Streifen-Leinkraut

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Streifen-Leinkraut

Streifen-Leinkraut (Linaria repens)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Antirrhineae
Gattung: Leinkräuter (Linaria)
Art: Streifen-Leinkraut
Wissenschaftlicher Name
Linaria repens
(L.) Mill.

Das Streifen-Leinkraut (Linaria repens), auch Gestreiftes Leinkraut[1] genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Leinkräuter (Linaria) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört. Sie ist in Westeuropa verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 18
Zygomorphe Blüten

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Streifen-Leinkraut wächst als ausdauernde[2] krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von (20 bis) 30 bis 75 (bis 100[2]) Zentimetern.[1] Sie bildet ein kriechendes Rhizom.[2] Der stielrunde Stängel ist blaugrün bereift. Die kahlen, bläulich-grün bereiften, etwas fleischigen Laubblätter sind 1,5 bis 4 Zentimeter lang,[2] schmal lanzettlich bis linealisch und dreinervig.[1]

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden kahle, traubige Blütenstände gebildet.[2] Der Blütenstiel ist etwa so lang wie die Kelchblätter.[2][1]

Die zwittrige Blüte ist deutlich zygomorph, fünfzählig und besitzt eine doppelte Blütenhülle. Die 9 bis 13 Millimeter lange Blütenkrone ist zweilippig.[1] Die (blass) gelblichen bis lilaweißen[1] oder blassbläulich-lilafarbenen[2] und dunkelviolett längsgestreiften[1] Kronblätter sind verwachsen. Die gespaltene Oberlippe ist etwas zurückgebogen[1] und violett geadert.[2] Die Unterlippenwülste sind zitronengelb oder selten weiß. Der gerade 3 bis 5 Millimeter lange[2] Sporn ist gestutzt.[1]

Frucht und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 3 bis 4 Millimeter lange[2] Kapselfrucht ist fast kugelig.[1] Die netzartig-runzelig Samen sind ellipsoidal-dreikantig und ohne Hautsaum.[2]

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis September mit Höhepunkt in den Monaten Juli und August.[2] Das Streifen-Leinkraut wächst als Geophyt oder Hemikryptophyt. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Die Diasporen werden durch den Wind ausgebreitet.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um ein ozeanisch-submediterranes Florenelement.[2][4] Das Verbreitungsgebiet des Streifen-Leinkrautes liegt vor allem in Südwesteuropa, vom nördlichen Spanien und nordwestlichen Italien bis Westdeutschland und Belgien. Durch Verschleppung erfolgte eine Ausweitung des Areals bis England und Schottland, Mittelschweden und Süd-Finnland, ostwärts bis Polen sowie Tschechien.[4]

In den österreichischen Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg (dort nur in der Stadt Salzburg), Tirol und Vorarlberg kommt es selten als unbeständiger bis lokal eingebürgerter Neophyt vor.[2]

Das Streifen-Leinkraut besiedelt Ruderalstellen, besonders Bahnanlagen und Dämme[2] sowie lückig bewachsene Wegränder und Waldlichtungen auf kalkarmen, steinig-lockeren, stickstoffhaltigen Böden in sommerwarmen Lagen[5] der collinen bis submontanen Höhenstufe.[5][2] Das Streifen-Leinkraut kommt in Mitteleuropa in Gesellschaften der Ordnung Galiopsietalia segetum und der Verbände Epilobion angustifolii, Trifolion medii oder Dauco-Melilotion vor.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Linaria repens (L.) Mill., Streifen-Leinkraut. FloraWeb.de
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5, S. 727 (auch bei Botanik im Bild / Flora von Österreich).
  3. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 829.
  4. a b Georg Philippi: Scrophulariaceae. In: Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996, ISBN 3-8001-3342-3, S. 272–273.
  5. a b Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 4: Nachtschattengewächse bis Korbblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X, S. 114.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gestreiftes Leinkraut (Linaria repens) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien