Landkreis Heidekreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Heidekreis Deutschlandkarte, Position des Landkreises Heidekreis hervorgehobenKoordinaten: 52° 55′ N, 9° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Bad Fallingbostel
Fläche: 1.873,72 km²
Einwohner: 140.264 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HK
Kreisschlüssel: 03 3 58
Kreisgliederung: 23 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Vogteistraße 19
29683 Bad Fallingbostel
Webpräsenz: www.heidekreis.de
Landrat: Manfred Ostermann (parteilos)
Lage des Landkreises Heidekreis in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldb) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Heidekreis ist eine Gebietskörperschaft im Land Niedersachsen. Er liegt fast vollständig in der Lüneburger Heide, nach der er benannt ist. Kreisstadt ist Bad Fallingbostel, die einwohnerstärksten Städte sind Walsrode und Soltau.

Entstanden ist der Landkreis am 1. August 1977 aus einer Fusion der aufgelösten Kreise Fallingbostel und Soltau. Bis zur Umbenennung am 1. August 2011 bestand er unter dem Namen Landkreis Soltau-Fallingbostel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lüneburger Heide

Landschaftlich wird der Heidekreis durch die Lüneburger Heide geprägt, der Südwesten auch durch das Aller-Urstromtal. Der größte Teil des Kreisgebietes gehört zur Südheide, nur der Nordosten hat Anteil an der Hohen Heide und am Naturpark Lüneburger Heide. Dort entspringt die Böhme, deren gewundenes Tal in etwa mit der Längsachse des Kreisgebietes zusammenfällt, und an der die wichtigsten Orte liegen. Nordwestlich der Böhme liegen land- und forstwirtschaftlich geprägte, schwachwellige Hochflächen, südöstlich erhebt sich das stark reliefierte Hochgebiet der Falkenberg-Endmoräne, die fast ganz im Truppenübungsplatz Bergen liegt.

Der Landkreis gehört zu den Metropolregionen Hamburg und Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Der Altkreis Soltau im Norden ist traditionell eher nach Hamburg orientiert, während der südliche Altkreis Fallingbostel nach Hannover tendiert.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidekreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Harburg, Lüneburg, Uelzen und Celle, an die Region Hannover sowie an die Landkreise Nienburg/Weser, Verden und Rotenburg (Wümme).

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böhme nahe der Mündung in die Aller

Die weitaus größten Flüsse im Kreisgebiet sind die Aller und die Leine, die am Mündungspunkt mehr Wasser führt als die Aller. Die Böhme durchfließt das Kreisgebiet fast in gesamter Länge. Weitere Flüsse (mit über 10 Kilometern Länge im Kreisgebiet) sind Aue (Wietze), Bomlitz, Fulde, Große Aue (Böhme), Gilmerdinger Bach/Hahnenbach, Krelinger Bach, Kleine Örtze, Lehrde, Brunau/Luhe, Örtze, Meiße, Veerse, Warnau, Mehlandsbach/Wiedau, Wietze (Örtze) und Haverbeeke/Wümme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch gehörte das Gebiet des heutigen Heidekreises zum ehemaligen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und dessen Nachfolgerstaaten. Am 6. Mai 1884 trat die Kreisordnung der preußischen Provinz Hannover in Kraft. Das Amt Fallingbostel wurde im April 1885 mit dem Amt Ahlden zum Kreis Fallingbostel zusammengelegt, der Streit um den Kreissitz zwischen Fallingbostel und Walsrode zugunsten Fallingbostels entschieden. Gleichzeitig wurde das Amt Soltau in den Kreis Soltau überführt, lediglich die Gemeinde Fintel fiel an den Kreis Rotenburg.[2]

Zum 1. August 1932 trat die Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen in Kraft. In § 64 wurde bestimmt, dass die Landkreise Fallingbostel und Soltau zu einem neuen Landkreis Fallingbostel-Soltau mit Kreissitz in Fallingbostel zusammengeschlossen werden sollen. Dies wurde zum 1. Oktober 1932 umgesetzt.[3] Nach Protesten aus Soltau wurden beide Kreise genau ein Jahr später jedoch wieder getrennt. In einem Konvoi aus 30 Lastwagen wurden sämtliche Möbel und Akten wieder zurück nach Soltau gebracht.[4]

