GRZ Krelingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
GRZ Krelingen e. V.
Logo GRZ.svg
Zweck: Mensch sein – Gott begegnen
Vorsitz: Martin Westerheide
Gründungsdatum: 1965
Mitarbeiterzahl: 100
Sitz: Walsrode
Website: www.grz-krelingen.de

Das Geistliche Rüstzentrum Krelingen (GRZ Krelingen) ist ein „freies Werk“ innerhalb der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und arbeitet auf der theologischen Grundlage der Evangelischen Allianz. Es befindet sich im Walsroder Ortsteil Krelingen im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen. Das GRZ Krelingen ist die größte pietistische Institution in Norddeutschland[1] mit einem Jahresetat von etwa fünf Millionen Euro.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GRZ Krelingen wurde 1965 von dem Prediger und Erweckungstheologen Heinrich Kemner ins Leben gerufen. Es wurde zunächst auf einem ehemaligen Bauernhof als christliches Freizeitzentrum für Jugendliche gegründet. Mittlerweile ist das GRZ zu einem 17-Hektar-Areal mit vielen verschiedenen Arbeitsbereichen angewachsen. Auf dem Werksgelände befindet sich auch eine Kirche, die Mitarbeitern, Bewohnern und Interessierten als Gotteshaus dient.

Stein an der Einfahrt

Organisatorischer Träger des Werkes ist der gemeinnützige Verein GRZ Krelingen e.V. Das Grundanliegen des Werks besteht im Leben, Lernen und Arbeiten in christlicher Gemeinschaft sowie der Weitergabe und Festigung des christlichen Glaubens. Aktueller Werksleiter und Vorstandsvorsitzender ist seit 1. September 2008 Martin Westerheide, Pfarrer und bisheriger Leiter der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf e. V.

Das GRZ Krelingen gehört zu den Werken der Kategorie II der evangelikal ausgerichteten Evangelischen Allianz. Sie werden definiert als „selbständige diakonische, evangelistische, missionarische und seelsorgerliche Werke, die überregional arbeiten und sich in ihren Satzungen mit der Zusammenarbeit der Evangelischen Allianz verbunden fühlen“. Das GRZ hat das Spendenprüfzertifikat der Evangelischen Allianz (gültig bis 31. Dezember 2016).[3]

Arbeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsbereich des Rüstzentrums
Kirche
Inneres der Kirche
Glaubenshof

Das GRZ Krelingen umfasst auf seinem weitläufigen Gelände folgende Arbeitsbereiche, in denen auch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst abgeleistet werden kann:

Reha-Zentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation können ehemals Drogenabhängige sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen im Krelinger Reha-Zentrum eine Sozialtherapie und berufliche Rehabilitation in Anspruch nehmen. Es wird gezielte Hilfe zur Rückführung in ein selbständiges Leben angeboten.

Krelinger Studienzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krelinger Studienzentrum wurde im November 1972 gegründet und ist juristisch gesehen eine staatlich anerkannte Ergänzungsschule. Es dient in erster Linie einer bibeltreuen Vorbereitung auf das universitäre Studium der evangelischen Theologie, ist aber auch für andere Laufbahnen offen: So werden dort einerseits nicht nur Studenten aus der Landeskirche aufgenommen, sondern auch aus anderen christlichen Konfessionen; des Weiteren wechseln nicht alle Studenten nach der Zeit in Krelingen an eine Universität, sondern auch an eine Bibel- oder Missionsschule. Das Studium im GRZ Krelingen muss auch nicht unbedingt am Anfang des Theologiestudiums stehen, sondern kann auch in ein bereits laufendes Gesamtstudium - auch ohne theologischen Bezug - eingebaut werden.

Der Unterrichtsplan beinhaltet Sprachkurse in den biblischen Sprachen Altgriechisch und Hebräisch sowie in Latein (mit Hinführung zu staatlich und kirchlich anerkannten Sprachabschlüssen), Einführungen in die Philosophie und ein theologisches Vorstudienjahr als Vorbereitung auf das Universitätsstudium. Wohngemeinschaften für die Studenten sind direkt im Studienzentrum eingerichtet. Die Studenten wohnen nach Geschlechtern getrennt in bis zu siebenköpfigen Wohngemeinschaften in zwei der drei Studienhäuser, in welchen sich auch eine Bibliothek und zwei kleine Hörsäle befinden.

Gegenwärtiger Studienleiter ist der Alttestamentler Manfred Dreytza. Seine Vorgänger waren von 1972 bis 1979 Sven Findeisen, von 1979 bis 1996 Joachim Cochlovius und von 1998 bis 2007 Pastor Erhard Berneburg.

