Georg-Danzer-Steg

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Georg-Danzer-Steg mit U-Bahn-Zug bei der Ausfahrt aus der U-Bahn-Station Neue Donau; dahinter die Nordbahnbrücke
Links die Nordbahnbrücke, rechts das Teilstück der Brücke Georg-Danzer-Steg über die Neue Donau mit der unterhalb abgehängten Trasse für den Rad- und Fußverkehr, direkt am Hubertusdamm bei der U-Bahn-Station Neue Donau endend. Gut erkennbar die in sanftem Bogen geschwungene Brückenkonstruktion.[1]
Verkehrsstation Wien Handelskai (links), Turmbauwerk als Auffahrtsrampe auf den Georg-Danzer-Steg (Bildmitte) mit der unterhalb der U-Bahn-Gleisebene liegenden Trasse für den Rad- und Fußverkehr (rechts)

Der Georg-Danzer-Steg ist eine über die Donau, die Donauinsel und die Neue Donau führende U-Bahn-Brücke in Wien in Verbindung mit einer Rad- und Fußgängerquerung.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich namenlose, im Allgemeinen wie auch im amtlichen[2] Sprachgebrauch U6-Donaubrücke genannte Brücke, heute Georg-Danzer-Steg[3][4] wurde anlässlich der Verlängerung der U-Bahn-Linie U6 bis Floridsdorf errichtet. Der Rohbaubeginn war 1991,[5] die Eröffnung erfolgte am 4. Mai 1996 auf dem gesamten Streckenabschnitt zwischen Spittelau und Floridsdorf.[1]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genau wie die stromaufwärts verlaufende Nordbahnbrücke (Schnellbahn-Stammstrecke und Regionalbahnverkehr) verbindet auch die U6-Donaubrücke den 20. Bezirk Brigittenau am südwestlichen, rechten Donauufer mit dem 21. Bezirk Floridsdorf am nordöstlichen, linken Ufer der Neuen Donau. Während die beiden Strombrücken nur wenige Meter voneinander entfernt liegen, „[verläuft,] um der Sache mehr räumliche Spannung zu verleihen […]“ der die Neue Donau querende Brückenabschnitt mit der „U-Bahn-Trasse dabei nicht exakt parallel zur Bahn, sondern schwingt sich in einer sanften Kurve an das Stationsgebäude heran. Das hat […] zur Folge, daß nicht nur unter den beiden Trassen ‚Restraum‘ entsteht, sondern auch dazwischen.“[1]

Die gemeinsame, als Umsteigeknotenpunkt konzipierte Verkehrsstation Wien Handelskai (Wien Handelskai, S-Bahn, und Handelskai, U6) liegt am südwestlichen, Brigittenauer Brückenkopf. Das Aufnahmegebäude verbindet stadtseitig den Handelskai mit dem Millennium Tower bzw. der Millenniumcity stromab- und dem Rivergate stromaufwärts, mit dem parallel auf Straßenniveau liegenden Inselbahnsteig der Donauuferbahn (Vorortelinie S45) sowie mit den S-Bahn- und U-Bahn-Seitenbahnsteigen in Hochlage und dem Ausgang auf dem Höhenniveau des Uferdamms.

Beim nordwestlichen, Floridsdorfer Brückenkopf nahe der aufgelassenen S-Bahn-Haltestelle Wien Strandbäder befindet sich auf der Eindeckung der Donauuferautobahn zwischen dem Hubertusdamm und dem (Am) Rollerdamm die ebenfalls in Hochlage errichtete U-Bahn-Station Neue Donau.[6] Der Busumkehrplatz Neue Donau ist Endhaltestelle der Buslinie 20A mit Anbindung unter anderem an die Alte Donau und den anliegenden legendären Strandbädern Arbeiterstrandbad, Strandbad Alte Donau und Bundessportbad sowie an die U1-Station Kaisermühlen-VIC (Reichsbrücke) und den Donauturm.

Mit den beiden Stationen weist die Brücke Georg-Danzer-Steg eine ähnliche Anordnung auf wie die Donaustadtbrücke mit der U-Bahn-Linie U2. Im Gegensatz zur Reichsbrücke mit der (eingehausten) U-Bahn-Linie U1 befinden sich die beiden U6-Stationen so nahe wie möglich am Donau- bzw. Neue-Donau-Ufer, hingegen gibt es keine Aussteigmöglichkeit auf der Donauinsel selbst.

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim nordöstlichen Brückenkopf befindet sich neben dem Busumkehrplatz Neue Donau (siehe oben) ein Parkplatz für Kraftfahrzeuge mit rund 40 Stellplätzen.

Anders als die benachbarte Nordbahnbrücke mit dem nicht öffentlich zugänglichen Steg an der Nordbahnbrücke (auch: Steg an der Nordwestbahn)[7] verfügt die U-Bahn-Brücke über eine Rad- und Fußwegverbindung, die, wie auch die Reichsbrücke und die Praterbrücke, die nicht-motorisierte Donauüberquerung an diesem Flussabschnitt ermöglicht. Eine Besonderheit stellen dabei die drei U-Bahn-Brückenabschnitte mit unterschiedlich angeordneten Fußgänger- und Radverkehrsanlagen dar:

  • Der Brückenabschnitt über den Donaustrom (Strombrücke) ist mit zwei außenliegenden, am unteren Niveau des Kastenprofils der U-Bahn-Brücke angebrachten Seitenstegen ausgeführt. Die höherliegende Gleisebene ergibt damit Begrenzungsmauern zu den beiden Rad- und Fußwegen. Jeweils zwei, stromauf- und stromabgelegen turmartige Steinbauwerke mit Wendelrampen und Stiegen dienen der Erschließung von Damm (rechtes Donauufer) und Insel (linkes Donauufer) hinauf auf Höhe der Stege.[8]
  • Die Donauinsel wird vom Rad- und Fußverkehr im Weiteren auf Bodenniveau gequert, der Brückenabschnitt über die Insel ist damit ausschließlich als U-Bahn-Brücke ausgeführt.
  • Die Querung über den Brückenabschnitt über die Neue Donau ist als unter dem eigentlichen Brückentragwerk untergehängte Trasse ausgeführt, die niveaufrei sowohl auf der Donauinsel als auch auf dem nordöstlichen Uferdamm, direkt gegenüber dem U-Bahn-Eingang der Station Neue Donau, einmündet.

Am stärksten frequentiert wird der Georg-Danzer-Steg im Zuge des jährlichen Wiener Donauinselfests.

Namensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benennung der, wie oben erwähnt, bis dahin namenlosen Brücke zum Georg-Danzer-Steg, wurde vom dafür zuständigen Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft am 31. März 2009 einstimmig beschlossen.[2]

Als Begründung der Benennung wird auf der Stadt-Wien-Website angeführt, dass „Georg Danzer […] einer der Künstler [war], die bei der Festveranstaltung anlässlich ‚25 Jahre Reichsbrücke‘ der Instandsetzung der Reichsbrücke 2003 bis 2005 teilgenommen ha[ben].“ Es sei dies auch deshalb „eine Hommage an den verstorbenen Künstler, da dieser Steg ein vielgenutzter Zugang während des alljährlich stattfindenden Donauinselfests ist.“[7]

Auf Basis der angeführten Quellen ist unklar, ob die Bezeichnung Georg-Danzer-Steg das gesamte Brückenbauwerk inklusive der Brückenabschnitte der U-Bahn-Brücke (als Objekte der Wiener Linien) umschließt, oder ob damit ausschließlich die unter der Magistratsabteilung 29 (Brückenbau und Grundbau) stehenden Stege für den Rad- und Fußverkehr an den Außenseiten der Strombrücke sowie unter der Brücke über die Neue Donau benannt wurden.

„Treffen wir uns also an der Brücke so wie jeden Abend um halb zehn“

Georg Danzer: Studioalbum 1979, Notausgang[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georg-Danzer-Steg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Liesbeth Waechter-Böhm: U6 Teilstück Spittelau – Floridsdorf: Wer allzuviel auf einmal will. In: nextroom, 27. April 1996, abgerufen am 17. Juni 2018.
  2. a b „(AZ 01277-2009/0001-GKU; MA 07 –594/09) Die unbenannte U6-Donaubrücke (SCD 10851) in 1200 und 1210 Wien, über die alte und neue Donau, stromab der Nordbahnbrücke, wird nach Georg Danzer (7. Oktober 1946 bis 21. Juni 2007; Komponist, Sänger, Liedtexter) in ‚Georg-Danzer-Steg‘ benannt. (Einstimmig.)“ In: Amtsblatt der Stadt Wien, Bd. 2009, Nr. 20, 14. Mai 2009, S. 4 (Digitalisat online).
  3. Georg-Danzer-Steg im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  4. a b Eine Brücke für Georg Danzer. In: derStandard.at, 3. April 2009, abgerufen am 17. Juni 2018.
  5. Wiener Linien: Geschichte der U-Bahn, Abschnitt 1991. (Artikel abgerufen am 1. Juni 2009, nicht mehr online auf der Website der Wiener Linien.)
  6. Liesbeth Waechter-Böhm: U6 Teilstück Spittelau – Floridsdorf: Wer allzuviel auf einmal will. In: nextroom, 27. April 1996, abgerufen am 17. Juni 2018: „Eine Station, die fast in Sichtweite des Handelskais – nur die Donauinsel schiebt sich dazwischen – und ebenfalls in Hochlage errichtet wurde, liegt an der ‚Neuen Donau‘. Sie steht auf der Eindeckung der Donauufer-Autobahn und enthält eine kleine, bescheidene EXPO-Reminiszenz in Form eines Parkplatzes: Hier hätte der EXPO-Shuttle seinen ‚Bahnhof‘ haben sollen.“
  7. a b Wiener Brückenbau und Grundbau (Magistratsabteilung 29): Georg-Danzer-Steg und Steg an der Nordwestbahn. In: wien.gv.at, Stadt Wien (Hrsg.), ohne Datum, abgerufen am 17. Juni 2018. (Innerhalb vom Text Steg an der Nordbahnbrücke bezeichnet. Vgl. auch gleichlautend in der Brückeninformation Wien der Stadt Wien, abgerufen am 17. Juni 2018.)
  8. Liesbeth Waechter-Böhm: U6 Teilstück Spittelau – Floridsdorf: Wer allzuviel auf einmal will. In: nextroom, 27. April 1996, abgerufen am 17. Juni 2018: „Es galt also einen Niveausprung zu bewältigen, und das hat aufwendige bauliche Maßnahmen nach sich gezogen. Zusätzlich zur ohnehin gewaltigen Station [Handelskai] gibt es daher noch runde, turmartige Rampenbauwerke, mit deren Hilfe das Gefälle sowohl von den Radfahrern als auch von Kinderwagen schiebenden Fußgängern in weitschweifigen Serpentinen überwunden werden kann.“

Koordinaten: 48° 14′ 38″ N, 16° 23′ 23″ O