Aussichtsbunker auf dem Truppenübungsplatz Munster-Süd, vermutlich aus den 1930er Jahren

1935 bestätigten sich Gerüchte über die Einrichtung eines großen Truppenübungsplatzes auf dem Gebiet der Landkreise Fallingbostel und Celle. Der Landkreis Fallingbostel verlor fast 18 % seiner Fläche an den Truppenübungsplatz Bergen. Die teils jahrhundertealten Gemeinden Wense, Untereinzingen, Obereinzingen, Oerbke, Oberndorfmark, Böstlingen, Hartem, Ettenbostel, Ostenholz und Oberhode mussten von ihren Bewohnern verlassen werden. Weitere Gemeinden waren durch den Verlust von Teilflächen betroffen.[5]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges führte die britische Besatzungsmacht 1946 die Zweigleisigkeit der Kommunalen Selbstverwaltung ein. An der Spitze des Kreistages stand fortan der Landrat, an der Spitze der Kreisverwaltung der Oberkreisdirektor. Diese Regelung wurde in Niedersachsen bis 1996 beibehalten.[6]

Im Juli 1957 übernahm der Kreis Fallingbostel eine Partnerschaft für den Heimatkreis Rummelsburg/Pommern[7], im April 1960 folgte Soltau mit einer Partnerschaft mit dem Heimatkreis Soldin/Neumark. Regelmäßig trafen sich die ehemaligen Bewohner dieser Gebiete daraufhin in Fallingbostel bzw. Munster und Schneverdingen.[8]

Panzerspuren bei Wilsede

1963 trat das Soltau-Lüneburg-Abkommen in Kraft. Diese Vereinbarung zwischen Deutschland, Kanada und dem Vereinigten Königreich regelte die militärische Nutzung von zusätzlichen Flächen in der Lüneburger Heide. 3.700 ha des heutigen Heidekreises gehörten zu den Roten Flächen, die zur ständigen und uneingeschränkten Nutzung zur Verfügung gestellt wurden. Bis zum Auslaufen des Abkommens im Jahr 1994 hatten die Bewohner mit Belastungen durch Staub, Lärm und Militärverkehr zu kämpfen.[9][10]

Geburtsstunde des heutigen Heidekreises war das Jahr 1977. Auf eine umfassende Gebietsreform in Niedersachsen 1972 folgt wenige Jahre später im Rahmen des achten Gesetzes zur Verwaltungs- und Gebietsreform auch eine erneute Kreisreform. Am 13. Januar 1975 wurde der Entwurf vorgestellt. Danach sollten nach § 15 die Landkreise Fallingbostel und Soltau aufgelöst und zu einem neuen Landkreis Fallingbostel zusammengeschlossen werden. Insbesondere die Wahl des Kreissitzes Fallingbostel sorgte für Proteste aus der einwohnerstärkeren Stadt Soltau, da diese dem weitestgehend akzeptierten Gutachten von Werner Weber widersprach. Alle Verhandlungen, Bürgerinitiativen und Protestveranstaltungen waren zwecklos, auch eine Klage vor dem Niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg bleibt ohne Erfolg. Der Landkreis Soltau-Fallingbostel entstand zum 1. August 1977 aus den alten Landkreisen Fallingbostel und Soltau sowie einer Gemeinde des Landkreises Uelzen. Gleich in der zweiten Kreistagssitzung nach den Kreistagswahlen vom 23. Oktober 1977 beantragte Landrat Wolfgang Buhr (CDU Soltau), Soltau wieder als Kreissitz zu bestimmen. Da sich der Kreistag aus 26 Nordkreislern (Kreis Soltau) und lediglich 24 aus dem Südkreis (Kreis Fallingbostel) zusammensetzte, ging die Abstimmung entsprechend aus. Das Landeskabinett lehnte diesen Beschluss jedoch als unzulässig ab. Als Kompromissangebot wurde neben der Anpassung des Namens auch eine Außenstelle der Kreisverwaltung in Soltau eingerichtet.[11]

