Großherzogtum Hessen

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Großherzogtum Hessen
Wappen Flagge
Wappen des Großherzogtums Hessen Flagge des Großherzogtums Hessen ab 1866
Lage im Deutschen Reich
Lage des Großherzogtums Hessen im Deutschen Kaiserreich
Landeshauptstadt Darmstadt
Regierungsform Monarchie (bis 1820 absolute Monarchie, danach konstitutionelle Monarchie)
Staatsoberhaupt Großherzog
Dynastie Haus Hessen
Bestehen 18061918
Fläche 9.300 km² (1806)[1]
8.345 km² (1815) geoinform
7.682 km² (ab 1866)
Einwohner 854.300 (1865)
1.282.051 (1910) geoinform
Bevölkerungsdichte 102 Einwohner/km² (1865)
167 Einwohner/km² (1910)
Entstanden aus Landgrafschaft Hessen-Darmstadt
Aufgegangen in Volksstaat Hessen
Hymne Fürstenhymne
Stimmen im Bundesrat 3 Stimmen
Kfz-Kennzeichen VO, VR, VS
Karte
Hessen-Darmstadt 1815–1866

Das Großherzogtum Hessen, auch Großherzogtum Hessen-Darmstadt genannt, bestand von 1806 bis 1919. Es ging 1806 aus dem Reichsfürstentum der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt hervor. Die regierenden Fürsten entstammten dem Haus Hessen und führten nach der Erweiterung ihres Herrschaftsgebietes um die linksrheinischen Gebiete in Anlehnung an die ehemalige Pfalzgrafschaft bei Rhein den Titel Großherzog von Hessen und bei Rhein. Haupt- und Residenzstadt war Darmstadt; andere wichtige Städte waren Mainz, Offenbach, Worms und Gießen.

Das Großherzogtum war von 1815 bis 1866 ein Mitgliedstaat des Deutschen Bundes. Mit seinen nördlich des Mains gelegenen Gebieten gehörte es von 1867 bis 1870 dem Norddeutschen Bund an und war von 1871 bis 1919 ein Gliedstaat des Deutschen Kaiserreichs. Bei Entstehung der Weimarer Republik wurde es in den Volksstaat Hessen umgewandelt, einen Vorläufer des heutigen Landes Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rechtsrheinische Teil des Großherzogtums erstreckte sich vom Süden und der Mitte des heutigen Landes Hessen bis fast nach Frankenberg in Nordhessen, der linksrheinische im heutigen Land Rheinland-Pfalz. Neben den großen Ebenen von Rhein (Hessisches Ried), Main und Wetterau gehörten auch Mittelgebirge wie der Vogelsberg, das sogenannte Hessische Hinterland und der Odenwald zum Staatsgebiet.

Das Staatsgebiet grenzte

Hessen-Homburg fiel 1866 als Erbe an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, musste aber noch im gleichen Jahr an Preußen abgetreten werden. Ebenso wurden der Kreis Biedenkopf und das Hessische Hinterland von Preußen annektiert. Zusammen mit den ebenfalls 1866 von Preußen kassierten Staaten Kurhessen, Herzogtum Nassau und der Freien Stadt Frankfurt bildeten diese Gebiete ab 1868 die neue preußische Provinz Hessen-Nassau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Großherzogtums 1806–1808
Großherzogtum Hessen 1812
Großherzogtum Hessen ab 1866

Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde von Napoleon zum Großherzogtum erhoben. Landgraf Ludwig X. von Hessen-Darmstadt stilisierte sich nun Großherzog Ludewig I. (mit einem extra „e“) und verkündete mit einem Erlass vom 13. August 1806[2] nicht nur das für ihn erfreuliche Ereignis, sondern auch welche Territorien er aufgrund der Rheinbundakte eingesammelt hatte. Hintergrund war, dass der nunmehrige Großherzog – noch als Landgraf – versucht hatte, sich unter dem Schutz Preußens von Frankreich abzuwenden, eine Politik, die aber spätestens nach der Schlacht bei Austerlitz auf den Untergang der Landgrafschaft zusteuerte. In letzter Minute konnte der Landgraf sich Napoleon noch als Truppenlieferant andienen.[3] Zusammen mit 15 anderen Staaten trat die Landgrafschaft aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aus und dem Rheinbund bei. Neben der Rangerhöhung zum Großherzogtum wurde der Großherzog mit Gebietsgewinnen belohnt. Dabei ist aber zu beachten, dass alle jetzt gewonnenen Gebiete zwar seiner staatlichen Hoheit unterlagen, aber die Souveränitätsrechte der bisherigen Landesherren, die größeren nun Standesherren, zu einem erheblichen Teil weiter erhalten wurden. Im Einzelnen gewann das Großherzogtum 1806:

Während die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt vor den Gebietsgewinnen noch in ihren rechtsrheinischen Gebieten etwa 210.000 Einwohner gehabt hatte[19], waren es nach 1806 etwa 546.000. Zugleich erreichte das Großherzogtum damals seine flächenmäßig größte Ausdehnung mit etwa 9.300 km² (166 Quadratmeilen).[20]

Am 24. April 1809 verfügte Napoléon die Auflösung des Deutschen Ordens. Aus dessen Bestand erhielt das Großherzogtum[21]

1808 bis 1810 wurde erwogen, den Code civil als im ganzen Großherzogtum Hessen einheitlich geltendes Recht einzuführen. Dann wurde die Diskussion aber von der konservativen, gesellschaftliche Änderungen ablehnenden Regierung unter Friedrich August von Lichtenberg unterbunden.[22]

Am 11. Mai 1810 schlossen das Großherzogtum und das Kaiserreich Frankreich einen Staatsvertrag[23] mit dem Frankreich Gebiete, die es 1806 Kurhessen abgenommen hatte, an das Großherzogtum weiter gab. Der im Mai geschlossene Vertrag wurde von Napoléon aber erst am 17. Oktober 1810 unterschrieben.[24] Das hessische Besitzergreifungspatent datiert vom 10. November 1810.[25] Das Großherzogtum erwarb auf diesem Wege

Das Amt Babenhausen wurde dem Fürstentum Starkenburg, alles Andere dem Fürstentum Oberhessen zugeordnet.

Im Herbst 1810 kam es zu einem Dreiecksgeschäft zwischen Frankreich, Hessen und dem Großherzogtum Baden. Baden stellte eigene Gebietsteile zur Disposition von Frankreich, das diese dann mit einem Staatsvertrag vom 11. November 1810[27] an das Großherzogtum Hessen weitergab.[28] Das hessische Besitzergreifungspatent datiert auf den 13. November 1810[29] und umfasste

Wiener Kongress und Folgezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 trat das Großherzogtum dem Deutschen Bund bei.

Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde dem Großherzog von Hessen als Entschädigung für das an Preußen abgetretene Herzogtum Westfalen eine Fläche des ehemaligen Departements Donnersberg mit 140.000 Seelen zugesprochen.[30] Durch die von der Herrschaft der Hundert Tage, der Rückkehr Napoleons aus dem Exil, ausgelösten Turbulenzen schlossen Österreich, Preußen und das Großherzogtum Hessen erst am 30. Juni 1816 den Staatsvertrag, der das Nähere regelte. Inhaltlich war er umfangreicher als das in Wien im Vorjahr Beschlossene.[31] Es kam zu weiteren Grenzberichtigungen und dem Tausch kleinerer Gebiete mit Nachbarstaaten, so mit dem Kurfürstentum Hessen und dem Königreich Bayern. Die Territorialveränderungen von 1816/1817 stellten sich für das Großherzogtum wie folgt dar[Anm. 5]:

Gebietsgewinne:

Gebietsverluste:

Die Besitzergreifungspatente sind auf den 8. Juli 1816 datiert, wurden aber erst am 11. Juli 1816 veröffentlicht.[45]

Verfassung von 1820[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Großherzogtum bestand durch die vorausgegangenen Gebietsgewinne aus zahlreichen, unterschiedlich verfassten Gebietsteilen. Eine Verfassung, die den neuen Staat einheitlicher gestaltete, war dringend erforderlich, um die unterschiedlichen Landesteile zu integrieren. Darüber hinaus forderte Art. 13 Deutsche Bundesakte eine „Landständische Verfassung“.[46] Der Großherzog, Ludewig I., sträubte sich und wird mit den Worten zitiert, dass Landstände (also ein Parlament) „in einem souveränen Staate […] unnötig, unnütz und in mancher Hinsicht gefährlich“ seien.[47] Aber 1816 wurde gleichwohl eine dreiköpfige Gesetzgebungskommission damit beauftragt, eine Verfassung und weitergehende Gesetze auszuarbeiten, der Peter Joseph Floret und Karl Ludwig Wilhelm von Grolman angehörten.

Im März 1820 veröffentlichte Staatsminister Grolman eine vorläufige „Landständische Verfassung“, die als großherzogliches Edikt veröffentlicht und aufgrund deren der erste Landtag gewählt wurde.[48] Am 17. Dezember 1820 wurde die Verfassung des Großherzogtums Hessens erlassen.[49]

Revolution 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge der Märzrevolution 1848 wurde der rheinhessische Liberale Heinrich von Gagern Ministerpräsident des Großherzogtums. Er vertrat die rheinhessischen Gebiete auch in der Frankfurter Nationalversammlung, deren Präsident er zeitweise war.

