Gewöhnliche Brenndolde

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Gewöhnliche Brenndolde
CnidiumDubium.jpg

Gewöhnliche Brenndolde (Cnidium dubium)

Systematik
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Selineae
Gattung: Brenndolden (Cnidium)
Art: Gewöhnliche Brenndolde
Wissenschaftlicher Name
Cnidium dubium
(Schkuhr) Thell.

Die Gewöhnliche oder Sumpf-Brenndolde (Cnidium dubium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Brenndolden (Cnidium) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Taxonomie und Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manche Autoren stellen sie zu den Silgen (Selinum). Der deutsche Trivialname lautet dann Brenndolden-Silge, der wissenschaftliche Name Selinum dubium (Schkuhr) Leute.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Sturm
Fruchtstand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gewöhnliche Brenndolde ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze. Sie ist schlank und erreicht Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern. Sie ist gänzlich kahl, unverzweigt (bis wenig verzweigt) und entfernt beblättert. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach fiederschnittig und besitzen lineale, 1 bis 2 Millimeter breite, am Rand schmal umgeschlagene Blattzipfel mit weißen Stachelspitzen.

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Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mitte Juli bis August. Der doppeldoldige Blütenstand besitzt keine oder nur wenige Hüllblätter. Die Blüten sind weiß.

Die Frucht ist eiförmig bis fast kugelig und 2 bis 2,5 Millimeter lang. Die Teilfrucht besitzt fünf deutlich hervortretende Rippen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 20.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gewöhnliche Brenndolden handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Nach der Mahd erfolgt keine zweite Blüte. Die vegetative Vermehrung geschieht über Ausläufer bzw. Wurzelschosse (besonders im Herbst nach der Mahd zu beobachten.)

Herbarbeleg der Stängelblätter. Diese Art sollte wegen ihrer Gefährdung und Seltenheit keinesfalls gesammelt werden!

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gewöhnliche Brenndolde kommt in Osteuropa und Westasien (Westsibirien) vor. Die Westgrenze verläuft an der Ostküste von Südschweden nach Deutschland und Österreich hinein. Sie ist ein kontinentales Florenelement, das heißt, das Kerngebiet der Verbreitung ist das kontinentale Europa; sie meidet das atlantische Klima. Sie kommt in Mitteleuropa selten vor.

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Cnidium dubium ist in Deutschland meist selten in Nord- und Nordostdeutschland, Thüringen, Sachsen, Hessen, Nordbayern und der mittleren bzw. nördlichen Oberrheinebene zu finden. Sie wurde 1996 in Deutschland in Kategorie 2- = stark gefährdet eingestuft.

Cnidium dubium wächst an feuchten bis nassen, zeitweise überfluteten, kalkarmen, sauren, doch basenreichen bis (schwach) kalkhaltigen, basischen Stellen. Sie bevorzugt nicht gedüngte nährstoffarme Streuwiesen auf humosen wie schluffigen Böden. Cnidium dubium ist Kennart einer eigenen Gesellschaft (Cnidio-Violetum), die zum Verband des Cnidion, zu den Moorwiesen gehört.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Aufl. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Aufl. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gewöhnliche Brenndolde (Cnidium dubium) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien