Gaslicht (1940)

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Filmdaten
Deutscher Titel Gaslicht
Originaltitel Gaslight
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Thorold Dickinson
Drehbuch A. R. Rawlinson
Bridget Boland nach dem Stück Gas Light von Patrick Hamilton
Produktion John Corfield für British National, London
Musik Richard Addinsell
Kamera Bernard Knowles
Schnitt Sidney Cole
Besetzung

Gaslicht ist ein britischer Thriller und Kriminalfilm aus dem Jahre 1940. Unter der Regie von Thorold Dickinson spielen Adolf Wohlbrück (im Exil: Anton Walbrook) und Diana Wynyard die Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwanzig Jahre ist es her, dass die alte Mrs. Barlow in ihrem Haus in Londons Pimlico Square Nr. 12 ermordet wurde. Der Mörder durchsuchte anschließend ihr Heim nach ihrem kostbarsten Besitz: zwölf Rubinen. Nach dieser Gewalttat stand das Anwesen leer, doch jetzt ist der Täter in der Maske des vermeintlich wohlanständigen Bürgers Paul Mallen zurückgekehrt. An seiner Seite: seine junge Frau Bella. Sie fühlt sich nicht wohl in diesem finsteren Gebäude, ihr geht es nicht sonderlich gut. In letzter Zeit leidet Bella Mallen immer mehr unter Vergesslichkeit, da sie offensichtlich ständig Gegenstände verlegt. Überdies wird sie von einer stetig ansteigenden Nervosität geplagt. Bella kann sich keinen Reim darauf machen, doch ihr unterkühlter Mann kümmert sich anscheinend rührend um sie. Wie kann Bella ahnen, dass Paul hinter all den merkwürdigen Geschehnissen steckt? Er versucht, Bella sukzessive in den Wahnsinn zu treiben und sagt ihr unverblümt mit Unschuldsmiene, dass er glaube, sie verliere allmählich den Verstand.

Paul hat es einzig aus einem Grund nach Pimlico Square zurückgezogen: er will endlich die Rubine finden, die dort noch immer irgendwo versteckt liegen müssen. Eines Tages droht Mallens finsterem Treiben Gefahr durch den aufmerksamen Ex-Polizisten G. B. Rough. Der Mann erinnert sich noch sehr gut an den zurückliegenden Mordfall, an dessen erfolgloser Bearbeitung er damals beteiligt gewesen war. Rough findet, dass dieser Paul Mallen ziemlich viel Ähnlichkeit mit Mrs. Barlows verschollen geglaubtem Neffen Louis besitzt. Rough beschließt, dem Fall auf den Grund zu gehen und beobachtet fortan Paul Mallen ganz genau. Vieles an dessen Verhalten erscheint ihm mehr als merkwürdig: Warum zum Beispiel geht Paul Mallen Nacht für Nacht in die Nachbarwohnung in der Nummer 14?

Aus den Fenstern der obersten Räume von Nr. 12, die schon lange nicht mehr zugänglich sind, flackert allabendlich ein Gaslicht. Es ist Paul, noch immer auf der Suche nach Mrs. Barlows Edelsteinen. Nacht für Nacht steigt er von Nr. 14 in das Obergeschoss von Nr. 12 ein. Jedes Mal, wenn Paul Mallen dort mit seinem Gaslicht Stück für Stück die Räume durchsucht, verdunkelt sich auch das Licht in der Mallen-Wohnung darunter. Als Bella Mallen ihren Mann auf die Lichttrübung anspricht und auch von Geräuschen, die sie immer wieder über sich hört, erzählt, redet er ihr erneut ein, dass sie sich irren müsse und offensichtlich unter zunehmenden Wahnvorstellungen leide. Allmählich scheint Paul Mallens Masterplan aufzugehen, und Bella beginnt, an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln. Der alte Rough hingegen lässt sich nicht so leicht in die Irre führen und kommt Mallen alias Neffe Louis auf die Schliche. Dabei kann er sogar auf die Mitarbeit Bellas bauen, die sich damit auf subtile Art an Pauls Versuchen, sie in den Irrsinn zu treiben, rächt. Paul Mallen wird schließlich als Bigamist überführt und wegen Mordes verhaftet.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beruht auf einem 1938 veröffentlichen Theaterstück namens Gas Light von Patrick Hamilton.

Die Welturaufführung von Gaslicht fand am 25. Juni 1940 in London statt. In den USA wurde die Aufführung des Films bewusst verzögert, weil dort ebenfalls eine Gaslicht-Version geplant war, die jedoch erst 1943 (Das Haus der Lady Alquist) gedreht und im darauf folgenden Jahr in die Kinos gebracht wurde. Die produzierende MGM versuchte sogar, das Negativ des britischen Originals von 1940 zu vernichten. Der britische Gaslicht-Film kam daher erst 1952 in die dortigen Kinos und wurde unter dem Titel Angel Street vertrieben. In Deutschland wurde Gaslicht erstmals 1990 (im Fernsehen) gezeigt.

In einer kleinen Nebenrolle ist Katie Johnson – bekannt als alte Dame aus Ladykillers – als Alices Bedienstete zu sehen.

Gedreht wurde in den Denham Studios und in Warwick Way in Londons Stadtteil Pimlico.

Nach seiner Rolle des britischen Königin-Gatten Prinz Albert in zwei prachtentfaltenden Filmen rund um Königin Viktoria (1937 und 1938) blieb Wohlbrück auch in diesem Film dem viktorianischen Zeitalter treu. Hier durfte er jedoch erstmals einen veritablen Schurken spielen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Movie & Video Guide meint: „What this version lacks in budget compared to MGM remake, it more than makes up for an electrifying atmosphere. Delicious performances, and a succinctly conveyed sense of madness and evil lurking beneath the surface of the ordinary.“[1]

Halliwell‘s Film schrieb: „Modest but absolutely effective film version of a superb piece of suspense theatre“.[2]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Im viktorianischen London spielender Psychothriller, der vor allem durch eine effektvolle Kameraarbeit eine wohlig bedrohliche Atmosphäre schafft.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leonard Maltin: Movie & Video Guide, 1996 edition, S. 478. Übersetzung: „Was dieser Version an Geld im Vergleich zur MGM-Neuverfilmung mangelt, macht sie mehr als wett durch eine elektrisierende Atmosphäre. Wunderbare Darstellerleistungen und einen stringent vermittelten Sinn von Wahnsinn und Schurkentum, das hinter der Oberfläche des Gewöhnlichen lauert.“
  2. Leslie Halliwell: Halliwell‘s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 391. Übersetzung: „Bescheidene aber äußerst effektive Filmfassung eines ausgezeichneten Stück Spannungstheaters.“
  3. Gaslicht im Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 31. Dezember 2013.