Es kam 1848 auch umfangreich zu Verwaltungsreformen. So wurden sowohl die drei Provinzen als auch alle Kreise aufgelöst und beide Ebenen durch eine einheitliche mittlere Verwaltungsebene, Regierungsbezirke, ersetzt.[50] Mit dem Sieg der konservativen Kräfte wurde die Reform in der Reaktionsära 1852 wieder rückgängig gemacht und Kreise und Provinzen wiederhergestellt. Dies wurde in einigen Fällen aber auch dazu genutzt, Korrekturen gegenüber der vorrevolutionären Kreiseinteilung vorzunehmen.[51]

Krieg von 1866 und Konsequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Niederlage im Deutschen Krieg musste Hessen-Darmstadt im Friedensvertrag vom 3. September 1866 erhebliche Gebietsverluste gegenüber Preußen zugestehen. Die durch den Vertrag gewonnenen Gebiete wogen den Verlust vom Umfang her kaum auf. Es handelte sich überwiegend um Enklaven der von Preußen annektierten Staaten innerhalb des großherzoglich hessischen Gebietes. Im Einzelnen waren das[52]:

Gebietsverluste
Gebietsgewinne

Die Gebietsverluste betrugen 82 km², die Gebietsgewinne knapp 10 km².[53] Alle Gebietsgewinne – abgesehen von Rumpenheim – lagen in oder an der Provinz Oberhessen und wurden ihr zugeschlagen. Als einziges südmainisch gelegenes Dorf kam Rumpenheim dagegen zur Provinz Starkenburg.

Eine weitere Konsequenz aus dem Friedensvertrag von 1866 war, dass sämtliche nördlich des Mains gelegenen Landesteile, also

dem Norddeutschen Bund beitraten.[54]

Reichsgründung 1871[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Reichsgründung 1871 wurde das Großherzogtum Bundesstaat des Deutschen Reichs.

Ende 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Erstem Weltkrieg und Novemberrevolution wurde Großherzog Ernst Ludwig am 9. November 1918 vom Darmstädter Arbeiter- und Soldatenrat abgesetzt.[55] Der Großherzog entband 1919 die hessischen Beamten von ihrem Amtseid, den sie auf ihn geleistet hatten[56], dankte aber nie ab.[Anm. 9] Das bisherige Großherzogtum wurde zum republikanisch verfassten Volksstaat Hessen.

Staat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der am 17. Dezember 1820 eingeführten Verfassung des Großherzogtums Hessen beendete Großherzog Ludwig I. den Absolutismus in seinem Staat zugunsten einer konstitutionellen Monarchie. Die Position des Großherzogs blieb aber stark.

Der Großherzog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großherzog war das Staatsoberhaupt, das „alle Rechte der Staatsgewalt“ innehatte,[57] und seine Person war „heilig und unverletzlich“.[58] Er leitete die Exekutive.

Großherzog von bis Residenzschloss Darmstadt
Das Residenzschloss der Großherzöge in Darmstadt
Ludwig I.
(seit 1790 Landgraf Ludwig X.)
14. August 1806 6. April 1830
Ludwig II. 6. April 1830 16. Juni 1848
Ludwig III. 16. Juni 1848 13. Juni 1877
Ludwig IV. 13. Juni 1877 13. März 1892
Ernst Ludwig 13. März 1892 9. November 1918

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Großherzogtum stellte sich von Beginn an das Problem, aus sehr unterschiedlichen Teilen zusammen gesetzt zu sein. Selbst der Kernbestand, die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, bestand schon aus zwei unterschiedlichen Teilen, den „alt-hessischen“ und der Obergrafschaft Katzenelnbogen. Hinzu kamen die Erwerbungen durch die Säkularisation und den Reichsdeputationshauptschluss 1803, durch den Beitritt zum Rheinbund 1806 und die ehemals französischen Gebiete Rheinhessens nach dem Wiener Kongress 1816. Über fast das gesamte 19. Jahrhundert erstreckte sich nun der Prozess, die divergierenden Strukturen zu vereinheitlichen und zu modernisieren. Einen gewissen Abschluss fand das, als das extrem zersplitterte Partikular-Zivilrecht[59] zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.

Bei den Gebietsübernahmen zwischen 1803 und 1816 setzte das Großherzogtum zunächst auf die überkommenen Strukturen und behielt sie bei. Das bedeutete in den beiden rechtsrheinischen Provinzen, dass dort die untere staatliche Ebene in Ämtern organisiert war, in Rheinhessen dagegen die französische Verwaltungsstruktur mit Kantonen beibehalten, zum Teil aber mit deutschsprachigen Bezeichnungen belegt wurde.

Unterste Verwaltungsebene waren die Gemeinden.

Oberste Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberste Ebene der Verwaltung war die Regierung in Darmstadt.

Obere Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die erste feste Querung zwischen dem links- und dem rechtsrheinischen Teil des Großherzogtums: Die Südbrücke Mainz von 1862

Das Großherzogtum besaß zunächst die drei Provinzen

1816 fiel die Provinz Westfalen an Preußen. Das Großherzogtum erhielt im Tausch

  • Rheinhessen, Sitz der Verwaltung: Mainz (hauptsächlich linksrheinische Gebiete).

Starkenburg und der überwiegende Teil Rheinhessens waren durch den Rhein getrennt, ohne dass es zunächst überhaupt eine feste Flussquerung gab. Die erste feste Rheinbrücke war die (heute so genannte) Mainzer Südbrücke, die im Zuge der Bahnstrecke Mainz – Darmstadt – Aschaffenburg 1862 in Betrieb ging.

Zwischen den Provinzen Oberhessen und Starkenburg lag ausländisches Territorium, zunächst das Kurfürstentum Hessen und die Freie Stadt Frankfurt, ab 1866 Preußen. Diese innerstaatliche Segmentierung beeinflusste auch die wirtschaftliche Entwicklung des Großherzogtums.

Untere Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1806 bis 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Provinzen Oberhessen und Starkenburg bestanden weiter die historisch überkommenen Ämter. Sie waren eine Ebene zwischen den Gemeinden und der Landesherrschaft. Die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung waren hier nicht getrennt. Dem Amt stand ein Amtmann vor, der von der Landesherrschaft eingesetzt wurde.

Die Ämter hatten völlig unterschiedliche Größen und Zuschnitte. Zudem waren einige von Ihnen noch mit standesherrlichen Rechten durchsetzt, sogenannte „Souveränitätslande“. Dort hatte der Staat nicht einmal den vollen hoheitlichen Durchgriff und war deshalb bestrebt, diese Rechte abzulösen. Die Gebiete, die dem Staat direkt unterstanden, wurden im Gegensatz dazu als „Dominiallande“ bezeichnet.

Verwaltungsreform 1820 bis 1822[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Provinzen Starkenburg und Oberhessen wurde ab 1820 eine umfassende Verwaltungsreform durchgeführt, bei der die ehemaligen Ämter aufgelöst wurden. Überwiegend geschah das 1821[60], in einigen standesherrlichen Gebieten mit Verzögerung bis 1823. Mit dieser Reform wurden zugleich auf unterer Ebene Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Für die bisher in den Ämtern wahrgenommenen Verwaltungsaufgaben wurden Landratsbezirke geschaffen, für die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichte.

In der Provinz Rheinhessen wurden die aus der französischen Verwaltungsstruktur stammenden Kantone als Gerichtsbezirke der Friedensrichter zunächst beibehalten. Ansonsten gab es dort – anders als in den anderen beiden Provinzen – keine Ebene zwischen der Provinzialregierung und den Bürgermeistereien.[61]

Verwaltungsreform 1832 / 1835[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinzen Starkenburg und Oberhessen wurden 1832 in Kreise eingeteilt. In der Regel wurden dabei mehrere Landratsbezirke zu einem Kreis zusammengefasst.[62] Die anders strukturierte, noch von der französischen Tradition geprägte Verwaltung von Rheinhessen blieb vorerst unangetastet, folgte dann aber drei Jahre später, 1835.[63] Damit hatte das ganze Großherzogtum erstmals eine einheitlich strukturierte Verwaltung auf unterer Ebene. Ausgenommen blieben nur einige Gebiete, in denen nach wie vor die Standesherren ihre patrimonialgerichtsherrlichen Rechte wahrnahmen. Dort bestanden weiter auch Landratsbezirke.