Die ersten Jahre der Kreisgeschichte waren geprägt durch die Existenz großer Truppenübungsplätze der Britischen Rheinarmee, der NATO und der Bundeswehr und den Bemühungen seitens des Landkreises, möglichst viele Flächen dem regen Ausflugs- und Wandertourismus in der Lüneburger Heide zugänglich zu machen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden zwar einige Truppenübungsplätze geräumt und sind nun öffentlich als Naturschutzgebiete zugänglich, jedoch befinden sich nach wie vor große Garnisonen in Munster und in der Kreisstadt Bad Fallingbostel.

Am 2. Februar 2005 wurde eine Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Mysliborz beschlossen.[12] Bis 2011 war eine Fusion der Kreisstadt Bad Fallingbostel mit den Kommunen Bomlitz und Walsrode zur neuen Stadt Böhmetal projektiert. Eine Bürgerbefragung am 2. November 2008 ergab jedoch eine deutliche Ablehnung in Fallingbostel, während Walsrode und Bomlitz die Idee befürworteten. Derzeit wird eine Gemeindefusion nicht weiter verfolgt.

Am 9. April 2010 beschloss der Kreistag mit einer Mehrheit von 27 zu 11 Stimmen (bei einer Enthaltung) eine Umbenennung des Landkreises von Soltau-Fallingbostel in Heidekreis. Insbesondere die Vertreter der namensgebenden Städte Soltau und Bad Fallingbostel hatten sich gegen die Namensänderung ausgesprochen. Eine Bürgerbefragung fand nicht statt. Bereits seit Jahren nutzt der Landkreis diesen Begriff als Beinamen. So gibt es zum Beispiel die Heidekreis-Musikschule, die Volkshochschule Heidekreis und das Heidekreis-Klinikum. Ein Antrag beim Innenministerium wurde bald darauf gestellt.[13] Da sich die Nachbarlandkreise Lüneburg und Harburg ablehnend geäußert haben, verzögerte sich die Entscheidung zunächst.[14] Am 30. Mai 2011 gab Ministerpräsident David McAllister schließlich bekannt, dass die Umbenennung in Landkreis Heidekreis zum 1. August 2011 genehmigt wird.[15] Am 7. Juli 2011 wurde die Umbenennung des Landkreises zum 1. August 2011 durch die Unterzeichnung der Umbenennungsurkunde[16] von Uwe Schünemann offiziell.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1980 126.800 [17]
1985 126.100 [18]
1990 126.227 [19]
1995 134.811 [19]
2000 140.203 [19]
2005 142.678 [19]
2010 139.630 [19]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landkreis Heidekreis Niedersachsen Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Landkreis Verden Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Uelzen Landkreis Celle Lindwedel Buchholz Schwarmstedt Essel Hademstorf Gilten Grethem Eickeloh Hodenhagen Böhme Häuslingen Ahlden Frankenfeld Rethem Walsrode Neuenkirchen Bomlitz Schneverdingen Osterheide Bad Fallingbostel Wietzendorf Soltau Munster BispingenMunicipalities in HK.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2015)[20]

Einheitsgemeinden

  1. Bad Fallingbostel, Kreisstadt (11.044)
  2. Bispingen (6404)
  3. Bomlitz (6951)
  4. Munster, Stadt (15.091)
  5. Neuenkirchen (5570)
  6. Schneverdingen, Stadt (18.729)
  7. Soltau, Stadt (21.414)
  8. Walsrode, Stadt, selbständige Gemeinde (23.219)
  9. Wietzendorf (4105)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Ahlden (Aller), Flecken (1518)
  2. Eickeloh (781)
  3. Grethem (646)
  4. Hademstorf (834)
  5. Hodenhagen * (3255)
  1. Böhme (920)
  2. Frankenfeld (522)
  3. Häuslingen (795)
  4. Rethem (Aller), Stadt * (2357)
  1. Buchholz (Aller) (2133)
  2. Essel (1100)
  3. Gilten (1205)
  4. Lindwedel (2618)
  5. Schwarmstedt * (5489)

gemeindefreier Bezirk

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Landratswahl am 25. Mai 2014 wurde Manfred Ostermann (parteilos) mit 71,3 % der abgegebenen Stimmen als Landrat wiedergewählt.

