Georgisch-Abchasischer Krieg

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Georgisch-Abchasischer Krieg
Datum 14. August 1992 – 27. September 1993
Ort Abchasien
Ausgang De-facto-Unabhängigkeit Abchasiens
Territoriale Änderungen Abchasien spaltet sich von Georgien ab
Konfliktparteien

Flag of Georgia (1990–2004).svg Georgien
Flag of Georgia (1990–2004).svg Sakartwelos Mchedrioni
unterstützt durch:
UNSO-flag.svg Freiwillige der UNSO[1]

Flag of Abkhazia.svg Abchasische Separatisten
KHNK.png Konföderation der Kaukasusvölker
unterstützt durch:
Russland Russland
Flag of Armenia.svg Armenische Freiwillige

Befehlshaber

Flag of Georgia (1990–2004).svg Eduard Schewardnadse
Flag of Georgia (1990–2004).svg Tengis Kitowani
Flag of Georgia (1990–2004).svg Dschaba Iosseliani

Wladislaw Ardsinba


Der Georgisch-Abchasische Krieg war ein Konflikt, welcher zwischen der georgischen Regierung und abchasischen Separatisten ausgetragen wurde. Die ukrainische Partei UNA-UNSO kämpfte dabei auf Seiten der Georgier, während Armenier[2] und Russen die abchasischen Freischärler unterstützten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln des Abchasien-Konflikts reichen in die vorsowjetische Zeit zurück, als im Zuge des Auseinanderbrechens des russischen Zarenreiches 1918 die unabhängigen Staaten im südlichen Transkaukasien entstanden. Abchasien wurde im Juni des gleichen Jahres in das Staatsgebiet der Demokratischen Republik Georgien eingegliedert, bevor sie für eine kurze Zeit selbständig war. Mit der Gründung der Sowjetmacht in Georgien 1921 stand die rechtliche Statusfrage Abchasiens zur Diskussion. Nach kurzen Überlegungen wurde im März 1921 parallel zur Georgischen UdSSR die „Sozialistische Sowjetrepublik Abchasien“ (ASSR) ausgerufen. Sie wurde in ihren föderativen Rechten aufgewertet und besaß im Grunde genommen ebenbürtige Autonomiebefugnisse wie Georgien, Armenien und Aserbaidschan. 1931 vollzog sich jedoch auf Initiative von Joseph Stalin und Lawrenti Beria die Herabstufung der bisher gültigen Formation. Abchasien wurde in ein autonomes Gebiet innerhalb der Georgischen UdSSR umgewandelt.[3]

Seit dem Zerfall der Sowjetunion forderten viele Abchasier einen unabhängigen Staat, während die Bewohner Südossetiens einen Anschluss an Russland unterstützten. Im Südossetienkrieg (1991–1992) kämpften ossetische Separatisten gegen die georgische Regierung. Mit dem Einmarsch russischer Truppen im Sommer 1992 wurde der Konflikt beendet und Südossetien ist seitdem ein selbsterklärter unabhängiger Staat, der aber von den allermeisten Staaten international nicht anerkannt ist und sehr stark von militärischer und wirtschaftlicher Hilfe Russlands abhängt.[4]

Konfliktverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Juli 1992 erklärte die Republik Abchasien ihre Unabhängigkeit. Schon nach kurzer Zeit kam es zu steigenden Spannungen zwischen Abchasien und Georgien. In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1992 überschritten georgische Truppen die Grenze zu Abchasien unter anderem mit der Begründung georgische Staatsvertreter zu befreien. Am 18. August stellten die Konföderation der Kaukasusvölker sowie am 25. August der georgische Oberkommandeur Giorgi Karkarashvili den jeweiligen Konfliktparteien ein Ultimatum. Am 3. September wurde ein Waffenstillstand beschlossen. Im Oktober kam es jedoch zur Offensive der abchasischen Streitkräfte, welche unter anderem Gagra einnahmen. Georgien bat daraufhin die NATO um Hilfe, um die territoriale Integrität zu bewahren. Zwischenzeitlich kam es zu Friedensgesprächen und Waffenstillständen, welche jedoch nicht eingehalten wurden. Ende September 1993 wurde Sochumi von den Separatisten erobert. Am 27. September 1993 kam es dort zu Verbrechen an der georgischen Zivilbevölkerung.[5] Mit der Einnahme Sochumis kam es zur Einstellung der Kriegshandlungen und Abchasien wurde eine international nicht anerkannte Republik.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im zweijährigen Krieg um Abchasien starben rund 10.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon waren Zivilisten. Im Zuge der abchasischen Gegenoffensive im Sommer 1993 wurden so gut wie alle georgischen Einwohner der abtrünnigen Provinz (250.000 Menschen) aus ihren Heimatorten vertrieben. Ungefähr 50.000 georgische Flüchtlinge kehrten in den Folgejahren in die angrenzende Stadt Gali im Süden Abchasiens wieder zurück. Diese halten sich dort allerdings nicht dauerhaft auf, sondern migrieren immer wieder zwischen Gali und Sugdidi auf der georgischen Seite der Konfliktlinie.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bpb.de/internationales/europa/ukraine/138428/analyse-die-entstehung-des-ukrainophonen-parteifoermigen-rechtsextremismus-in-der-ukraine-der-1990er
  2. http://www.trackingterrorism.org/group/bagramyan-battalion
  3. Eva-Maria Auch: Der Konflikt in Abchasien in historischer Perspektive. Hrsg.: OSZE-Jahrbuch 2004. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2004, S. 242 ff.
  4. Mit offenen Karten: Georgien nach dem Krieg
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 5. Februar 2004 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-mannheim.de
  6. Sabine Fischer: Nicht eingefroren! Die ungelösten Konflikte um Transnistrien, Abchasien, Südossetien und Berg-Karabach im Lichte der Krise um die Ukraine. Hrsg.: SWP-Studie. Berlin Juli 2016, S. 50.