Revolution 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Folge der Revolution von 1848 wurden – den Forderungen der Revolutionäre nachkommend – am 31. Juli 1848 die Provinzen und Kreise zugunsten der Errichtung von elf Regierungsbezirken aufgegeben. Diese Regierungsbezirke waren[64]:

Diese Reform wurde in der Reaktionszeit nach der Revolution grundsätzlich rückgängig gemacht. Die frühere Gliederung in Provinzen wurde wiederhergestellt und es wurde eine flächendeckende Einteilung in 26 Kreise geschaffen. Die dem Staat im Zuge der Revolution anheimgefallenen Rechte der Gerichts- und Standesherren[65] behielt er aber ein, konstituierte deren Landratsbezirke nicht neu, sondern formte analog zu der Organisationsform im übrigen Staat Kreise.[66]

Ab 1852[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese 1852 geschaffene Struktur der Verwaltungsgliederung hatte bis zum Ende des Großherzogtums bestand. Durch die Gebietsverluste und -gewinne in der Folge des Krieges 1866 und eine weitere Verwaltungsreform 1874 änderte sich die Zahl der Kreise nochmals, die prinzipielle Struktur aber blieb bestehen.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon zu noch landgräflichen Zeiten besaß Hessen-Darmstadt eine stehende Armee. Diese wurde im Großherzogtum beibehalten und ausgebaut. 1866 / 1871 wurden deren Verbände in die preußische Armee eingegliedert.

Die Landstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Kammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verfassung des Großherzogtums Hessen von 1820 sah ein Zweikammersystem vor: Die Erste Kammer bestand aus den Prinzen des regierenden Hauses, den Häuptern standesherrlicher Familien, dem Erbmarschall – in Hessen war das seit 1432 der jeweilige Senior der Familie Riedesel Freiherren zu Eisenbach –, dem örtlich zuständigen römisch-katholischen Bischof, also in der Regel dem Bischof von Mainz, einem vom Großherzog auf Lebenszeit in das Amt eines Prälaten erhobenen Geistlichen der Evangelischen Landeskirche in Hessen, dem Kanzler der Landes-Universität oder dessen Stellvertreter sowie bis zu zehn Staatsbürgern, denen der Großherzog aufgrund besonderer Verdienste einen Sitz in der Kammer verlieh.[67] Voraussetzung, um den Sitz in der ersten Kammer einnehmen zu können, war die Vollendung des 25. Lebensjahres.[68]

Zweite Kammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zweite Kammer bestand aus gewählten Abgeordneten. Das Wahlgesetz wurde im Laufe der Zeit mehrfach geändert. Ein wichtiger Schritt war dabei im Zuge der Märzrevolution, dass im Oktober 1850 ein Dreiklassenwahlrecht nach preußischem Vorbild eingeführt wurde, was das Wahlsystem zugunsten des Großbürgertums änderte.[69] Im Laufe des knappen Jahrhunderts, in dem das Großherzogtum als konstitutioneller Staat bestand, zeichnete sich im Wahlrecht eine Tendenz zur Verbürgerlichung und – in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens – ein Abrücken vom Zensuswahlrecht ab.

Judikative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtsprechung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung zog sich in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und dann im Großherzogtum über einen Zeitraum von fast 70 Jahren hin und entwickelte sich von oben nach unten. Es begann damit, dass 1747 ein von der Verwaltung unabhängiges Oberappellationsgericht Darmstadt eingerichtet wurde.[70]

Im nächsten Schritt wurden – wohl 1803 – Hofgerichte als unabhängige Gerichte auf der Ebene der mittleren Instanz in Darmstadt und Gießen geschaffen.[Anm. 10]

Den Abschluss fand die Entwicklung, als 1821 die Ämter aufgelöst, für die zuvor von ihnen wahrgenommenen Aufgaben der Verwaltung Landratsbezirke und für die von ihnen bis dahin wahrgenommenen Aufgaben erstinstanzlicher Rechtsprechung Landgerichte eingerichtet wurden.[71] In der Provinz Rheinhessen war die Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung von Anfang an gegeben, da die Provinz als ehemals französisches Territorium weit fortschrittlichere Einrichtungen der Rechtspflege mitbrachte und auch behielt.

Als letzter Schritt dieser Entwicklung kann die Spaltung des Großherzoglich Hessischen Ministeriums des Innern und der Justiz in ein Innen- und ein Justizministerium 1848 betrachtet werden.

Ab 1879 wurden die Gerichtsverfassung auch im Großherzogtum Hessen weitgehend durch Reichsrecht gestaltet. Als heute deutschlandweit einzigartig blieben die Ortsgerichte bestehen.[72] Die Einrichtung wurde sogar nach 1945 auf das ganze Bundesland Hessen ausgedehnt.

Materielles Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zivilrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Großherzogtum war durch eine kleinteilige Rechtszersplitterung geprägt. Hier galt das Gemeine Recht, in den meisten Gebietsteilen aber von Partikularrecht überlagert. Einzige Ausnahme stellte das Gebiet dar, in dem – auch nach dem Übergang von Frankreich an das Großherzogtum – französisches Recht galt. Im Einzelnen war das

Diese Rechtszersplitterung war dafür prädestiniert, vereinfacht und angeglichen zu werden. So kam es von 1836 bis 1853 zu intensiven Erörterungen über die Reform und Vereinheitlichung des Zivilrechts, eine Diskussion, die sogar bis zu einer Erörterung in den Landständen führte. Vorgabe war Art. 103 der Verfassung[101] von 1820. Die Überlegungen geschahen in vier aufeinander folgenden Schritten:

Die Veröffentlichungen geschahen durch Ministerialerlass. Aber nur das Personenrecht schaffte es bis zur Beratung in die Landstände. Bedenken gegen das Vorhaben kamen einerseits aus Rheinhessen, wo die Rechtsanwender auf jeden Fall am modernen Code Civil festhalten wollten. Widerstand kam aber auch von denen, die befürchteten, dass ein großherzoglich-hessisches Zivilrecht dem viel größeren Wurf einer ganz Deutschland umfassenden Kodifikation hinderlich sein könnte. So verlief die Angelegenheit nach 1853 im Sand und das kleinteilige überkommene Recht galt im Großherzogtum bis zur Einführung der reichsweit geltenden Kodifikationen, insbesondere des Bürgerlichen Gesetzbuches zum 1. Januar 1900.[102]

Strafrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Großherzogtum Hessen wendeten bei seiner Entstehung die Gerichte im Strafrecht nach wie vor die Constitutio Criminalis Carolina („Peinliche Halsgerichtsordnung“) aus der Regierungszeit Kaiser Karls V. von 1532 an. In grassem Gegensatz dazu galt in der französisch geprägten Rheinprovinz, als diese 1816 dem Großherzogtum einverleibt wurde, der moderne Code pénal von 1810. Diese Unterschiede innerhalb des gleichen Staates waren kaum zu vermitteln.[103] Erste Konsequenz war das Gebot aus Art. 103 der Verfassung von 1820: „Für das ganze Großherzogthum soll ein Strafgesetzbuch eingeführt werden“[104] Aber es dauerte: Erst 1839 konnte das Ministerium den Landständen einen Entwurf vorlegen. Maßgeblich daran beteiligt waren Justin von Linde und Moritz Breidenbach.[105] Aus diesem Entwurf resultierte schließlich das Strafgesetzbuch von 1841[106], das am 1. April 1842 in Kraft trat. Die Todesstrafe war – auch gegenüber dem Code pénal – weiter zurückgenommen, auf Körperstrafen und Ehrlos-Erklärung als Strafe wurde komplett verzichtet. Der Schwerpunkt lag nun auf den Freiheitsstrafen.[107] Das Gesetz war so modern und zeitgemäß, dass es von benachbarten Staaten übernommen wurde: 1849 vom Herzogtum Nassau (bei gänzlichem Wegfall der Todesstrafe), ab 1857 in der Freien Stadt Frankfurt und 1859 in der Landgrafschaft Hessen-Homburg (einschließlich des Oberamts Meisenheim).[108] Abgelöst wurde dieses Strafrecht dann durch das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich, erlassen am 15. Mai 1871 und am 1. Januar 1872 in Kraft getreten.[109]

Prozessrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zivilprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein einheitliches Zivilprozessrecht erhielt das Großherzogtum erst mit dem entsprechenden Reichsgesetz 1877. Bis dahin wurde der Zivilprozess linksrheinisch, in Starkenburg, vom französischen Recht, rechtsrheinisch, in Oberhessen und Starkenburg, von der hessischen Prozessordnung vom 2. Mai 1724[110] bestimmt. Obwohl Art. 103 der Verfassung von 1820 den Auftrag enthielt, eine einheitliche Prozessordnung für den gesamten Staat zu schaffen, kam das nie zustande: Die linksrheinischen Rechtsanwender wollten ihr fortschrittliches, französisches Zivilprozessrecht[Anm. 13] nicht aufgeben, den rechtsrheinischen Hessen ging so viel Fortschritt zu weit. Ein Kompromiss kam so – trotz mehrerer Entwürfe – nie zustande.[111]

Strafprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Rechtsrheinisch

Das Strafprozessrecht beruhte rechtsrheinisch auf der Peinlichen Gerichtsordnung von 1726. Danach lief der Prozess überwiegend schriftlich ab. Das Urteil fällte die Provinzialregierung, die bei schweren Körper- oder der Todesstrafe die Genehmigung des Landesherren einzuholen hatte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich das zum reinen, geheimen Inquisitionsprozess entwickelt, was dem Beschuldigten eine Verteidigung sehr erschwerte.[112]

1822 wurden rechtsrheinisch die bis dahin zuständigen „Peinlichen Gerichte“ aufgehoben und die Kriminalsenate der Hofgerichte wurden zuständig.[113]

