] Unter Leitung des Solmser Kammerdirektors Karl Wilhelm von Kopp und des Fürsten Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein gelang es der Kommission bis 1816, die Schulden von 984 000 Gulden auf 620 000 Gulden zu reduzieren.[5]

1816 wurde das Fürstentum Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein Preußen (Provinz Westfalen) zugeschlagen.[4] Am 27. März 1824 erhielt er eine Virilstimme im ersten Stand des Provinziallandtages der Provinz Westfalen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Karl zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein wurde der Königlich Preußische Rote Adler-Orden verliehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sayn-Wittgenstein u. Hohenstein, Friedrich Carl Fürst zu. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 28. November 2011)
  2. H.-B. Spies: Sayn-Wittgenstein, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 482–483 (Onlinefassung), abgerufen am 28. Juni 2015
  3. L. v. Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon: oder genealogische und diplomatische Nachrichten von den in der preussischen Monarchie ansässigen oder zu derselben in Beziehung stehenden fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und adeligen Häusern, Band 4 P–Z. Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 345.
  4. a b c Eintrag der Grafschaft Wittgenstein auf der Homepage Genwiki
  5. http://wiki-de.genealogy.net/Grafschaft_Wittgenstein/Archiv_Wittgensteinsche_Debit-_und_Administrationskommission