Georg H. Schnell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Heinrich Schnell; auch G. H. Schnell (* 11. April 1878 in Tschifu,[1] heute Yantai, China; † 31. März 1951 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Schnell als Leibgardist in „Der Leibgardist“, Komödie in 3 Aufzügen von Ferenc Molnár, Mai 1911, Foto: Walter Lilienthal, von 1911 bis 1922 Photographisches Atelier Hammerschlag, Graf-Adolf-Straße 44, Düsseldorf

Der Sohn eines Lieferanten der chinesischen Armee kam bereits als Kind nach Deutschland. Nach dem Schulabschluss arbeitete er im Kolonialdienst und war Holzfäller in Florida. 1900 nahm er an der Niederschlagung des Boxeraufstands teil. Nach Schauspielunterricht erhielt Schnell 1903 am Stadttheater von Elbing sein erstes Engagement. Weitere Stationen seiner Theaterlaufbahn waren unter anderem Düsseldorf[2], Straßburg und München. 1914 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1919 wurde er Schauspieler in Berlin und trat vor allem in modernen Gesellschaftsstücken und Operetten auf. Unter Max Reinhardts Regie agierte er in Maughams Regen (1925) und Tolstois Der lebende Leichnam (1928).

Zwischen 1919 und seinem Todesjahr 1951 spielte Schnell in rund 130 Filmen, wobei er hauptsächlich in kleineren bis mittleren Nebenrollen zu sehen war. Nur selten erhielt er die Chance auf größere Filmauftritte. Dennoch spielte in vielen großen Klassikern der 1920er bis 1940er Jahre mit. So war er in Friedrich Wilhelm Murnaus Filmklassiker Nosferatu, eine Symphonie des Grauens als Reeder Harding zu sehen. International spielte er in Alfred Hitchcocks Filmdebüt Irrgarten der Leidenschaft. Während der Tonfilmzeit wurden seine Rollen, etwa in Emil und die Detektive (1931) und Titanic (1943), noch kleiner. Einen seiner letzten Filmauftritte übernahm Schnell neben Heinz Rühmann in der Komödie Die Feuerzangenbowle (1944) als eines der Mitglieder der berühmten Bowlenrunde.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1919: Die rollende Kugel
  • 1919: Die Schuld
  • 1919: Die Arche
  • 1919: Die letzten Menschen
  • 1920: Die Tarantel
  • 1920: Alkohol
  • 1920: Moral
  • 1921: Der Frauenarzt
  • 1922: Das Geheimnis der Santa Maria
  • 1922: Der Abenteurer
  • 1922: Der falsche Dimitry
  • 1922: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens
  • 1922: Kinder der Zeit
  • 1922: Lucifer
  • 1922: Marie Antoinette - Das Leben einer Königin
  • 1924: Die blonde Hannele
  • 1924: Die Tragödie einer Liebesnacht
  • 1925: Irrgarten der Leidenschaft (The Pleasure Garden)
  • 1925: Aus der Jugendzeit klingt ein Lied
  • 1925: Freies Volk
  • 1925: Verborgene Gluten
  • 1926: Der gute Ruf
  • 1926: Die Mühle von Sanssouci
  • 1927: Bigamie
  • 1927: Hast Du geliebt am schönen Rhein?
  • 1928: Der alte Fritz - 2. Ausklang
  • 1928: Hurrah! Ich lebe!
  • 1930: Das Donkosakenlied
  • 1930: Der unsterbliche Lump
  • 1930: Der Weg zur Schande
  • 1930: Ihre Majestät die Liebe
  • 1931: Emil und die Detektive
  • 1931: Danton
  • 1931: Im Geheimdienst
  • 1931: Meine Frau, die Hochstaplerin
  • 1931: Schatten der Manege
  • 1931: Kaiserliebchen
  • 1932: Kampf
  • 1932: Tannenberg
  • 1934: Ferien vom Ich
  • 1934: Oberwachtmeister Schwenke
  • 1934: Der Polizeibericht meldet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Wenigers Filmlexikon wird die Ortsangabe Tschiefu geschrieben.
  2. Georg Schnell, in Sammlung Düsseldorfer Theaterzettel, 1910–1911