1865 erhielten die beiden rechtsrheinischen Provinzen ein neues Strafprozessrecht[114], dass aber bei weitem nicht die Standards erreichte, die seit 1808 in Rheinhessen galten. So war das Verfahren bei den Landgerichten nach wie vor schriftlich.[115]

Linksrheinisch

Linksrheinisch dagegen wurde wieder nach modernem, französischem Recht verfahren. Es galt das französische Strafverfahrensrecht, der Code d'instruction criminelle von 1808.[116] Hier galten Mündlichkeit, Öffentlichkeit und Unmittelbarkeit des Hauptverfahrens, die freie Beweiswürdigung und es gab Schwurgerichte.[117] Je nach schwere der Straftat, die der Code pénal in verschiedene Klassen einteilte, war für Übertretungen das Polizeigericht unter Leitung des örtlichen Friedensrichters, bei Vergehen das Zuchtpolizeigericht – das war für ganz Rheinhessen das Kreisgericht Mainz – und bei Verbrechen die Assise (Schwurgericht) zuständig. Die Assise setzte sich aus dem Präsidenten des Kreisgerichts Mainz, vier weiteren Richtern dieses Gerichts und zwölf Geschworenen zusammen.[118] Die Laienrichter entschieden in einem ersten Teil der Urteilsfindung über Tatsachenfragen, das Urteil selbst fällten dann nur die fünf beteiligten Juristen.[119]

Staatssymbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Großherzogliche Verordnung vom 9. Dezember 1902 wurde das 1808 eingeführte Wappen ersetzt. Der Schild ist zweimal gespalten und zweimal geteilt. Der Herzschild zeigt den mit einem Schwert bewaffneten hessischen Löwen. Von (heraldisch) rechts oben nach links unten werden im Schild neun Felder für folgende ehemaligen, nun eingegliederten Herrschaften gezeigt:

Kleines Staatswappen des Großherzogtums Hessen
  1. Landgrafschaft Hessen
  2. Reichsfürstentum Mainz
  3. Reichsfürstentum Worms
  4. Grafschaft Ziegenhain
  5. Kleines Staatswappen des Großherzogtums Hessen
  6. Grafschaft Katzenelnbogen
  7. Fürstentum Isenburg
  8. Grafschaft Hanau
  9. Grafschaft Nidda

Die fünf Spangenhelme tragen (ebenfalls heraldisch von rechts) die Helmzierden zum 4., 2., 1., 6. und 8. Feld. Zwei gekrönte Löwen dienen als Schildhalter.

Das Großherzogliche kleine Staatswappen besteht aus dem als Feld 5 bezeichneten Schild, der ebenfalls von zwei Löwen gehalten wird. Von den goldenen Ornamenten hängen folgende Orden herab: Der Großherzoglich Hessische Ludwigsorden mit einem achtspitzigen, schwarzen, rotbordierten und goldgesäumten Kreuz. Dieser wurde am 25. August 1807 von Großherzog Ludwig von Hessen-Darmstadt gestiftet. Die Verleihung des Großkreuzes war auf fürstliche Personen sowie auf das Prädikat „Exzellenz“ führende höchste Würdenträger beschränkt. Daneben ist der Großherzoglich Hessische goldene Löwenorden zu sehen. Schließlich noch der Großherzoglich Hessische Philippsorden, der am 1. Mai 1840 von Großherzog Ludwig II. von Hessen-Darmstadt als „Verdienstorden Philipp des Großmütigen“ zum Andenken an den von 1509 bis 1567 regierenden Ahnherrn gestiftet wurde. Der Orden konnte zur Belohnung besonderer Verdienste an Zivil- und Militärpersonen verliehen werden. Der alles überschirmende Purpurbaldachin ist mit einem edelsteinbesetzten Reif geschmückt und trägt eine königliche Krone.

Fürstenhymne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fürstenhymne, deren Melodie derjenigen von God Save the Queen beziehungsweise Heil dir im Siegerkranz entsprach, lautete unter dem letzten Großherzog – der Text musste bei jedem Regierungs- und Namenswechsel des Regenten selbstverständlich angepasst werden:[120]

Heil unserm Fürsten, Heil, Heil Hessens Fürsten, Heil
Ernst Ludwig Heil!
Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir flehn zu Dir:
Segne ihn für und für
Ernst Ludwig Heil!

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standesherren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mediatisierten Standesherren genossen aufgrund der Rheinbundakte von 1806 und dem Abschlussprotokoll des Wiener Kongresses von 1815 erhebliche Sonderrechte und übten vielfach in den von ihnen zuvor regierten Gebieten weiterhin Hoheitsrechte aus. Dies kollidierte selbstverständlich mit dem staatlichen Anspruch auf das Gewaltmonopol. Das Verhältnis wurde deshalb in mehreren Rechtsakten geregelt, sowohl allgemein gültigen als auch bilateralen Abmachungen zwischen einzelnen Standesherren und dem Staat. Die letzten Hoheitsrechte der Standesherren wurden im Großherzogtum erst 1858 beseitigt. Ihre gesellschaftliche Sonderstellung aber behielten sie bis zum Ende der Monarchie 1918.

Rechtliche Regelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verhältnisse der Standesherren wurden im Großherzogtum Hessen durch eine Reihe gesetzlicher Regelungen bestimmt. Neben der Rheinbundakte und dem Abschlussprotokoll Wiener Kongresses waren das:

  • Deklaration über die staatsrechtlichen Verhältnisse der Standesherrn des Grossherzogtums vom 1. August 1807[121]
  • Nachtrag [zu der vorgenannten Deklaration] durch Verordnung vom 20. Juni 1808 [122]
  • Edict, die standesherrlichen Rechts-Verhältnisse im Grossherzogtum Hessen betreffend vom 27. März 1820[123]
  • Verfassung des Großherzogtums Hessen vom 17. Dezember[124]
  • Gesetz vom 3. August 1848, die Verhältnisse der Standesherrn und adeligen Gerichtsherrn betreffend[125]
  • Gesetz vom 18. Juli 1858, betreffend die staatsrechtlichen Verhältnisse des Standesherren des Großherzogthums[126]

Darüber hinaus gab es Abmachungen zwischen einzelnen Standesherren und dem Staat. Dazu zählen:

  • Declaration, die staatsrechtlichen Verhältnisse der Freiherrn Riedesel zu Eisenbach betreffend vom 13. Juli 1827[127]

Standesherren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standesherren mit standesherrlichem Besitz im Großherzogtum Hessen waren[128]:

Dazu kam ritterschaftlicher Adel, der Gerichtshoheit (Patrimonialgerichtsbarkeit) ausübte:

Gemeinsame Einrichtungen der Standesherren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Häuser Isenburg und Stolberg betrieben eine Gesamt-Justizkanzlei in Büdingen, die für ein Gebiet zuständig war, in dem 27.883 Einwohner lebten.

Die fürstlichen und gräflichen Linien Solms führten eine gemeinschaftliche Justizkanzlei in Hungen[130], die für ein Gebiet von 23.000 Einwohnern zuständig war.

Die Häuser Löwenstein-Wertheim und Erbach hatten eine Gesamt-Justizkanzlei in Michelstadt für ein Gebiet mit 30.954 Einwohnern.

Protokollarische Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Standesherren stand zu

  • die Aufnahme für sich und ihre Familien in das Fürbittengebet. Dort waren sie nach dem Großherzog und seiner Familie zu nennen.
  • das Prädikat Herr in allen Erlassen von Behörden an die Standesherren.

Rechtliche Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Standesherren standen zu

  • ein besonderer Gerichtsstand: Persönliche Angelegenheiten, insbesondere Familienangelegenheiten der Standesherren, wurden in erster Instanz vor den Hofgerichten in Darmstadt und Gießen verhandelt.
  • die Rechtsprechung in ihren vormaligen Herrschaftsgebieten in Zivilsachen in erster und zweiter Instanz weiter auszuüben. Strafprozesse wurden hingegen vor Provinzial-Hofgerichten in Darmstadt und Gießen verhandelt.
  • hoheitliche Rechte in der Forst-, Kirchen- und Schulverwaltung sowie im Bereich der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung.
  • die Militärdienstbefreiung. Andererseits durften Standesherren, aber mit großherzoglicher Erlaubnis, in fremden Militärdienst treten.

Einkünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einkünfte aus Steuern und Abgaben, wie sie bis 1806 bei den nunmehrigen Standesherren anfielen, wurden nun zwischen ihnen und dem Staat geteilt.[128] Dem Großherzogtum standen demnach zu:

Den Standesherren verblieben[128]:

  • Alle Besitzungen, auch diejenigen, die vor der Mediatisierung Reichslehen waren,
  • alle bisher bezogenen Zehnten, Grundzinsen und Gülten,
  • alle aus der Hörigkeit fließenden Einkünfte,
  • alle bisherigen Gefälle aus Bergwerken, Forsten, Jagden und Fischerei,
  • die Gebühren, die bisher standesherrliche Diener bezogen,
  • die Weg- und Brückengelder öffentlicher Wege für deren Instandhaltung,
  • die herrschaftlichen Frohnden und eventuell daraus fälligen Ablösezahlungen,
  • die Zollbefreiung für den Verbrauch der standesherrlichen Haushaltung und
  • die Befreiung von Weg- und Chausseegeldern in ihren Standesherrschaften.

