Gestose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
O10 – O16 Ödeme, Proteinurie und Hypertonie während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes
O21 Übermäßiges Erbrechen während der Schwangerschaft
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Gestose ist ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Krankheiten, deren Ursachen weitgehend unklar sind. Man unterscheidet Frühgestosen im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) mit Hyperemesis gravidarum oder Ptyalismus (vermehrtem Speichelfluss) und Spätgestosen im letzten Drittel, die sich als Präeklampsie bzw. Eklampsie oder HELLP-Syndrom darstellen. Das zweite Drittel der Schwangerschaft ist meist nicht betroffen (sog. Toleranzstadium). Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung (auch Schwangerschaftstoxikose[1] und Toxämie) für Gestosen beruht auf falschen Vorstellungen über die Ursachen und ist veraltet.

Von einer Pfropfgestose (auch: Propfgestose), die sich im Unterschied zur essentiellen Gestose einer bereits bestehenden Krankheit aufpfropft, wird gesprochen, wenn eine Frau vor einer Schwangerschaft schon an Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) oder einer Nierenerkrankung erkrankt war und sich während einer späteren Schwangerschaft weitere Symptome einer Gestose oder eine Verstärkung der Symptome einstellen.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem folgende Symptome können Anzeichen einer Gestose sein: Bluthochdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin, Ödeme, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Krampfanfall, Schmerzen im rechten Oberbauch.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als mögliche Ursachen werden folgende Faktoren diskutiert:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Kremling: Zur Geschichte der Gestose. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 17, 1998, S. 261–274.
  • Ernst T. Rippmann: Die Spätgestose. Basel und Stuttgart 1970.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Friedberg, Ernst Hochuli: Schwangerschaftstoxikosen. In: Otto Käser u. a. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe, II: Schwangerschaft und Geburt. Stuttgart 1967, S. 450–515.
  2. Horst Kremling (1998), S. 269.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!