Ehemalige Landräte und Oberkreisdirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1977 bis Januar 2002 wurde der Landkreis durch eine Doppelspitze bestehend aus Oberkreisdirektor als Hauptverwaltungsbeamten und ehrenamtlichem Landrat, der hauptsächlich eine repräsentative Funktion hatte, geleitet. Zum 1. Februar 2002 wurden diese beiden Funktionen im Amt des hauptamtlichen Landrats zusammengefasst.

Oberkreisdirektor war über den gesamten Zeitraum von 1977 bis 2002 Klaus Schumacher. Die ehrenamtlichen Landräte in diesem Zeitraum waren:

Als hauptamtliche Landräte amtierten:

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreistagswahl 2011 brachte für den Heidekreis folgendes Ergebnis (nur die im Kreistag vertretenen Parteien sind aufgeführt; jeweils in % der abgegebenen Stimmen):

Kreiswahl 2011
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
36,99
34,64
12,54
3,34
2,32
2,07
1,96
3,14
1,46
1,53
BU
WBL
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,90
-0,11
+5,89
-0,49
-3,45
+0,33
+1,96
+0,11
+1,46
+1,19
BU
WBL
Sonst.
Sitzverteilung im Kreistag
1
17
6
1
2
2
1
19
1
17 19 
Von 50 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2006
Sitze
2006
Prozent
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,99 19 43,89 19 47,73 26
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,64 17 34,75 15 37,57 20
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,54 6 6,65 3 5,27 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,32 1 5,77 3 5,06 2
Linke Die Linke 2,07 1 1,74 1 n.k. n.k.
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,96 1 n.k. n.k. n.k. n.k.
BU BürgerUnion (BU) 3,34 2 3,83 2 2,61 1
WBL Walsroder Bürgerliste (WBL) 3,14 2 3,03 1 n.k. n.k.
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 1,46 1 n.k. n.k. n.k. n.k.
Gesamt 100 50 100 44 100 51
Wahlbeteiligung in Prozent 53,3 53,0 55,6

Es hat sich eine Mehrheitsgruppe im Kreistag gebildet, die sich CDU/GRÜNE/UWG im Heidekreis nennt und über 26 Sitze verfügt. Im Rahmen um den Streit um das Heidekreis-Klinikum verließen die drei Soltauer Abgeordneten der CDU die Kreistagsfraktion, bleiben aber Mitglieder der Mehrheitsgruppe.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blason das Wappen setzt sich zusammen aus:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere aufgrund der verkehrsgünstigen Lage im Städtedreieck Hamburg - Hannover - Bremen und der guten Anbindung der Gewerbegebiete an Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnstrecken haben sich zahlreiche Unternehmen aus Industrie und Logistik im Landkreis niedergelassen. Nach wie vor ist der Heidekreis aber auch stark durch Land- und Forstwirtschaft geprägt.

Größte Arbeitgeber in der Region sind Dow Wolff Cellulosics und Wipak im Industriepark Walsrode in Bomlitz (vormals Wolff Walsrode), Mondelēz International (vormals Kraft) und Eckes AG in Bad Fallingbostel sowie Hagebau und Harry-Brot in Soltau. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die vor allem in Munster stark vertretene Bundeswehr.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus in der Lüneburger Heide ist eine wichtige Einnahmequelle, der beispielsweise durch Freizeit- und Tierparks wie den Heide-Park in Soltau, den Serengeti-Park in Hodenhagen oder den Weltvogelpark Walsrode gefördert wird. In Soltau befinden sich zudem das Sole-Thermalbad Soltau-Therme und das Designer Outlet Soltau. Insbesondere Bispingen bietet mit Center Parcs, der Skihalle Snow Dome und weiteren Attraktionen ebenfalls ein breites touristisches Angebot.

