George Keppel, 3. Earl of Albemarle

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George Keppel, 3. Earl of Albemarle KG PC (* 5. April 1724; † 13. Oktober 1772) war ein britischer Offizier und Politiker.

George Keppel, 3. Earl of Albemarle

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammte aus der ursprünglich holländischen Familie van Keppel und war der älteste Sohn von Willem van Keppel, 2. Earl of Albemarle und dessen Ehefrau Anne Lennox. Solange sein Vater noch lebte, trug er den Titel eines Viscount Bury. Nach dessen Tod 1754 trug er auch dessen Titel und wurde dritter Earl of Albemarle.

Keppel wurde zwischen 1732 und 1740 an der Westminster School erzogen. Wie sein Vater schlug er eine militärische Laufbahn ein. Er verfügte seit der Schule über freundschaftliche Beziehungen zu William Augustus, Duke of Cumberland. Diese Beziehung zum Sohn Georg II. und familiäre Verbindungen, haben seine Karriere erleichtert. Er trat 1738 in die Coldstream Guards ein, wo auch sein Vater bereits gedient hatte. Er war Aide-de-camp Cumberlands im Rang eines Oberstleutnants in der Schlacht bei Fontenoy im Jahr 1745. In der Schlacht bei Culloden 1746 geriet er mehrfach in unmittelbare Gefahr. Er überbrachte die Nachricht vom Sieg an Georg II.

Beim Herzog von Cumberland bekleidete er seit 1746 das Hofamt eines Lord of the bedchamber. Vor allem durch seinen Onkel Charles Lennox, 2. Duke of Richmond erlangte er 1746 für Chichester einen Sitz im House of Commons. Allerdings zeigte er in der Folge wenig Interesse an der Parlamentsarbeit. Sein Bruder Augustus Keppel, 1. Viscount Keppel übernahm den Sitz 1755.

Im Jahr 1749 wurde er Oberst. Er übernahm 1755 die Oberstenstelle bei den King’s own dragoon. Im Jahr 1756 wurde Keppel Generalmajor und 1759 Generalleutnant. Außerdem gehörte er dem privy Council an. Keppel wurde 1761 zum Gouverneur von Jersey ernannt. Den Posten behielt er bis zu seinem Tod.

Er wurde für seine auf die Nähe zum Hof und nicht auf Leistung basierende Karriere etwa von James Wolfe oder Horace Walpole kritisiert. Während des Siebenjährigen Krieges schlug er mehrere Kommandos zunächst aus. Stattdessen übernahm er 1762 das Oberkommando über die Landstreitkräfte beim Angriff auf Havanna. Sein Bruder Augustus Keppel war stellvertretender Kommandeur über die Flotte. An dem Vorhaben nahm auch ein weiterer Bruder teil, der Generalmajor William Keppel. George gelang es sein Truppen am 7. Juni 1762 erfolgreich auf Kuba zu landen. Im August des Jahres kapitulierte die Stadt. Durch Seuchen starben während der Belagerung tausende britischer Soldaten. In Großbritannien löste der Sieg große Begeisterung aus.

Albermale wurde Gouverneur der Insel. Sein Handeln nach der Niederlage der Spanier hat wenig zur Beruhigung der Lage beigetragen. Er ließ den Bischof deportieren, weil dieser nicht mit den Besatzern zusammenarbeiten wollte. Kaufleute beschwerten sich über ungerechte Steuern. Für Albermale selbst war der Sieg lukrativ. Er erhielt 122.000 Pfund an Prisengeldern und ähnlichen Einkommen. Als Dank für den Sieg ernannte ihn Georg III. 1765 zum Ritter des Hosenbandordens.

Nach seiner Rückkehr beteiligte er sich stärker als zuvor an der politischen Auseinandersetzung. Als Gefolgsmann von Cumberland unterstützte er die erste Regierung von Charles Watson-Wentworth, 2. Marquess of Rockingham im Jahr 1765. Nach dem Tod Cumberlands im selben Jahr war Keppel dessen Nachlassverwalter. Politisch ging er 1766 zu den innerparteilichen Gegnern Rockinghams über. Er galt zeitweise als einer ihrer Anführer. Seine Gesundheit hatte in Kuba schwer gelitten und nach seiner Rückkehr wurde seine politische Tätigkeit immer wieder durch Rückfälle unterbrochen.

Erst 1770 heiratete er Ann, eine Tochter von John Miller, Baronet of Chichester. Mit dieser hatte er einen Sohn William Charles Keppel. Er hatte außerdem Kinder mit einer Mätresse. Kurz vor seinem Tod wurde er noch zum General befördert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William C. Lowe: Keppel, George, third earl of Albemarle (1724–1772), army officer and politician. In: Oxford Dictionary of National Biography Onlineversion