Gabelbach (Zusmarshausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gabelbach
Wappen von Gabelbach
Koordinaten: 48° 22′ 50″ N, 10° 34′ 9″ O
Höhe: 472 m
Einwohner: 625
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86441
Vorwahl: 08291

Gabelbach ist ein Ortsteil des Marktes Zusmarshausen im schwäbischen Landkreis Augsburg. Das im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder gelegene Pfarrdorf besitzt neben einigen historischen Wohnbauten eine der bedeutendsten Pfarrkirchen des „Schwäbischen Pfaffenwinkels“.
Zur Gemarkung gehören der Weiler Kleinried und die Einöde Rücklenmühle.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt südwestlich des Hauptortes im mittleren Zusamtal zwischen Zusmarshausen und Dinkelscherben. Direkt an der Bahnlinie Augsburg – Ulm gelegen, breitet er sich auf der flacheren Talwestseite unterhalb des bewaldeten Höhenrückens zwischen Zusam- und Mindeltal aus. Zudem ist die Bundesautobahn 8 MünchenStuttgart nur drei Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barocke Kapelle St. Anna mit dem Turm der Pfarrkirche St. Martin

Die Gründung Gabelbachs fand vermutlich unter fränkischer Herrschaft im 8. Jahrhundert als Siedlung des „Gabilo am Bach“ statt. Eine Urkunde von 804 bestätigt die zeitgleiche Schenkung eines Besitzes „Kapalbach“ an das Hochstift Freising durch den Priester Cundhoh.

Gesichert ist, dass die Siedlung ab 1263 in die Hände der Herren von Gabelbach kam. Dieses zunächst markgräfisch-burgauische Ministerialengeschlecht errichtete als Sitz neben der Kirche eine Burg, deren Burgstall nur noch teilweise erhalten ist. (Burgställe Gabelbach)

Umfangreicher war ihr im 14. Jahrhundert begründeter Wohnsitz auf der Waldkuppe südwestlich des Ortes, von dem aus die Lehensträger als Dienstmannen des Hochstiftes Augsburg den Ort beherrschten. Ein gut erhaltener, zweiteiliger Burgstall kündet noch heute von der Existenz der Ministerialen.

Nach dem Aussterben der Herren von Gabelbach im Spätmittelalter ging der Ort erst an den Ritter Hartmann von Burgau, später teilweise an die Grafen von Helfenstein, bevor das Augsburger Heilig-Geist-Spital den gesamten Ort erwarb. Als dessen Eigentum war der Ort Sitz eines Obervogtamtes, in dem über Jahrhunderte die Grund- und Niedergerichtsherrschaft ausgeübt wurde. Erst nach der Säkularisation 1803 ging Gabelbach 1806 an das Königreich Bayern.

Von 1862 bis 1929 gehörte Gabelbach zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.

Am 1. Mai 1978 erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingemeindung Gabelbachs nach Zusmarshausen.[1]

Deckenfresko

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gabelbacher Pfarrkirche St. Martin zählt zu den bedeutendsten Dorfkirchen im Landkreis Augsburg.
  • Zusammen mit der Pfarrkirche und der barocken Kapelle St. Anna bilden die erhaltenen Profanbauten eines der geschlossensten historischen Ensembles im Augsburger Umland.
  • Das Dorfbild wird durch einige gut erhaltene bzw. restaurierte Wohnbauten des 18. und 19. Jahrhunderts bereichert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Gutmann, Wilhelm Ruckdeschel, Otto Schneider (u. a): Archäologische Wanderungen um Augsburg (= Führer zu archäologischen Denkmälern in Schwaben, 1). Theiss, Stuttgart/Aalen 1977, Seite 89–93.
  • Franz Hauf: Die Pfarrkirche St. Martin in Gabelbach und ihre Bruderschaft Maria vom Trost. Kirchenführer, Seite 4.
  • Wilhelm Neu, Frank Otten: Landkreis Augsburg (Bayerische Kunstdenkmale / Kurzinventar). Deutscher Kunstverlag, München 1970, S. 117.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gabelbach (Zusmarshausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767.