Die Flüsse bieten Möglichkeiten zum Angeln, Schwimmen und für Kanu- oder Floßfahrten und die Heidelandschaft rund um den Wilseder Berg lädt zum Wandern oder zu Fahrradtouren ein. Nördlich von Soltau liegt der Naturpark Lüneburger Heide, der sich weit über die Kreisgrenzen hinaus erstreckt. In Neuenkirchen ist der Schäferhof mit seiner Heidschnuckenherde ein Anziehungspunkt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Autobahnen A 7 und A 27 (Autobahndreieck Walsrode). Dazu kommen mehr als 150 Kilometer Bundesstraße (3, 71, 209, 214, 440) sowie ein umfassendes Netz an Landes- und Kreisstraßen.

Im Schienenverkehr führen die Strecken Uelzen – Soltau - Langwedel („Amerikalinie“) sowie Buchholz in der NordheideSoltauHannover („Heidebahn“) durch die Region. Dazu kommen Güterverkehrsstrecken der OHE.

Östlich des Kreisgebiets schließen sich die NATO-Truppenübungsplätze Bergen und Munster an, die für Zivilfahrzeuge nur an wenigen Stellen durchlässig sind.

Medizinische und soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Soltau und Walsrode befinden sich Standorte des akutversorgenden Heidekreis-Klinikums. Rehakliniken gibt es in Bad Fallingbostel (Klinik Fallingbostel) und Soltau (MediClin Klinikum Soltau). Daneben gibt es im Heidekreis ein breites Angebot an Fach- und Hausärzten.

Ein vielfältiges Angebot an sozialen Diensten umfasst unter anderem Alten- und Pflegeheime, ambulante Hospiz- und Justizsozialdienste, Suchtberatungen sowie Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie. Im Heidekreis gibt es die sozialpädagogische Hilfen Vier Linden mit Häusern in Groß Häuslingen, Südkampen, Walsrode und Bad Fallingbostel. Dort werden diverse Jugendhilfen angeboten und das Sozialraumbüro in Bad Fallingbostel betrieben.[21]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen

Traditionell ist das Gebiet des heutigen Landkreises Heidekreis evangelisch-lutherisch geprägt. Die Gemeinden gehören zu den beiden Kirchenkreisen Soltau und Walsrode im Sprengel Lüneburg der Landeskirche Hannovers. Es gibt im Kreisgebiet 29 Kirchengemeinden und Kirchen sowie fünf Kapellen.

Insbesondere nach dem Krieg haben sich durch Zuzug vieler Heimatvertriebener, Gastarbeiter aus Südeuropa und Aussiedler aus Ostmittel- und Osteuropa große katholische Gemeinden gebildet, die zum Bistum Hildesheim gehören. Die Gemeinden sind seit der Jahrtausendwende großen Umstrukturierungsprozessen unterworfen. So wurden im Altkreis Fallingbostel mehrere ehemals selbständige römisch-katholische Gemeinden zur neuen Großgemeinde Sankt Maria mit Sitz in Walsrode vereinigt, die auch Visselhövede im benachbarten Landkreis Rotenburg (Wümme) einschließt. Daneben bestehen Gemeinden in Soltau mit einer Filialkirche in Schneverdingen, sowie in Munster (Örtze).

Ein Drittel der Bevölkerung des Landkreises ist konfessionsfrei. Ferner leben im Kreisgebiet u. a. Muslime, Angehörige von Freikirchen und Zeugen Jehovas.

Im Heidekreis gibt es vier Jüdische Friedhöfe: in Ahlden, Rethem, Soltau und Walsrode.[22] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidekreis ist Mitglied des Lüneburgischen Landschaftsverbands, der regionale kulturpolitische Aufgaben wahrnimmt. Um kulturelle Belange kümmern sich außerdem die kommunalen Kulturbeauftragten innerhalb der Städte und Gemeinden, die Kirchengemeinden, die Sparkassen, Banken und private Kulturinitiativen.

