San Andrés y Sauces

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Gemeinde San Andrés y Sauces
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von San Andrés y Sauces
San Andrés y Sauces (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Koordinaten 28° 48′ N, 17° 46′ WKoordinaten: 28° 48′ N, 17° 46′ W
Höhe: 260 msnm
Fläche: 42,75 km²
Einwohner: 4.265 (1. Jan. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 99,77 Einw./km²
Postleitzahl: 38720
Gemeindenummer (INE): 38033 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Francisco Javier Paz Expósito (PSOE)
Website: www.sanandresysauces.es
Lage der Gemeinde
San Andrés y Sauces.png

San Andrés y Sauces (Eigenbezeichnung auch Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces) ist eine der 14 Gemeinden der Kanareninsel La Palma.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Straße in San Andrés
Brücke von Los Tilos
Lorbeerwald Los Tilos

Die Gemeinde San Andrés y Sauces befindet sich im Nordosten La Palmas und grenzt im Norden an die Gemeinde Barlovento und im Süden an die Gemeinde Puntallana. Beide Orte sind geografisch voneinander getrennt. Im städtischen Los Sauces befindet sich eine der größten Kirchen La Palmas, die Nuestra Señora de Montserrat aus dem 16. Jahrhundert, welche flämische Kunstschätze beherbergt. Gegenüber der Kirche liegt der Park Antonio Herrera mit seinen Gärten.

Der ältere Ort San Andrés mit seiner historischen Altstadt liegt direkt an der Küste zwischen großen Bananen-Plantagen. Bereits wenige Jahre nach der Eroberung der Insel erhielt San Andrés Stadtrechte und war lange Zeit administratives Zentrum im Nordosten La Palmas. An der gepflegten Plaza befindet sich die Kirche San Andres Apostol, die zu Ehren des Schutzheiligen im Jahre 1515 erbaut wurde.[2]

Nördlich von San Andrés liegen das Naturschwimmbecken Charco Azul und der kleine Fischerhafen Puerto Espíndola.

In den Ortsteilen der Gemeinde Las Lomadas und Los Galguitos befinden sich die Wallfahrtskapellen San Pedro Apostol und San Juan Bautista, beide aus der Zeit kurz nach der spanischen Eroberung.

Los Tilos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 511 Hektar große Lorbeerwald Los Tilos in der Gemeinde wurde 1983 von der UNESCO zum Biosphärenreservat La Palma ernannt. La Palma war somit die erste spanische Insel, die diese wichtige internationale Anerkennung erhielt. 1998 wurde das Gebiet auf eine Fläche von 13.000 Hektar erweitert, die etwa 16 % der Inselfläche abdeckt. Damit wurden die nordöstliche Gemeinden der Insel, Barlovento, Puntallana, San Andrés y Sauces und teilweise auch Santa Cruz de La Palma eingebunden.[3]

Der Wasserreichtum in der Region Los Tilos schuf über einen Jahrmillionen anhaltenden Erosionsprozess die tiefen Schluchten des Barranco del Agua mit einer üppigen Vegetation, die heute aus einer der größten noch zusammenhängenden Lorbeerwälder der Erde besteht. Hier wachsen neben großen Farnen zahlreiche, teils endemische Lorbeerarten. Da vor etwa 100 Jahren im oberen Bereich des Barrancos das Quellwasser abgeleitet wurde, ist dieser Erosionsprozess weitgehend zum Stillstand gekommen. Das tief eingeschnittene Flussbett, das durchwandert werden kann, ist noch Zeuge dieses vergangenen Prozesses.[2]

Das Gebiet Los Tilos besitzt ein kleines Besucherzentrum, angelegte Wanderwege und Aussichtspunkte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guanchenhöhle Cueva del Tendal
Puerto Espíndola
Destilerias Aldea in San Andres, im Hintergrund Puerto Espíndola

Cueva del Tendal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Barranco de San Juan der Gemeinde San Andrés y Sauces befindet sich eine weiträumige Guanchenhöhle (Cueva del Tendal) mit ehemals 16 Räumen der Anwohner sowie zwei Sammelgrabhöhlen (Nekropole). Im Umfeld der Höhle befanden sich mehrere Hüttendörfer.[4][5]

Auf der Südseite des Barrancos wurde das Informationszentrum El Tendal errichtete, das neben Belmaco Höhle in Mazo und Zarcita Zarza in Garafía die dritte prähispanische Stätte La Palmas ist.[6]

Zucherrohranbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits kurz nach der Eroberung La Palmas durch die Spanier im 16. Jahrhundert wurde in den fruchtbaren und wasserreichen Gebieten von San Andrés y Sauces und in Argual und Tazacorte großflächig Zuckerrohr angebaut. Über den Río de Los Sauces (Fluss von den Weiden) verfügte San Andrés y Sauces reichlich über Wasser. Erfahrungen mit dem bereits praktizierten Zuckerrohranbau und der Verarbeitung auf Madeira und Gran Canaria wurden von den holländischen und katalonischen Landbesitzern auf La Palma genutzt. Der Export des begehrten Zuckers nach Europa bescherte den Landbesitzern Reichtum, der in den stattlichen Herrenhäusern von San Andrés heute noch erkennbar ist.[7]

Der kleine Hafen Puerto Espíndola wurde für die Verschiffung des Zuckers nach Übersee eigens angelegt, da es zu der Zeit noch keine befahrbare Landverbindung nach Santa Cruz mit seinem Hafen gab.

Mit dem Anbau der Zuckerrübe in Europa im 19. Jahrhundert kam die Zuckerrohrgewinnung weitgehend zum Erliegen und nahm San Andrés eine bedeutende Einnahmequelle. Zuckerrohr wird jedoch bis heute in San Andrés und Barlovento zur Destillation von Rum angebaut.

Die Zuckerrohrproduktion auf La Palma betrug 1914 etwa 250 Tonnen in San Andrés und Barlovento und etwa 290 Tonnen in Argual und Tazacorte. 2003 wurden in San Andrés und Barlovento etwa 150 Tonnen Zuckerrohr gewonnen.[8][9]

Über mehrere Generationen ist ein Familienbetrieb in San Andrés in der Rumgewinnung tätig, der eine Zuckerrohrmühle und Destilliergeräte betreibt. Die Besonderheit des Rums zeichnet sich durch die „direkte Destillation“ des frischen Zuckerrohrsaftes aus.

Geschichte und Produktionsverfahren werden im Zuckerrohr- und Rummuseum, das sich im Gebäude der Destilerias Aldea befindet, dargestellt.[10][11]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupterwerbszweig der Gemeinde ist die Landwirtschaft. Das vorherrschende Anbauprodukt ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Banane, deren Plantagen große Landflächen der Gemeinde bis zu einer Anbauhöhe von 300 Metern überdecken.[2]

Bevölkerung und Orte der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2013.[12]

  • Los Sauces (2.317)
  • San Andrés (267)
  • Quinta Zoca (255)
  • Hoya Grande (235)
  • Garachico (249)
  • Verada de Las Lomadas (225)
  • Verada Bajamar (154)
  • El Cardal (104)
  • El Tanque (133)
  • Llano El Pino (122)
  • Ramirez (71)
  • Orotava (73)
  • Bermudez (77)
  • Llano La Palma (62)
  • San Juan (43)
  • El Roque (42)
  • San Pedro (28)
  • Fuente Nueva (16)

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren nimmt die Bevölkerung nahezu kontinuierlich ab (1960–2013: –27,9 %).

Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1900 3.409
1910 3.977 +568
1920 4.160 +183
1930 4.616 +456
1940 5.568 +952
1950 5.990 +422
1960 6.208 +218
Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1970 5.399 –809
1981 5.345 –54
1990 5.492 +147
2001 5.263 –229
2005 5.086 –177
2013 4.473 –613

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: San Andrés y Sauces – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. a b c Rolf Goetz: La Palma, Aktivurlaub auf der grünsten der Kanarischen Inseln. 5. Auflage. Peter Meyer Reiseführer, Frankfurt am Main 2000
  3. Inicio -Weltbiosphärenreservat La Palma
  4. Martin Macho: El conjunto prehistórico El Tendal es clave para conocer el pasado aborigen de las Islas. Canarias/La Palma 2012. google.de
  5. Ayuntamiento de la Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces, Casco histórico de la villa de San Andrés
  6. Las Cuevas del Tendal
  7. Ayuntamiento de la Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces
  8. José Luis Sánchez Perera: Los Ingenios Azucareros.
  9. El azúcar y su cultura en las islas atlánticas: escenarios, arquitecturas y organización espacial en los ingenios de caña dulce, Vol. 2.
  10. [1], Ines Dietrich: Das Zuckerrohr- und Rummuseum von San Andrés, 29. September 2015.
  11. Historia de Destilerías Aldea en San Andrés y Sauces
  12. INEbase (Datenbank des Instituto Nacional de Estadística)