Jüdische Gemeinden und Judenemanzipation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdischen Gemeinden des Großherzogtums waren in einem Verband mit der Bezeichnung „Israelitische Religionsgemeinschaft“ (nach 1918: „Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessen“) zusammengefasst. Die Zusammensetzung der Vorstände der Einzelgemeinden und deren Vermögensverwaltung war durch staatliche Vorschriften und Aufsicht geregelt. Zuständig war das jeweilige Kreisamt.[131]

Samson Rothschild war der erste Lehrer jüdischen Glaubens, der im Großherzogtum 1874 an einer städtischen Volksschule, in Worms, als Lehrer angestellt wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoll[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Großherzogtum Hessen hatte 1828 mit dem Preußisch-Hessischen Zollverein eine Zollunion mit Preußen geschaffen, die 1834 im Deutschen Zollverein aufging.

Währung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 Kronenthaler Großherzog Ludewigs I.

Mit der Säkularisierung und Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss und dem Rheinbund gingen auch die Münzrechte der aufgehobenen Territorien unter. Dies betraf im hessischen Raum das Bistum Fulda, die fürstlichen und gräflichen Häuser Isenburg, Solms und Erbach und die Burg Friedberg. Im Spätsommer 1806 wurden die letzten Münzen der Burg Friedberg geprägt (auch wenn das Großherzogtum Hessen bereits 1804 Friedberg besetzte). Nun besaß nur noch das Großherzogtum selbst das Münzregal für sein Gebiet, einzige Münzstätte war Darmstadt. In Darmstadt wurden anfangs auch die Münzen für das Herzogtum Nassau und für Hessen-Homburg geprägt.

Das Großherzogtum war Mitglied im Süddeutschen Münzverein und prägte Gulden- und Kreuzer-Münzen. Diese waren aufgrund des Dresdner Münzvertrages an die norddeutsche Talerwährung gebunden. Das Großherzogtum Hessen prägte daher seit 1839 Doppeltaler und seit 1857 Vereinstaler-Münzen.

Aufgrund des Gesetzes vom 30. Juli 1848 gab die Schuldentilgungskasse des Großherzogtums Hessen 1848 Banknoten unter dem Namen „Grundrentenscheine“ heraus. Gemäß dem Gesetz über Grundrentenscheine aus dem Jahr 1848 wurden Scheine im Nennwert von 1, 5 und 10 Gulden und 1849 mit 35 und 70 Gulden herausgegeben. Nachdem in Philadelphia (USA) Fälschungen dieser Noten hergestellt und in Umlauf gebracht worden waren, wurde 1864 eine neue Emission von Papiergeld über 4,3 Millionen Gulden herausgebracht (Gesetz vom 26. April 1864). Daneben hatte die Bank für Süddeutschland 1855 eine großherzoglich Hessische Konzession als Privatnotenbank erhalten.[132][133]

1874/75 wurde die Währung reichseinheitlich auf die Mark umgestellt. Die Prägestätte Darmstadt prägte nun unter dem Münzzeichen „H“ noch bis 1882 die neuen Münzen, bevor der Betrieb hier eingestellt wurde.

Maße und Gewichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1818 galten in den einzelnen Landesteilen eine große Zahl unterschiedliche Maße und Gewichte. Es gab allein 40 unterschiedliche Ellen und mehrere hundert unterschiedliche Ruten. Daraus resultierten ebenso viele unterschiedliche Flächenmaße. Teilweise galten für unterschiedliche Waren oder Geschäfte unterschiedliche Gewichts- und Maßsysteme, etwa für Bäcker und Metzger.[134]

Christian Eckhardt wurde damit beauftragt die landesweite Vereinheitlichung der Systeme zu konzipieren.[135] Das neue System erlangte mit dem 1. Juli 1818 Gültigkeit. Statt allerdings das moderne, französische, metrische System einzuführen, das in der Provinz Rheinhessen in der Zeit ihrer Zugehörigkeit zu Frankreich dort bereits gegolten hatte, entschlossen sich die Beteiligten zu einem Kompromiss. Der war vor allem dem Bedenken geschuldet, dass die Bevölkerung der Reform im Alltag nicht folgen werde. Bedenken gab es auch, ob in der täglichen Praxis die 10er-Sprünge des Dezimalsystems nicht zu weit auseinander lägen.[136] Der Kompromiss sah folgendermaßen aus: Fuß und Zoll wurden beibehalten, der Fuß aber so definiert, dass er exakt ¼  Meter, also 25 cm, entsprach. Dieser Fuß war in 12 Zoll eingeteilt, ½ Zoll entsprach so ungefähr einem Zentimeter. Alle anderen Hohlmaße und Gewichte wurden – wie im Metrischen System auch – daran angehängt:

  • 2,5 Zoll³ = 15,625 Kubikzoll war die Grundeinheit für die Hohlmaße
  • 1 Kubikzoll Wasser wog damit 15,625 g = 1 Loth
    • 32 Loth = 1 Pfund = 500 g
    • 100 Pfund = 1 Zentner
    • 32 Kubikzoll = 1 Hessischer Schoppen = ½ Liter

Ausnahmen von diesem allgemeinen System bestanden weiter für Apotheken, Edelmetalle und Juwelen.[137]

Umgesetzt wurde das System durch eine Reihe von Rechtsvorschriften:

  • Die Verordnung über die neuen Maße und Gewichte im Großherzogtum Hessen vom 10. Dezember 1819[138] legte die Längen-, Flächen- und Hohlmaße sowie die Gewichte fest und konstituierte die Eichverwaltung im Großherzogtum.
  • Es folgten eine Reihe technischer Verordnungen.[139]
  • Weitere Verordnungen traten im Laufe der Zeit hinzu. Sie regelten Details oder Fragen, die sich in der praktischen Anwendung ergeben hatten.[140]

In der Praxis setzte sich das neue System – trotz seines Kompromisscharakters – nur langsam durch und die Obrigkeit musste weitere Zugeständnisse machen. Mit dem Gesetz, die Anwendung des neuen Maß- und Gewichtssystems betreffend vom 3. Juni 1821[141] wurde es Privatleuten, die kein Gewerbe oder keinen Handel betrieben, freigestellt, jedes beliebige Maßsystem zu verwenden (also auch die althergebrachten Einheiten).[142]

Am 17. August 1868 veröffentlichte der Norddeutsche Bund eine neue Maß- und Gewichtsordnung, die zum 1. Januar 1872 in Kraft trat und das metrische System eingeführte. Das Großherzogtum gehörte allerdings nur mit seiner Provinz Oberhessen zum Norddeutschen Bund. Um zu verhindern, dass nach dem 1. Januar 1872 im Land zwei unterschiedliche Maßsysteme galten, wurde dieses neue System mit dem Gesetz, die Einführung der für den Norddeutschen Bund erlassenen Maß- und Gewichtsordnung in den nicht zum Norddeutschen Bund gehörigen Teilen des Großherzogtums betreffend[143] auf das ganze Land ausgedehnt.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof der Hessischen Ludwigsbahn in Darmstadt
Doppelwappen an einer Lokomotive der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft

Erste private Initiativen zum Bau eines Eisenbahnnetzes, das die Strecken Frankfurt–Darmstadt–Heidelberg und eine Zweigstrecke nach Mainz vorsah, scheiterten 1838, weil die Gesellschaft, die sich dafür gründete, das Kapital nicht aufbringen konnte. Der Staat weigerte sich, in das Projekt einzusteigen.[144] Schon hier zeigt sich, wie in der Folge weiter, dass das Großherzogtum eigentlich keine stringente Eisenbahnpolitik betrieb, sondern später lediglich bei einzelnen Projekten half oder auch selbst als Eisenbahnunternehmer auftrat, ohne ein umfassendes Konzept zu verfolgen.