Museen und Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dolmen der "Sieben Steinhäuser"

Historische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeiteinrichtungen und -parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Munster: Deutsches Haus (nur für Veranstaltungen anzumieten)
  • Soltau: Dersa Kino
  • Walsrode: Capitol-Theater

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Heidekreis gibt es 26 Naturschutzgebiete.[23][24] Das größte Naturschutzgebiet, das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, hat eine Fläche von 13.222 ha auf dem Gebiet des Heidekreises, das kleinste Naturschutzgebiet, der Söhlbruch, eine Fläche von 8 ha.[25]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. April 1978 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Fallingbostel gültige Unterscheidungszeichen FAL zugewiesen. Am 15. Januar 1981 erhielt er das neue Kennzeichen SFA. Mit der Umbenennung des Landkreises wurde ihm am 1. August 2011 das Unterscheidungszeichen HK zugeteilt. Dieses wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gernot Erler u. Kurt Brüsehoff: 10 kunst- und kulturgeschichtliche Exkursionen im Landkreis Soltau-Fallingbostel. (Hrsg.: Landkreis Soltau-Fallingbostel), o.O. o.J. [ca. 1981], 147 S.
  • Gernot Erler, Kerstin Patzschke u. Kurt Brüsehoff (Fotos): Kunstgeschichte heute aus der Heide von gestern. Aus dem Handschuhfach Ihres Autos. Walsrode und das Fallingbosteler Land zum Zeigen - Hinfahren und Erleben. Bund der Freunde des Heidemuseums, Walsrode 1987.
  • Gernot Erler, Stefanie Hahn u. Volker Fischer (Fotos): Soltau-Fallingbostel. Neue Empfindungen zu einer alten Kulturlandschaft der Lüneburger Heide. Gronemann, Walsrode 1998, 120 S. m. zahlr. Abb., ISBN 3-00-002505-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Heidekreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Bildung des Kreises Fallingbostel in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  3. Erste Kreiszusammenlegung in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  4. Trennung der Landkreise Fallingbostel und Soltau in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  5. Erstes Artillerieschießen auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  6. Erstes Artillerieschießen auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  7. Patenschaft für den Heimatkreis Rummelsburg/Pommern in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  8. Patenschaft für den Heimatkreis Soldin/Neumark in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  9. Soltau-Lüneburg-Abkommen tritt in Kraft in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  10. Ende des Soltau-Lüneburg-Abkommens in der Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  11. Bargmann: Die Stadt Soltau in der niedersächsischen Geschichte. Band 3, Kapitel Die Gebiets- und Verwaltungsreform, S. 183–190.
  12. Zeitleiste auf der Webseite des Heidekreises
  13. Soltau-Fallingbostel ab sofort passé (Memento vom 14. April 2010 im Internet Archive) Bericht vom 12. April 2010 auf kreiszeitung.de
  14. Wer darf sich in Zukunft "Heidekreis" nennen? Beitrag des Hamburger Abendblattes vom 17. November 2010
  15. „Heidekreis“ offiziell genehmigt Bericht auf kreiszeitung.de vom 31. Mai 2011
  16. Landkreis-Umbenennungsurkunde vom 7. Juli 2011 (PDF; 246 kB)
  17. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  18. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1986
  19. a b c d e Regionaldatenbank Niedersachsen
  20. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  21. Das Sozial-ABC für den Heidekreis auf der offiziellen Webseite des Landkreises
  22. LANDKREIS SOLTAU-FALLINGBOSTEL. In: Jüdische Friedhöfe nach der heutigen Verwaltungsgliederung – Niedersachsen. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland
  23. Landkreis Heidekreis beim NLWKN
  24. Neue Naturschutzgebiete ab 2009 beim NLWKN
  25. Naturschutzgebiet „Söhlbruch“, Kennzeichen: NSG LÜ 045