Fuencaliente de La Palma

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Gemeinde Fuencaliente de La Palma
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Fuencaliente de La Palma
Fuencaliente de La Palma (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Koordinaten 28° 29′ N, 17° 50′ WKoordinaten: 28° 29′ N, 17° 50′ W
Höhe: 722 msnm
Fläche: 56,42 km²
Einwohner: 1.709 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 30,29 Einw./km²
Postleitzahl: 38740
Gemeindenummer (INE): 38014 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Gregorio Clemente Alonso Méndez (CC)
Lage der Gemeinde
Mapa de Fuencaliente.png

Fuencaliente de La Palma ist die südlichste der 14 Gemeinden der Kanareninsel La Palma. Sie ist seit 1873 selbständig.

Der Name leitet sich von Fuente Caliente (heiße Quelle) ab und bezieht sich auf die Heilquelle „Fuente Santa“, die im 16. und 17. Jahrhundert genutzt wurde. Nachdem sie beim Ausbruch des Vulkans San Antonio im Jahr 1677 unter Lavamassen begraben wurde und 300 Jahre unentdeckt blieb, wurde der Ort in Los Canarios umbenannt. Heute sind beide Namensnennungen gebräuchlich. 2005 wurde die Quelle wieder entdeckt.

Orte der Gemeinde

Orte der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2013.[2]

  • Los Canarios (709)
  • Las Indias (620)
  • Los Quemados (243)
  • Las Caletas (161)
  • La Fajana (35)
  • El Charco (30)

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1900 1650
1910 1833 +183
1920 1841 +8
1930 1966 +125
1940 2212 +246
1950 2290 +58
1960 1943 –327
Jahr Einwohnerzahl Veränderung
1970 1749 –194
1981 1664 –85
1990 1822 +158
2001 1794 –28
2007 1964 +170
2013 1798 –166

Verwaltungssitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

San Antonio de Abad

Der Ort Los Canarios (gelegentlich ebenfalls als Fuencaliente bezeichnet) wurde 1837 Verwaltungssitz der Gemeinde und liegt auf einer Seehöhe von über 700 m. Die Kirche San Antonio de Abad stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Die Region[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerdorf an der Punta de Fuencaliente, 2014
Der Teneguía – letzter Ausbruch 1971, im Hintergrund die Salinen

Etwa 70 Prozent des Gemeindegebietes stehen unter Natur- bzw. Landschaftsschutz. Dazu gehören die südlichen Ausläufer der Cumbre Vieja und die Geschützte Landschaft Tamanca. Es gibt großflächige Kiefernwälder rund um den Freizeitpark Fuente de Los Roques.

Punta de Fuencaliente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südkap von La Palma, der Punta de Fuencaliente, stehen zwei Leuchttürme, Faro de Fuencaliente. Der alte Leuchtturm wird als Informationszentrum des Meeresschutzgebiets der Insel La Palma genutzt.[3] Auf der Westseite der Leuchttürme befindet sich ein kleines Fischerdorf und auf der Ostseite sind die Salinen von Fuencaliente.

Punta Malpique[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe der Punta de Fuencaliente befindet sich nordwestlich ein weiteres, kleineres Kap, die Punta Malpique. Der Ort ist ein bekanntes Tauchgebiet, in dem die seltenen Schwarzen Korallen noch vorkommen. 1971 wurden südlich des Kaps 40 Steinkreuze im Meer versenkt, um eine Gedenkstätte für den 1570 von hugenottischen Freibeutern ermordeten und später seliggesprochenen Missionar Inácio de Azevedo und dessen 39 Gefährten zu schaffen. Die Gruppe, die dem Jesuitenorden angehörte, wird auch als die „Vierzig Märtyrer von Brasilien“ bezeichnet.

Vulkan San Antonio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alter des 657 Meter hohen San Antonio wird auf etwa 3000 Jahre geschätzt. Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1677 wurde die heiße Quelle (Fuente Santa) verschüttet und blieb 300 Jahre unentdeckt, bis sie 2005 wieder erschlossen wurde. Ein kleines Besucherzentrum mit Ausstellungsräumen gibt Informationen zu geologischen Details.

Vulkan Teneguia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 438 Meter hohe und jüngste Vulkan der Kanarischen Inseln entstand erst 1971 während eines drei Wochen andauernden Ausbruchs. Mehrere Schlote unterhalb des San Antonio vereinigten sich zu einem. Da die austretende Lava zur angrenzenden Südküste floss und dort im Meer erkaltete, wurde die Insel La Palma wieder etwas größer.

Vulkan Teneguia (links) und Vulkan San Antonio (Mitte)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salinen in Fuencaliente

Neben Einkünften durch sanften Tourismus ist der Weinanbau eine wichtige Einnahmequelle. Bedingt durch die fruchtbare Vulkanasche gedeiht in der Gemeinde Fuencaliente ein guter Inselwein. Besonders erwähnenswert ist der süße, mehrfach ausgezeichnete Malvasier. Engländer brachten diesen bevorzugten Wein vor über 300 Jahren auf die Insel. Heute produziert die 1945 gegründete Weinkellerei als Genossenschaft knapp zwei Millionen Liter Wein pro Jahr. Sie hat 200 Mitglieder, die zusammen etwa 800 Hektar Rebfläche bewirtschaften.

Ein weiterer Wirtschaftszweig ist der Bananenanbau in den Plantagen unterhalb der Vulkane.

In der Saline von Fuencaliente, die seit 1967 in Betrieb ist, wird auch heute noch Salz gewonnen. Es ist somit die letzte Saline in der kanarischen Provinz Santa Cruz de Tenerife, die noch in Betrieb ist. Allerdings kämpft der Eigentümer Fernando Hernández Villalba ums wirtschaftliche Überleben. Schon 1995 bezuschusste die UNESCO dringende Renovierungsarbeiten, und 2007 sagte die Inselregierung Unterstützung für den Ausbau der Saline zu, um auch ins Ausland exportieren zu können. Dort besteht bereits Nachfrage. Darüber hinaus gibt es ein Besucherzentrum und ein Restaurant zum Thema Salz und Meer.

Südspitze von La Palma – Salinen und Leuchttürme

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fuencaliente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Instituto Nacional de Estadística. (Spanish Statistical Institute). Abgerufen am 21. Januar 2019.
  3. El Centro de Interpretación de La Reserva Marina en el antiguo Faro de Fuencaliente, abgerufen am 28. Februar 2019.