Krelinger Freizeit- und Tagungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krelinger Freizeit- und Tagungszentrum umfasst einen Gästebereich für Freizeiten, Kongresse, Konferenzen und Seminare für Gemeinde- und andere Gruppen sowie Jugendhäuser für Kinder-, Jugend- und Konfirmandengruppen. Ebenso gehört ein Hotelbetrieb zum Freizeit- und Tagungszentrum. Als Konferenzort ist das GRZ über die deutschen Grenzen hinaus bekannt.

Betriebe des Zentrums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Werksgelände befinden sich eine Gärtnerei, Tischlerei, Buchhandlung und ein Reiterhof. Die handwerklichen Betriebe bieten im Rahmen der beruflichen Rehabilitation (Überbetriebliche Ausbildung) Berufsausbildungen für die Rehabilitanden des Werks an.

Krelinger Briefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Krelinger Briefe“ sind eine kostenlose, vierteljährlich erscheinende Mitteilungsschrift des GRZ Krelingen. Sie enthalten Informationen über Geschehen und aktuelle Veranstaltungen im GRZ sowie geistliche und theologische Impulse.[4]

Sonstige Arbeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich-Kemner-Stiftung für Theologie und Gemeinde
  • Kunstgalerie: Ausstellung mit Werken der Künstlerin Margret Knoop-Schellbach u.a. Künstler angrenzend an das Kirchengebäude
  • Mehrzweckhalle Glaubenshalle
  • Seniorenwohnungen
  • Dienstleistungsangebot (Gemeindedienste) für Kirchengemeinden (Vorträge, Evangelisationen)
  • Seelsorge

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrzweckhalle Glaubenshalle für Großveranstaltungen

An alljährlichen Veranstaltungen finden im GRZ Krelingen das Jugendfestival BAM (Begegnung, Aktion, Musik) für 14- bis 20-Jährige, sowie verschiedene Festtage (Krelinger Familientag, Frauen- und Männertag, Gemeindetag, Freundestag, Bauerntag) statt, zu denen im Jahr Tausende Besucher aus ganz Deutschland nach Krelingen kommen. Regelmäßige Gottesdienste sind der sonntägliche Hauptgottesdienst in der Kirche sowie der einmal im Monat stattfindende Jugendgottesdienst „CrossPoint“.

Werksleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum
Werksleiter
1965 bis 1993
Pastor Heinrich Kemner (Gründer)
1994 bis 2004
Pastor Wilfried Reuter
2004 bis 2007
Pastor Kai-Uwe Schroeter[5]
seit 2008
Pastor Martin Westerheide[6]

Herausgegebene Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Kemner: Da kann ich nur staunen, Autobiografie, Neuauflage 2015, ISBN 3-86147-105-1
  • Heinrich Kemner: ... und volle Genüge haben, Andachten für jeden Tag, Neuauflage 2013, ISBN 978-3-86147-196-7
  • Heinrich Kemner: Christus oder Chaos: eine kritische Untersuchung der Theologie Bezzels im Verhältnis zu Luther, 1. Auflage 1959, ISBN 3-8311-4637-3
  • Erhard Berneburg (Hrsg.): Der bleibende Auftrag des Pietismus: Vorträge vom Theologischen Herbstkongress im GRZ Krelingen, November 2000, ISBN 3-8311-4636-5
  • Bjarne Vetrhus: Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule: Ein Pädagoge gibt Einblick in seine 30-jährigen Erfahrungen in Elternhaus und Schule (Taschenbuch), ISBN 978-3-00-011748-0
  • Periodika:
    • Erweckliche Stimme / gegründet 1960 von Pastor Heinrich Kemner, erschienen von [1960,1]-Jg. 40, Nr. 7/8 (Juli/August 2000), 1960–2000, ISSN 0179-1583
    • Krelinger Briefe erscheint seit 2000 ISSN 1617-8637

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Idea: Geistliches Rüstzentrum Krelingen: Neuer Tagungsleiter. Auf idea.de, 17. März 2007 (abgerufen am 20. Oktober 2016)
  2. Geistliches Rüstzentrum Krelingen feiert seinen 50. Geburtstag, ead.de, Meldung vom 22. September 2015.
  3. Deutsche Evangelische Allianz: Erteilte Spendenprüfzertifikate
  4. Im REMID-Archiv gelistet
  5. epd bei EKD: Geistliches Rüstzentrum ernennt neuen Leiter, gesehen 8. Mai 2008.
  6. Geistliches Rüstzentrum Krelingen: Rüstzentrum bekommt neuen Leiter, gesehen 31. August 2008.

Koordinaten: 52° 48′ 10″ N, 9° 39′ 9″ O