Gaius Licinius Macer

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Gaius Licinius Macer († 66 v. Chr.) war ein Politiker in der späten römischen Republik und wird als Historiker zur „jüngeren Annalistik“ gerechnet.

Leben[Bearbeiten]

Macer war im Jahr 73 v. Chr. Volkstribun und um 68 v. Chr. Prätor. Politisch war er ein Gegner der Optimaten. Bei Sallust wird er als Kämpfer für die Rechte des Volkes erwähnt. Zwei Jahre später gelang es Marcus Tullius Cicero, ihn wegen Bestechung und Erpressung verurteilen zu lassen, woraufhin er Selbstmord beging.

Als Geschichtsschreiber verfasste er eine Geschichte Roms in 16 Büchern, der er die Form von Annalen gab und von der Fragmente erhalten sind. Von Titus Livius und Dionysios von Halikarnassos, die beide das Werk benutzten, wissen wir, dass es mit der Gründung Roms begann und Pyrrhus bereits im 2. Buch auftrat. Livius hegt Zweifel an Macers Glaubwürdigkeit und nimmt an, dass er Ereignisse falsch darstellte, um die Ehre seiner gens Licinia zu steigern (7, 9, 5), bemerkt aber auch, dass Macer Originalquellen wie die Leinenrollen (libri lintei) benutzte (4, 7, 12; 4, 20, 8; 4, 23, 2).

Macer war der Vater des Dichters Gaius Licinius Macer Calvus.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Hans Beck, Uwe Walter (Hrsg., Übers., Komm.): Die frühen römischen Historiker. Band 2. Von Coelius Antipater bis Pomponius Atticus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-14758-8, S. 314–345.
  • Martine Chassignet: L’Annalistique Romaine. Band 3. L’Annalistique Récente. L’Autobiographie Politique (Fragments). Les Belles Lettres, Paris 2004, ISBN 2-251-01435-7.
  • Siri Walt: Der Historiker C. Licinius Macer. Einleitung, Fragmente, Kommentar. Teubner, Stuttgart 1997, ISBN 3-519-07652-7.
  • Enrica Malcovati (Hrsg.): Oratorum Romanorum fragmenta liberae rei publicae. Band 1, 1976.
  • Hermann Peter (Hrsg.): Historicorum Romanorum reliquiae. Band 1, 1914 (Nachdruck 1967).

Weblinks[Bearbeiten]