Während die Provinz Starkenburg mit der Main-Neckar-Bahn recht früh eine zentrale Eisenbahnanbindung erhielt und die Provinz Oberhessen durch die Main-Weser-Bahn wenigstens randlich erschlossen wurde – an beiden Bahnen hielt das Großherzogtum Anteile und sie wurden als Kondominalbahnen betrieben – wurde der Eisenbahnbau für die dritte Provinz, Rheinhessen, durch die private Hessische Ludwigsbahn vorgenommen, die sich zu einer der größten deutschen Privatbahnen entwickelte. Sie unterhielt ein dichtes Netz von Strecken in den Provinzen Rheinhessen, Starkenburg und darüber hinaus. Über die Stammstrecke Mainz–Worms(–Ludwigshafen) wurde ab 1853 Frankreich an das Schienennetz des Großherzogtums angebunden, was die Exportwirtschaft des Großherzogtums förderte (→Jambon de Mayence). Die weitere Erschließung der Provinz Oberhessen durch die Eisenbahnen erfolgte durch die Großherzoglich Hessischen Staatseisenbahnen. All diese Bahnen – die Ludwigsbahn war verstaatlicht worden – wurden 1897 in die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft eingebracht.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe von weltweit bekannten Unternehmen bildeten sich im Großherzogtum Hessen gefördert unter anderem von der Großherzoglichen Handelskammer. Schwerpunkte der wirtschaftlichen Tätigkeit waren Darmstadt (z. B. E. Merck) und Mainz (z. B. Werner & Mertz (Erdal), die Sektkellerei Kupferberg, diverse Verlage, darunter Verlag Philipp von Zabern). Durch seine Wurzeln in der kurfürstlichen Luxusgüterherstellung war Mainz führend in der Fabrikation von Firnissen und Lacken (Lackfabrik Ludwig Marx) sowie feinem Leder (Mayer-Michel-Deninger) und der Fabrikation von Luxusmöbeln wie auch Parkett (Bembé). Auch Worms war für seine Lederfabrikation bekannt, „Offenbacher Lederwaren“ sind heute noch ein Begriff. Einen der wichtigsten Industriezweige des Landes bildete die Tabak- und Zigarrenherstellung, die etwa 200 Fabriken betrieb. Friedrich Koch hatte intensive Geschäftsbeziehung in alle Welt und belieferte von Oppenheim aus namhafte pharmazeutische Unternehmen mit Chinin. Aus Mombach wurden durch den Verein für Chemische Industrie, heute Prefere Paraform, Essigsäure, essigsaure Salze und Methylpräparate sowie Eisenbahn- und Straßenbahnwagen durch die Waggonfabrik Gebrüder Gastell geliefert. In Offenbach wurden Anilin- und Alizarinfarben hergestellt und Worms produzierte Wasserglaschemie.[145] Daneben betrieb auch der Staat Unternehmen wie die Großherzoglich hessische Landeslotterie.

Apothekenwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Ludwigs-Kirche in Darmstadt

Georg Moller (1784–1852), führender Architekt und Stadtplaner wurde 1810 Oberbaurat und Hofbaudirektor des Großherzogtums und errichtete eine Reihe öffentlicher Gebäude: Die St.-Ludwigs-Kirche (erster nach-reformatorischer römisch-katholischer Sakralbau Darmstadts), das Landestheater, Luisenplatz mit Ludwigssäule, das Mausoleum auf der Rosenhöhe und die Freimaurerloge – das heutige „Moller-Haus“. Außerhalb der Landeshauptstadt errichtete er im Großherzogtum das Stadttheater der Provinzhauptstadt Mainz und er setzte das Schloss Biedenkopf wieder in Stand.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karolingische Torhalle (Westseite) des Klosters Lorsch

Georg Moller ist unter anderen die Rettung der karolingischen Torhalle in Lorsch zu verdanken, heute ein von der UNESCO anerkanntes Weltkulturerbe. 1818 bewog er Großherzog Ludewig dazu, die erste Denkmalschutzverordnung zu erlassen.

Mit dem Gesetz, den Denkmalschutz betreffend, vom 16. Juli 1902 schuf das Großherzogtum dann auch das erste moderne, kodifizierte Denkmalschutzgesetz Deutschlands.[146]

Jugendstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochzeitsturm und Ausstellungshalle auf der Mathildenhöhe in Darmstadt
Sprudelhof in Bad Nauheim

Großherzog Ernst Ludwig war ein großer Förderer der bildenden Kunst und – im Gegensatz zu den meisten seiner Standesgenossen, etwa Kaiser Wilhelm II., auch moderner Kunst, insbesondere des Jugendstils. Als Enkel der Königin Viktoria hatte er sich bei Besuchen in England mit dem Arts and Crafts Movement vertraut gemacht. 1899 berief er sieben junge Künstler, die in Darmstadt eine Künstlerkolonie bildeten. Er ließ auf der Mathildenhöhe durch den Architekten Joseph Maria Olbrich ein Ateliergebäude errichten, außerdem hatten die Künstler die Möglichkeit, sich eigene Wohnhäuser zu bauen. Neben Olbrich waren das u. a. Peter Behrens, Hans Christiansen und Ludwig Habich. Zwischen 1901 und 1914 fanden vier Ausstellungen zur Kunst des Jugendstils auf der Mathildenhöhe statt. In Bad Nauheim entstand – überwiegend durch diese Künstler – ein einzigartiges Ensemble von Kur-Anlagen: Sprudelhof, Trinkkuranlage, Badehäuser, Parks und die Maschinenzentrale nebst Wäscherei. Da dieses Ensemble heute auch in seinen Details noch weitgehend erhalten ist, prägt es das Stadtbild und macht es zu einem außerordentlichen Gesamtkunstwerk der Zeit um 1910.

Literatur und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch heute hat die „Rechtschreibgrenze“ Auswirkungen: Ortsausgangsschild von „Preußisch-Bösgesäß“ mit dem Hinweis auf das „1 km“ entfernte „Hessisch-Bös-Gesäß“[Anm. 14]

Dem Widerstand gegen das reaktionäre „System du Thil“ entstammen die ersten Werke von Georg Büchner.

Eine bis heute nachwirkende Bedeutung hat der Umstand, dass Hessen-Darmstadt bis Anfang des 20. Jahrhunderts andere Rechtschreibregeln als die benachbarten Länder Preußen und Bayern anwendete. Aus dieser abweichenden Schreibung ergab sich auch für zusammengesetzte Ortsnamen im Großherzogtum eine abweichende Schreibung mit Bindestrich. Daran ist bis heute ihre frühere Zugehörigkeit zu Hessen-Darmstadt zu erkennen. In Preußen wurde zum 1. Januar 1903 die vom Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten neu standardisierte Rechtschreibung für alle preußischen Behörden eingeführt.[147] Da in der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft die Regeln der Preußischen Staatseisenbahnen galten, wurden zusammengesetzte Bahnhofsbezeichnungen nun ohne Bindestrich geschrieben, abweichend von der Schreibung der Ortsnamen, z. B. „Bahnhof Groß Gerau“ und „Groß-Gerau“ oder „Bahnhof Hohensülzen“ und „Hohen-Sülzen“.[148]

Hessisches Landesmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Das Hessische Landesmuseum geht auf eine Stiftung des Großherzogs Ludwig I. aus dem Jahr 1820 zurück, der seine Kunst- und Naturaliensammlung dem Staat schenkte. Die Sammlung war seit dem 17. Jahrhundert von den Landgrafen von Hessen-Darmstadt kontinuierlich aufgebaut worden und konnten in den Folgejahren durch Ankäufe und Schenkungen bedeutend erweitert werden. Zunächst im Schloss untergebracht, wurde deshalb ein eigenes Gebäude zunehmend erforderlich. 1897 wurde auf Veranlassung von Großherzog Ernst Ludwig dem Architekten Alfred Messel, der sich in Berlin mit Ideen zur Planung eines Idealmuseums profiliert hatte, der Auftrag erteilt. Das Museum konnte 1906 seiner Bestimmung übergeben werden.

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Bestand der ehemaligen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde die nach ihrem Gründer benannte Ludwigs-Universität (latinisiert „Ludoviciana“) übernommen, die nun Landesuniversität war.

1877 wurde der Polytechnischen Schule zu Darmstadt der Titel Technische Hochschule zu Darmstadt verliehen, die so zur zweiten Hochschule des Landes wurde (heute: Technische Universität Darmstadt). 1899 wurde ihr das Promotionsrecht zuerkannt.[149]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

  • Ulrich Brand (Schriftleitung): Verordnungen und Gesetzestexte zum Maß- und Gewichtswesen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. 1817–1870 = Bad Emser Hefte zur Maß- und Gewichtskunde 92 = Auszüge aus Friedrich Wilhelm Grimm: Vollständige Darstellung des Maß- und Gewichts-Systems im Großherzogthum Hessen […]. Darmstadt 1840 sowie einige ergänzende Texte bis 1870. Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege e.V. Bad Ems, Bad Ems o. J. ISSN 1436-4603
  • L. Ewald: Beiträge zur Landeskunde. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landes-Statistik (Hg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Jonghaus, Darmstadt 1862.
  • Eckhart G. Franz: Einleitung. In: Georg Ruppel und Karin Müller: Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- undGerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. Historischer Verein für Hessen. Darmstadt 1976
  • Eckhart G. Franz, Peter Fleck, Fritz Kallenberg: Großherzogtum Hessen (1800) 1806–1918. In: Walter Heinemeyer, Helmut Berding, Peter Moraw, Hans Philippi (Hg.): Handbuch der Hessischen Geschichte. Band 4.2: Hessen im Deutschen Bund und im neuen Deutschen Reich (1806) 1815–1945. Die hessischen Staaten bis 1945 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63. Elwert. Marburg 2003. ISBN 3-7708-1238-7
  • Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (Hg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Marburg 1960−1978.
  • Thomas Lange: Hessen-Darmstadts Beitrag für das heutige Hessen = Hessen. Einheit aus der Vielfalt, 3. 2. Auflage. Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Wiesbaden 1998. ISBN 978-3-927127-12-8
  • Rainer Polley: Recht und Verfassung. In: Winfried Speitkamp (Hg.): Bevölkerung, Wirtschaft und Staat in Hessen 1806–1945 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63,1 = Handbuch der hessischen Geschichte 1. Marburg 2010. ISBN 978-3-942225-01-4, S. 335–371.
  • Ulrich Reuling: Verwaltungs-Einteilung 1821–1955. Mit einem Anhang über die Verwaltungsgebietsreform in Hessen 1968–1981. In: Fred Schwind (Hg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Text- und Erläuterungsband. Thorbecke, Sigmaringen 1984. ISBN 3-9212-5495-7
  • Helmut Schmahl: Verpflanzt, aber nicht entwurzelt: Die Auswanderung aus Hessen-Darmstadt (Provinz Rheinhessen) nach Wisconsin im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main (u. a.) 2000 (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte, 1)
  • Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893.
  • Georg Wilhelm Justin Wagner: Allgemeine Statistik des Grossherzogthums Hessen, Darmstadt, C. W. Leske, 1831. (Band 4 bei Hathi Trust, digital library)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Hessen – Quellen und Volltexte
Commons: Grand Duchy of Hesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Fürstentum Sayn-Wittgenstein-Berleburg musste 1816 an Preußen abgetreten werden.
  2. Steinfurth und Wisselsheim (Ewald, S. 56).
  3. Ockstadt (Schmidt, S. 24), der Oberstraßheimer Hof (Schmidt, S. 24) und Messenhausen (Ewald, S. 49).
  4. Der Rest von Heuchelheim gehörte zu Stolberg-Gedern und befand sich damit bereits seit 1806 im Besitz des Großherzogtums.
  5. Soweit nicht anders angegeben aufgrund der Kongressakte des Wiener Kongresses und des Ausführungsvertrages dazu vom 30. Juni 1816.
  6. Dies geschah mit Ausnahme des Gerichts Diebach und der Orte Langenselbold, Lieblos, Meerholz, Spielberg, Wächtersbach und Wolferborn (Schmidt, S. 43, Anm. 136).
  7. Die beiden hessischen Staaten hatten bereits am 29. Juni 1816 darüber einen Vertrag geschlossen, dessen Inhalt in dem Vertrag vom 30. Juni 1816 nochmals wiederholt wurde (Schmidt, S. 41, Anm. 126).
  8. Beim Großherzogtum verblieb nur die vormals zu Hessen-Homburg gehörende Hälfte von Petterweil.
  9. So auch König Ludwig III. von Bayern (siehe Anifer Erklärung) und Fürst Friedrich von Waldeck-Pyrmont. Alle übrigen deutschen Monarchen dankten ab.
  10. Die Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 wird für diesen Vorgang an mehreren Stellen angeführt, ohne dass irgendwo eine Originalfundstelle angegeben wird. Polley: Recht und Verfassung, S. 353, gibt dagegen – ebenfalls ohne Quellenbeleg – an, dass die Hofgerichte erst 1821 eingerichtet worden seien. Im Großherzoglich Hessischen Regierungsblatt des Jahrgangs 1821 findet sich dazu allerdings nichts. Hier sind vielmehr Bescheide des Gerichts abgedruckt, die ein Gericht in voller Tätigkeit belegen.
  11. a b Titel 28 des Solmser Landrechts galt gewohnheitsrechtlich und nicht in vollem Umfang. Er wurde durch ein „Declaratorisches Rescript“ vom 11. September 1773 geändert (Schmidt, S. 108 und Anm. 40).
  12. Zum Geltungsbereich innerhalb des Großherzogtums Hessen siehe die Aufstellung in dem Artikel Pfälzisches Landrecht.
  13. Code de procédure civile von 1806.
  14. Die beiden Ortsschilder stehen ca. 150 Meter auseinander.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz/Fleck/Kallenberg: Großherzogtum Hessen, S. 693 (166 Quadratmeilen).
  2. Im Wortlaut abgedruckt bei: Schmidt, S. 21–23.
  3. Franz/Fleck/Kallenberg: Großherzogtum Hessen, S. 686–690.
  4. Art. 21 Rheinbundakte.
  5. Art. 24 Rheinbundakte.
  6. Ewald, S. 49.
  7. Ewald, S. 48.
  8. Ewald, S. 49.
  9. Ewald, S. 49.
  10. Ewald, S. 49.
  11. Ewald, S. 49.
  12. Ewald, S. 49.
  13. Ewald, S. 56.
  14. Ewald, S. 56.
  15. Ewald, S. 56.
  16. Ewald, S. 56.
  17. Ewald, S. 56.
  18. Ewald, S. 56.
  19. Franz/Fleck/Kallenberg: Großherzogtum Hessen, S. 685.
  20. Franz/Fleck/Kallenberg: Großherzogtum Hessen, S. 693 (166 Quadratmeilen).
  21. Schmidt, S. 30.
  22. Polley: Recht und Verfassung, S. 344.
  23. Text (in französischer Sprache) in: Schmidt, S. 30ff, Anm. 100.
  24. Schmidt, S. 30.
  25. Schmidt, S. 33.
  26. Heuchelheim, Wetteraukreis . In: LAGIS: Historisches Ortslexikon ; Stand: 16. Oktober 2018.
  27. Text (in französischer Sprache) in: Schmidt, S. 34ff, Anm. 114.
  28. Schmidt, S. 34.
  29. Schmidt, S. 38.
  30. Artikel 47 Haupt-Vertrag des zu Wien versammelten Congresses der europäischen Mächte, Fürsten und freie Städte vom 9. Juni 1815, Artikel 97, Seite 96 (Online)
  31. Schmidt, S. 39.
  32. Schmidt, S. 41f.
  33. Schmidt, S. 43, Anm. 138.
  34. Schmidt, S. 43, Anm. 139.
  35. Tauschvertrag vom 29. Januar 1817 (Schmidt, S. 45, Anm. 145).
  36. Schmidt, S. 43, Anm. 140.
  37. Schmidt, S. 40.
  38. Schmidt, S. 40.
  39. Schmidt, S. 41. Einige zunächst davon ausgenommene Dörfer (Laudenbach, Reichartshausen, Umpfenbach und Windischbuchen) wurden dann mit einem Tauschvertrag vom 29. Januar 1817 doch noch an Bayern abgegeben (Schmidt, S. 45, Anm. 145).
  40. Schmidt, S. 41, Anm. 124.
  41. Schmidt, S. 41.
  42. Staatsvertrag vom 30. Januar 1816 (Schmidt, S. 17f und Anm. 61).
  43. Schmidt, S. 41.
  44. Schmidt, S. 41.
  45. Schmidt, S. 44.
  46. Zur Verfassungsdiskussion siehe: Uta Ziegler: Regierungsakten des Großherzogtums Hessen 1802–1820. Band 6 der Quellen zu den Reformen in den Rheinbundstaaten, 2002, ISBN 3-486-56643-1, S. 461 ff.
  47. Ewald Grothe: Konstitutionalismus in Hessen vor 1848. Drei Wege zum Verfassungsstaat im Vormärz. Eine vergleichende Betrachtung. online; abgerufen am 1. Mai 2020.
  48. Eckhart G. Franz: Großherzoglich Hessisch ... 1806–1918. in: Uwe Schulz (Hrsg.): Die Geschichte Hessens. Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0332-6, S. 184.
  49. Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen 17. Dezember 1820. Horst Dreier. Juristische Fakultät der Universität Würzburg. Verfassungsdokumente von der Magna Carta bis ins 20. Jahrhundert. – Ursprünglich veröffentlicht: Hessisches Regierungsblatt 1820, S. 535 ff.
  50. Gesetz, die Organisation der dem Ministerium des Innern untergeordneten Verwaltungsbehörden betreffend vom 31. Juli 1848. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 38 vom 3. August 1848, S. 217–225.
  51. Verordnung die Eintheilung des Großherzogthums in Kreise betreffend vom 12. Mai 1852. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 30 vom 20. Mai 1852, S. 224–228.
  52. Art. XIV, Abs.1, Art. XV Friedensvertrag von 1866, sowie "Beschreibung der Grenzen ..." im Anhang.
  53. Schmidt, S. 46, Anm. 152.
  54. Art. XIV, Abs. 2 Friedensvertrag von 1866.
  55. Manfred Knodt: Die Regenten von Hessen-Darmstadt. Verlag H. L. Schlapp, 2. Auflage, Darmstadt 1977, S. 149.
  56. Preußische und Hessische Eisenbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Preußischen und Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 29. März 1919, Nr. 20. Bekanntmachung Nr. 225, S. 129.
  57. Artikel 4 Abs. 1 der Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen vom 17. Dezember 1820
  58. Artikel 4 Abs. 2 der Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen vom 17. Dezember 1820
