Georg Theodor Kloß

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Georg Theodor Kloß war ein deutscher Orgelbauer des 18. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Leben und Werk des Orgelbauers Georg Theodor Kloß ist bisher kaum etwas bekannt. Die wenigen nachweisbaren Stationen seiner Tätigkeit befinden sich im damaligen Herzogtum Sachsen-Weißenfels. In den meisten Quellen wird er auch als Weißenfelser Hoforgelbauer bezeichnet. Neben dem Neubau von Orgelwerken war Kloß offensichtlich mehr mit der Begutachtung und der Reparatur von Orgeln anderer Meister befasst. Die Chronologie der mit dem Namen G. T. Kloß in Verbindung gebrachten Orgelwerke lässt vermuten, dass er um 1700 geboren wurde.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortschronik von Schellsitz, einem Ortsteil von Naumburg, heißt es, dass der Schulmeistersohn Georg Theodor Kloß die Orgel der Kirche 1723 überholt hatte.[1]

Im Jahr 1726/27 beauftragte man den „Hoforgelmacher zu Weißenfels“ mit einem Neubau in der Nikolaikirche in Jüterbog.[2] Dieser kostete 1495 Taler, 7 Groschen und 4 Pfennige [Archiv Bergelt / Behrens]. Den Prospekt versah der Potsdamer Bildhauer Johann Christian Angermann mit reichem Schnitzwerk [PfA Jüterbog, Orgelbau-Akte A.6., Acta specialia]. Bereits im Jahre 1739 wurde diese Orgel durch einen Neubau von Joachim Wagner ersetzt. In einer Dokumentation über die Evangelische Stadtkirche St. Nikolai heißt es dazu: Weil das Werk „dermaaßen schlecht … ausgeführet worden, daß dieses beim Gottesdienst… großentheils… gar nicht gebraucht werden könne…“ waren die Jüterboger „aus Noth gezwungen zum Bau eines andern und tüchtigen … Orgelwercks“.[2] Das Gehäuse der Orgel ist trotz mehrerer Orgelneubauten – der letztmalige im Jahr 1908 durch Wilhelm Rühlmann – bis heute erhalten geblieben.[3]

In den Jahren 1731–1734/35 erfolgten Überholungsarbeiten an den Orgelwerken des Merseburger Doms und der Wenzelskirche zu Naumburg. In der Literatur finden sich in diesem Zusammenhang Hinweise auf eine Gutachtertätigkeit des Orgelbauers Kloß. Die bereits Anfang der neunziger Jahre des 17. Jahrhunderts von Zacharias Thayßner umgebaute Naumburger Orgel bewährte sich in der folgenden Zeit nicht. „HofforgelMeister zu Weißenfels“, George Theodorus Kloß, stellte an ihre mehrere Mängel fest, vor allem ein immerwährendes Heulen, dem „dass gantze Werck … unterworffen“ war.[4]

Als sich der „Förderverein Barockorgel Langenbogen“ e. V.[5] im Jahr 2001 das Ziel setzte, die Orgel der Dorfkirche St. Magdalenen wieder spielbar machen zu lassen, waren Baujahr und Erbauer dieses Kleinods barocker Baukunst noch nicht bekannt. Erst eine bei den Restaurierungsarbeiten in der Windlade gefundene Inschrift gab den entscheidenden Hinweis. Es heißt dort: „Diese Orgel ist von mir, Unterschreibendem, im Jahr Christi 1735 auf der hiesigen Gemeinde freiwilligermaßen gefertigt und aufgeführt. Soviel habe den Nachfolgern hinterlassen wollen. George Theodorus Kloße, Hoforgelbauer in Weißenfels“. Somit konnte nachgewiesen werden, dass die ältesten Teile der Orgel von Kloß gefertigt worden waren.

Da das Instrument jedoch erst im Jahr 1826 durch den Orgelbaumeister Johann Gottfried Kurtze aus Halle an die Gemeinde Langenbogen verkauft und auch selbst eingebaut wurde,[6] bleibt weiterhin ungeklärt, wo das Orgelwerk ursprünglich gestanden hat. Am 4. Januar 1736 erhielt der Orgelbauer Kloß den Auftrag zur Reparatur[7] der Orgel in Dehlitz bei Weißenfels, sie ging beim Abbruch des Kirchenschiffs und des Turmes der Dorfkirche 1972 verloren.

1738 baute G. T. Kloß eine Orgel mit mechanischer Traktur für die Evangelische Dorfkirche in Beetzendorf. Diese wurde nach wenigen Jahren durch einen weiteren Neubau ersetzt. Hierzu wurde ein entsprechender Vertrag bereits im November 1737 mit dem Orgelbauer Johann Jacob Nicolaus Gansen II aus Salzwedel geschlossen. In das heute noch vorhandene schöne Barockgehäuse über dem Altar wurde 1990 von der Firma Schuke Orgelbau Potsdam eine neue Orgel mit 14 klingenden Registern erbaut.

Die Orgel der Stadtkirche Frohburg bei Geithain wurde durch Kloß im Jahr 1739 repariert.

Um 1747 soll er dann in Pörsten gearbeitet haben.[8]

Als Orgelbauer in Döhling bei Weißenfels soll Kloß 1760 die Orgel in Altranstädt, einem Ortsteil von Großlehna, gebaut haben. Auch die Orgel in Obernessa wird nach Einschätzung des Präsidenten des Ladegast-Kollegiums, Alexander Koschel, und des Dresdner Organologen Wolfram Hackel dem Orgelbauer Kloß zugeschrieben.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe www.naumburg.de: Ortsteilbeschreibung Schellsitz, gelesen am 9. September 2011.
  2. a b Jutta Brumme, Fritz J. Reichert: Jüterbog. Evangelische Stadtkirche St. Nikolai Verlag Schnell & Steiner Regensburg 1995, ISBN 978-3795459826, S. 16.
  3. Uwe Pape: Historische Orgeln in Brandenburg und Berlin Pape-Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3921140659.
  4. Ulrich Dähnert: Der Orgel- und Instrumentenbauer Zacharias Hildebrandt Breitkopf & Härtel Musikverlag, Leipzig 1962, S. 73-74.
  5. siehe Förderverein Barockorgel Langenbogen
  6. Kaufkontrakt vom 1. Oktober 1826 über eine Orgel für die neu erbaute Kirche in Langenbogen. Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg (LASA, C 48 II a, Regierung Merseburg, Kirchenregistratur, Nr. 2812, Bd. I, Blatt 158 – 161).
  7. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Außenstelle Wernigerode (LHASA, MD, Rep. H Dehlitz, Nr. 1825).
  8. Siehe auch: G. H. Heydenreich: Kirchen- und Schulchronik Weißenfels, 1840.