Garafía

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Gemeinde Garafía
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Garafía
Garafía (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Koordinaten 28° 49′ N, 17° 55′ W28.816666666667-17.916666666667365Koordinaten: 28° 49′ N, 17° 55′ W
Höhe: 365 msnm
Fläche: 102,99 km²
Einwohner: 1.590 (1. Jan. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15,44 Einw./km²
Postleitzahl: 38787
Gemeindenummer (INE): 38016 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Yeray Rodríguez Rodríguez (PSOE)
Website: www.garafia.org
Lage der Gemeinde
Garafía.png

Garafía (vollständiger Name: Villa de Garafía) ist die nördlichste der 14 Gemeinden der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Palma. Der Verwaltungssitz ist Santo Domingo de Garafía.

Geografie[Bearbeiten]

Steile Gasse in Santo Domingo de Garafía
Roque de Santo Domingo der Felsengruppe Los Guinchos
El Tablado

Die Gemeinde besitzt eine Küstenlandschaft aus Klippen, Felswänden und Steilküsten fast ohne Strände, unterbrochen durch Mündungen tiefer Schluchten. Auf dem Land in Höhenlagen von etwa 300 Metern befinden sich kleine Dörfer, Landwirtschaftsflächen und Haine der Drachenbäume. Ab 600 Meter bis zur Baumgrenze von 2000 Meter erstrecken sich die Wälder der robusten kanarischen Kiefer (Pinus canariensis). Oberhalb der Baumgrenze folgt ein Hochgebirgsklima mit dem höchsten, im Winter oft schneebedeckten Gipfel der Insel, dem 2426 Meter hohen Roque de los Muchachos mit internationalen Sternobservatorien, welche bei reiner Luft und kaum fremdem Licht beste Sichtbedingungen haben.[2]

Der Verwaltungssitz Santo Domingo de Garafía liegt etwa 350 Meter über dem Meeresspiegel und ist ein kleines Dorf mit steilen Gassen, traditionellen Häusern und einer typischen Plaza im Ortskern.

Aus dem Ort geht eine Straße Richtung Küste zum sogenannten Puerto de Garafia, ein Naturhafen mit kleiner Badebucht, vorgelagert die drei Felsinseln Los Guinchos.

Eine Besonderheit bildet auch der Ort El Tablado, etwa 5 km Luftlinie und 20 km Landstrasse von Santo Domingo de Garafía entfernt. Seine Häuser (alte Fincas) liegen malerisch, dicht gedrängt auf einem etwa 300 Meter hohen, tableauartigen Bergsattel, eingebettet zwischen zwei mächtigen Barrancos, oberhalb der Steilküste.[2]

Sternobservatorien
Iglesia Nuestra Señora de La Luz in Santo Domingo de Garafía

Geschichte und Kultur[Bearbeiten]

Nach der Eroberung La Palmas wurde von der spanischen Krone der Norden der Insel vorwiegend mit Portugiesen, vor allem aus Portugal vertriebene Juden besiedelt. Die an die Siedler seit 1579 vergebenen Gebiete in mittleren Höhenlagen waren mit der Auflage verbunden, ein Fünftel der erwirtschafteten Erträge an den Grundherrn abzugeben. Dieses Besteuerungssystem hatte noch bis vor wenigen Jahren Bestand.

Über die Jahrhunderte hinweg herrschte in Garafía die Tradition der Weidewirtschaft, die bis heute anhält. Bereits die Ureinwohner Garafías gingen dieser harten Arbeit nach, wobei vor allem die Ziegenherden ihren Lebensunterhalt sicherten. Das Glockengeläut der Tiere diente den Ziegenhirten, die Tiere in dem schroffen Gelände ausfindig zu machen. Mit dem langen Hirtenstock, den schon die Ureinwohner benutzten, konnten die Hirten äußerst geschickt das schwierige Gelände überwinden. Der Hirtensprung (Spanisch: Salto del pastor) hat sich auf den Kanarischen Inseln zum Volkssport entwickelt.

Der aus Ziegenmilch gewonnene Käse ist bei den Palmeros und Touristen ein beliebtes Produkt und stellt für die einheimische Landwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle dar.

1812 wurde Garafía zur Gemeinde erklärt und bekam 1906 von König Alfonso XIII. den Stadttitel zugesprochen.[3]

Ein Volkskundemuseum im Kulturhaus der Gemeinde gibt einen Einblick in die Geschichte und Traditionen, Naturparks und Wandermöglichkeiten, in die Archäologie und schließlich in die Sternwarte auf dem Roque de Los Muchachos.[4]

Kulturpark La Zarza[Bearbeiten]

Petroglyphen im Kulturpark La Zarza

In der Gemeinde Garafía gibt es zahlreiche archäologische Fundorte. Im Kulturpark La Zarza informiert eine Ausstellung über die prähispanischen Ureinwohner, auch Guanchen genannt. Ein Spaziergang führt von dort zu den Felsgravuren, Spiralen und Mäandern, welche die Altkanarier hinterlassen haben. Es ist eine der bedeutendsten kanarischen Fundstätten. Der Kulturpark liegt inmitten eines feuchten Waldgebietes mit imposant bemoosten Bäumen.[5]

Religion[Bearbeiten]

Etwas unterhalb von Santo Domingo de Garafía steht die Iglesia Nuestra Señora de La Luz mit ihrem Hauptschiff aus dem 16. Jahrhundert, das Seitenschiff wurde 100 Jahre später erbaut. In dieser kleinen Kirche befindet sich das Heiligenbild der Jungfrau des Lichts.

Die Wallfahrtskapelle in San Antonio del Monte aus dem 16. Jahrhundert wird immer am Samstag um den 13. Juni für eine Festlichkeiten geschmückt. Die große portugiesische Gemeinde hatte seinerzeit den Schutzheiligen Portugals San Antonio de Padua für Garafía übernommen. Es findet die Prozession des heiligen Antonius mit Musik, Essen und Wein statt. Dazu gehört der traditionelle Viehmarkt.

Verkehrsentwicklung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Garafía zählte lange Zeit als weit abgeschieden. Die Caminos Reales durchziehen Garafía, diese teils gut ausgebauten Pfade waren bis in die 1960er Jahre die Hauptverkehrswege der Region. Waren und Lasten wurden auf Eseln zu den Bootsanlegestellen an der Küste transportiert. Erst in den 1990er Jahren wurde das Straßennetz soweit asphaltiert, dass die Nachbargemeinden relativ bequem erreichbar waren. Kleinere Orte an der zerklüfteten Nordküste sind bis heute nur über unbefestigte Pisten zu erreichen.

Bevölkerung und Orte der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2013[6].

  • Santo Domingo de Garafía (448)
  • Las Tricias (262)
  • Franceses (183)
  • Cueva del Agua (160)
  • Roque del Faro (99)
  • Hoya Grande (71)
  • Llano Negro (90)
  • El Palmar (63)
  • El Castillo (104)
  • La Mata (50)
  • Juan Adalid-El Mudo (38)
  • El Tablado (38)
  • Don Pedro (39)

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts ist ein starker Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen (1950 bis 2013: – 66,3 %).

Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1900 2.718
1910 3.024 + 306
1920 3.240 + 216
1930 3.800 + 560
1940 4.419 + 619
1950 4.882 + 463
1960 4.405 – 477
Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1970 3.228 – 1.177
1981 2.082 – 1.146
1990 2.043 – 39
2001 2.012 – 31
2005 1.924 – 88
2013 1.645 – 279

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garafía – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. a b Rolf Goetz: La Palma, Aktivurlaub auf der grünsten der Kanarischen Inseln. 5. Auflage. Peter Meyer Reiseführer, Frankfurt am Main 2000.
  3. [1], Villa de Garafía.
  4. Museo Etnográfico
  5. Parque Cultural La Zarza y La Zarcita
  6. INEbase (Datenbank des Instituto Nacional de Estadística)