  59. Vgl. dazu Schmidt.
  60. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 33 vom 20. Juli 1821, S. 403ff.
  61. Franz: Einleitung, S. 9.
  62. Verordnung die Bildung von Kreisen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend vom 6. Juni 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 74 vom 5. September 1832, S. 561–563.
  63. Verordnung, die Bildung von Kreisen in der Provinz Rheinhessen betreffend vom 4. Februar 1835. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 6 vom 6. Februar 1835, S. 44.
  64. Gesetz, die Organisation der dem Ministerium des Innern untergeordneten Verwaltungsbehörden betreffend vom 31. Juli 1848. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 38 vom 3. August 1848, S. 217–225.
  65. Art. 3 Gesetz, die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren betreffend vom 7. August 1848. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 40 vom 9. August 1848, S. 237–241.
  66. Verordnung die Eintheilung des Großherzogthums in Kreise betreffend vom 12. Mai 1852. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 30 vom 20. Mai 1852, S. 224–228.
  67. Artikel 52 der Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen vom 17. Dezember 1820
  68. Artikel 54 der Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen vom 17. Dezember 1820
  69. Eckhart G. Franz: Darmstadts Geschichte – Fürstenresidenz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte. Darmstadt 1980, ISBN 3-7929-0110-2, S. 306.
  70. Polley: Recht und Verfassung, S. 352.
  71. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 33 vom 20. Juli 1821, S. 403.
  72. § 15 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197–203 (202).
  73. Schmidt, S. 100 und Karte.
  74. Polley: Recht und Verfassung, S. 344f.
  75. Schmidt, S. 100.
  76. Schmidt, S. 100, Anm. 6 und S. 9.
  77. Schmidt, S. 100, Anm. 6 und S. 9, 11.
  78. Schmidt, S. 101.
  79. Schmidt, S. 101.
  80. Schmidt, S. 102.
  81. Schmidt, S. 102f u. Anm. 12.
  82. Schmidt, S. 104, Anm. 21 und S. 46.
  83. Schmidt, S. 105, Anm. 26 und S. 107.
  84. Schmidt, S. 107.
  85. Schmidt, S. 108.
  86. Schmidt, S. 108 und Anm. 38, S. 46 [Nr. 3].
  87. Schmidt, S. 108 und Anm. 38, S. 46 [Nr. 3].
  88. Schmidt, S. 108f.
  89. Schmidt, S. 109, Anm. 43.
  90. Schmidt, S. 109.
  91. Schmidt, S. 109.
  92. Schmidt, S. 15, 17.
  93. Schmidt, S. 109.
  94. Schmidt, S. 110.
  95. Schmidt, S. 111f.
  96. Aufgrund des „Ratschlusses vom 20. August 1726“ der Stadt Frankfurt (Schmidt, S. 112).
  97. Schmidt, S. 75, Anm. 65, und S. 112.
  98. Schmidt, S. 112.
  99. Schmidt, S. 113.
  100. Schmidt, S. 5, Anm. 4, S. 75 und S. 113.
  101. „Für das ganze Großherzogthum soll ein bürgerliches Gesetzbuch, ein Strafgesetzbuch, und ein Gesetzbuch über das Verfahren in Rechtssachen eingeführt werden“.
  102. Polley: Recht und Verfassung, S. 346f.
  103. Polley: Recht und Verfassung, S. 359.
  104. Art. 103 der Verfassung von 1820.
  105. Polley: Recht und Verfassung, S. 359.
  106. Strafgesetzbuch vom 17. September 1841. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 30 vom 13. Oktober 1841, S. 409–519.
  107. Polley: Recht und Verfassung, S. 359.
  108. Polley: Recht und Verfassung, S. 360.
  109. Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich. In: RGBl. 1871, S. 128–203.
  110. Vgl. dazu: Thomas Kischkel: Die Spruchtätigkeit der Gießener Juristenfakultät. Grundlagen – Verlauf – Inhalt. Georg Ohms, Hildesheim 2016. ISBN 978-3-487-15396-4, S. 108 und Anm. 563.
  111. Polley: Recht und Verfassung, S. 354.
  112. Polley: Recht und Verfassung, S. 361.
  113. Polley: Recht und Verfassung, S. 362.
  114. Strafproceßordnung vom 13. September 1865. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 40 vom 16. September 1865, S. 681–790.
  115. Polley: Recht und Verfassung, S. 365.
  116. Polley: Recht und Verfassung, S. 363.
  117. Polley: Recht und Verfassung, S. 364.
  118. Polley: Recht und Verfassung, S. 364.
  119. Polley: Recht und Verfassung, S. 365.
  120. Ulrich Becke: Frittie und Prinzessin Sonnenschein. Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein – ein zerrissener Poet. In: Festschrift. 100 Jahre Dankeskirche Bad Nauheim 1906–2006. Bad Nauheim 2006, S. 25.
  121. Archiv der Grossherzoglich Hessischen Gesetze und Verordnungen. Bd. 1 (1807), S. 95–120.
  122. Schmidt, S. 22, Anm. 68.
  123. Reg. Blatt 2. Februar 1820. S. 134ff
  124. Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen 17. Dezember 1820. Horst Dreier. Juristische Fakultät der Universität Würzburg. Verfassungsdokumente von der Magna Carta bis ins 20. Jahrhundert. – Ursprünglich veröffentlicht: Hessisches Regierungsblatt 1820, S. 535 ff.
  125. Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: Großherzog von Hessen (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237–241 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 42,9 MB]).
  126. Regierungsblatt 1858, S. 329–343.
  127. Regierungsblatt 1827, S. 371–373.
  128. a b c Neueste Länder- und Völkerkunde: Ein geographisches Lesebuch für alle Stände, 22. Band: Mecklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt, Weimar 1823, Seite 358 ff (Online bei google books)
  129. Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Das europäische Staatensystem, nach seinen geographisch-statistischen Hauptverhältnissen. Verlag Hoffmann, 1839, Seiten 353 ff (Online bei google books)
  130. Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Das europäische Staatensystem, nach seinen geographisch-statistischen Hauptverhältnissen. Verlag Hoffmann, 1839, Seiten 353 ff (Online bei google books)
  131. Fritz Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009. ISBN 978-3-8391-0201-5, S. 160.
  132. Albert Pick: Papiergeld. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt und Biermann, Braunschweig 1967, S. 193–196.
  133. Niklot Klüßendorf: Das hessische Münzwesen. Elwert, Marburg an d.er Lahn 2012, ISBN 9783942225168, S. 124–154.
  134. Brand: Verordnungen, S. 1.
  135. Hessisches Landesmuseum Darmstadt (Hg.): Instrumente aus dem Physikalischen Kabinett. 200 Jahre Metrisches System in Hessen = Faltblatt zur gleichnamigen Ausstellung (12. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019). Darmstadt 2018.
  136. Brand: Verordnungen, S. 4.
  137. Verordnung betreffend die Vergleichung des in Deutschland gebräuchlichen Silber-, Gold-, Juwelen- und Apothekergewichts mit dem neuen großherzoglich hessischen Gewicht vom 8. Januar 1819 (Brand: Verordnungen, S. 18–20).
  138. Brand: Verordnungen, S. 8–11.
  139. Ministerialverordnung die gleichförmige Einrichtung und öffentliche Beaufsichtigung der Waagen und Fasseichen betreffend vom 14. September 1818 (Brand: Verordnungen, S. 12f.), die Verordnung die Verfertigung und den Gebrauch der neuen Maße und Gewichte betreffend (Brand: Verordnungen, S. 13–18) und die Verordnung betreffend die Vergleichung des in Deutschland gebräuchlichen Silber-, Gold-, Juwelen- und Apothekergewichts mit dem neuen großherzoglich hessischen Gewicht vom 8. Januar 1819 (Brand: Verordnungen, S. 18–20).
  140. Vgl.: Brand: Verordnungen, S. 22–25.
  141. Brand: Verordnungen, S. 20–22.
  142. Brand: Verordnungen, S. 7.
  143. Brand: Verordnungen, S. 41–44.
  144. Horst Schneider: Die Eisenbahnpolitik des Großherzogtums Hessen in ihren Anfängen. In: Die Bahn und ihre Geschichte = Schriftenreihe des Landkreises Darmstadt-Dieburg 2. Hrsg.: Georg Wittenberger / Förderkreis Museen und Denkmalpflege Darmstadt-Dieburg. Darmstadt 1985, S. 8–15.
  145. Hessen (Großherzogtum: Industrie, Handel und Verkehr). In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 470–470.
  146. Eckhart Franz: „Habe Ehrfurcht vor dem Alten und Mut, das Neue frisch zu wagen!“ Die Denkmalpflege im kulturpolitischen Konzept Großherzog Ernst Ludwigs. In: 100 Jahre Denkmalschutzgesetz in Hessen. Geschichte – Bedeutung – Wirkung. Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1855-2, S. 23–28; Winfried Speitkamp: Entstehung und Bedeutung des Denkmalschutzgesetzes für das Großherzogtum Hessen von 1902. In: 100 Jahre Denkmalschutzgesetz in Hessen. Geschichte – Bedeutung – Wirkung. Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1855-2; Jan Nikolaus Viebrock: Hessisches Denkmalschutzrecht (= Kommunale Schriften für Hessen). 3. Auflage, W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-555-40310-6, S. 9 Rn. 18.
  147. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter vom 6. Dezember 1902, Nr. 68. Bekanntmachung Nr. 575, S. 616.
  148. Vgl.: Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 12. November 1910, Nr. 51. Bekanntmachung Nr. 792, S. 451.
  149. Auftritt des Markenzeichens Dr.-Ing. auf www.tu-darmstadt.de