Friedrich Raßmann

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Christian Friedrich Raßmann (* 3. Mai 1772 in Wernigerode; † 9. April 1831 in Münster) war ein deutscher Schriftsteller, Redakteur und Herausgeber von Zeitungen, Anthologist, Enzyklopädist und Bibliograph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Raßmann war der Sohn des gräflich-stolbergischen Bibliothekars Heinrich Ernst Raßmann. Nach dem Besuch des Lyceums in Wernigerode und der Martinischule in Halberstadt studierte er von 1791 bis 1794 Theologie an der Universität Halle und war danach bis 1797 als Lehrer in Halberstadt tätig, wo Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode damals als Domdechant wirkte. Aus dieser Zeit stammen seine Kontakte zum Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim.

Raßmann war 1803 und 1804 als Redakteur der wöchentlichen Neuen Anzeigen vom Nützlichen, Angenehmen und Schönen und der Allgemeinen Anzeigen der Merkwürdigkeiten in Halberstadt tätig, bevor er auf Vorschlag von Johann Gottlieb Karl Spazier in das westfälische Münster zog, wo er Redakteur des von Friedrich Theodor Schmölder herausgegebenen Merkur wurde.[1] Doch schon 1806 wurde der Merkur wieder eingestellt. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig. Zwei Zeitungsprojekten (Eos, Zeitschrift für Gebildete, Münster 1810, und Thusnelda. Unterhaltungsblatt für Deutsche, Coesfeld 1816, fortgesetzt als Thusnelda. Eine Zeitschrift für Deutsche, Wesel 1817) war kein Erfolg beschieden.[2]

1820 erhielt er eine feste Anstellung als Zensor der Münsterischen Leihbibliotheken, die er bis zum Tode ausübte. 1825 konvertierte er zum katholischen Glauben.[3] Mit mehreren befreundeten Schriftstellern stand er in lebhaftem Briefverkehr, u. a. mit Graf Otto von Loeben, Anton Matthias Sprickmann, Friedrich de La Motte-Fouqué und Louise Brachmann.[4]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literarische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalliope. Eine Sammlung lyrischer und epigrammatischer Gedichte, Münster 1806
  • Sommerfrüchte, Münster 1811
  • Paul Gerhard. Eine dramatische Poesie, Duisburg und Essen 1812
  • Auserlesene poetische Schriften, Heidelberg 1816
  • Poetisches Lustwäldchen, Köln 1820
  • Poetische Schriften, Leipzig 1821
  • Denkmäler deutscher Dichterinnen. In: Friedrich de La Motte-Fouqué (Hg.): Frauentaschenbuch für das Jahr 1821. Nürnberg 1821, S. 244–248.
  • Astern, Altenburg 1824

Literaturgeschichtliche, enzyklopädische und bibliographische Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Münsterländisches Schriftstellerlexikon, 4 Bände, Lingen 1814, 1815, 1818 und 1824 (die Bände von 1815 bis 1824 als erster bis dritter Nachtrag).
    • Ein „vierter Nachtrag“ erschien 1833 in dem Band Friedrich Raßmann’s Leben und Nachlaß, S. 107–182.
  • Deutscher Dichternekrolog oder gedrängte Übersicht der verstorbenen deutschen Dichter, Romanenschriftsteller, Erzähler und Uebersetzer, nebst genauer Angabe ihrer Schriften, Nordhausen 1818
  • Gallerie der jetzt lebenden deutschen Dichter, Romanenschriftsteller, Erzähler, Übersetzer aus neuern Sprachen, Anthologen und Herausgeber belletristischer Schriften, begleitet zum Theil mit hin und wieder ganz neuen, biographischen Notizen, Helmstedt 1818
  • Kritisches Gesammtregister oder Nachweisung aller in den deutschen Literatur-Zeitungen und den gelesensten Zeitschriften enthaltenen Rezensionen, mit Andeutung ihres Inhalts, Leipzig 1820
  • Pantheon deutscher jetzt noch lebender Dichter und in die Belletristik eingreifender Schriftsteller, Helmstedt 1823
  • Literarisches Handwörterbuch der verstorbenen deutschen Dichter und zur schönen Literatur gehörenden Schriftsteller in acht Zeitabschnitten von 1137 bis 1824, Leipzig 1826
  • Übersicht der aus der Bibel geschöpften Dichtungen älterer und neuerer deutschen Dichter, mit Einschluß derartiger Übersetzungen. Ein Wegweiser für Literatoren, Freunde der Dichtkunst, Geistliche und Schullehrer, Essen 1829
  • Kurzgefasstes Lexikon deutscher pseudonymer Schriftsteller von ältern bis auf die jüngste Zeit aus allen Fächern der Wissenschaften, Leipzig 1830 Digitalisat
  • Pantheon der Tonkünstler. Oder Gallerie aller bekannten verstorbenen und lebenden Tonsetzer, Virtuosen, Musiklehrer, musikalischen Schriftsteller des In- und Auslandes. Nebst biographischen Notizen und anderweitigen Andeutungen, Quedlinburg und Leipzig 1831

Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mimigardia. Poetisches Taschenbuch, 3 Jahresbände: Münster 1810, 1811 und 1812
  • Triolette der Deutschen, Duisburg und Essen 1815
  • Abenderheiterungen, Quedlinburg 1815
  • Sonette der Deutschen, 3 Bände, Braunschweig 1817
  • Blumenlese südlicher Spiele im Garten deutscher Poesie, Berlin 1817
  • Neue Sammlung triolettischer Spiele, Leipzig 1817
  • Auswahl neuerer Balladen und Romanzen, Helmstedt 1818
  • Heroiden der Deutschen, Nordhausen 1819
  • Neuer Kranz deutscher Sonette, Nürnberg 1820
  • Deutsche Anthologie oder Blumenlese aus den Classikern der Deutschen, 16 Bände, Zwickau 1821–1824
  • Rheinisch-westphälischer Musenalmanach, 3 Jahresbände: Hamm 1821 und 1822, Köln 1823
  • Hesperische Nachklänge in deutschen Weisen. Eine neue Sammlung deutscher Glossen, Villancico’s, Cancionen, Sestinen, Canzonen, Balladen, Madrigalen, Minneliedern etc., Köln 1824
  • Frühlingsgaben. Erzählungen von Elise Freifrau von Hohenhausen, Max von Schenkendorf, Eduard Messow, Freiherrn von Münchhausen, Ernst Wahlert, Julie Freifrau von Bechtolsheim, Alexis dem Wanderer u.a.m., Quedlinburg und Leipzig 1824
  • Fastnachtsbüchlein für Jung und Alt, Hamm 1826

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Raßmann’s Leben. In: Friedrich Raßmann’s Leben und Nachlaß. Regensberg, Münster 1833, S. 8.
  2. Friedrich Raßmann’s Leben. In: Friedrich Raßmann’s Leben und Nachlaß. Regensberg, Münster 1833, S. 41.
  3. Friedrich Raßmann’s Leben. In: Friedrich Raßmann’s Leben und Nachlaß. Regensberg, Münster 1833, S. 22.
  4. Friedrich Raßmann’s Leben. In: Friedrich Raßmann’s Leben und Nachlaß. Regensberg, Münster 1833, S. 21 und 22.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]