Gideon Sundbäck

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Gideon Sundbäck
Zeichnung aus seinem Patentantrag in den USA von 1914

Otto Fredrik Gideon Sundbäck (nach seiner Übersiedelung in die USA Sundback; * 24. April 1880 in Ödestugu, Schweden; † 21. Juni 1954 in Meadville, Pennsylvania) war ein schwedisch-amerikanischer Maschinenbauingenieur und Erfinder, dessen bekannteste Entwicklung der moderne Reißverschluss ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gideon Sundbäck studierte Maschinenbau am Rheinischen Technikum in Bingen, der heutigen Technischen Hochschule Bingen. Dort legte er 1903 sein Ingenieurexamen ab. Zwei Jahre später wanderte er in die USA aus. Dort begegnete er seinem Landsmann Peter Aronson, dessen Tochter Elvira er später heiratete. Aronson war Geschäftsführer der Automatic Hook and Eye Company, die erste, noch unvollkommene Reißverschlüsse herstellte.

Zu diesem neuen Verschlusssystem hatten bereits andere Erfinder wichtige Vorarbeiten geleistet, darunter Elias Howe, Max Wolff und insbesondere Whitcomb Judson. Letzterer hatte 1892 den ersten praktikablen Reißverschluss für Stiefel entwickelt und zu dessen Vermarktung 1905 mit seinem Partner Lewis Walker die Automatic Hook and Eye Company gegründet. Nach dem Ausscheiden Judsons aus der Firma engagierte Walker Aronson und Sundbäck, der das Produkt entscheidend weiterentwickelte.

Sundbäck erfand als erster einen Reißverschluss, der nicht nur für Lederwaren, sondern auch für Textil-Kleidung und andere Anwendungsbereiche geeignet und praktikabel war. Seine Weiterentwicklung ließ er erstmals im Jahr 1909 in Deutschland patentieren.[1]

Zuerst wurde der Reißverschluss ausschließlich für Stiefel und Tabakbeutel verwendet, doch nach einigen weiteren Verbesserungen, zum Teil durch Sundbäck selbst, gewann er ab 1930 auch in der Textilindustrie zunehmend an Bedeutung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patent DE216807: Verschluß für Kleidungsstücke jeder Art und für Gebrauchsgegenstände, bestehend aus an den Verschlußkanten des Kleidungsstücks o. dgl. kettenartig angeordneten Ösen- und Hakengliedern. Angemeldet am 1. April 1909, veröffentlicht am 4. Dezember 1909, Anmelder: Gideon Sundback.