Gikas Chardouvelis

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Gikas Chardouvelis

Gikas Angelos Chardouvelis (griechisch Γκίκας Άγγελος Χαρδούβελης, auch Gikas Hardouvelis transkribiert * 8. Oktober 1955 in Poulithra bei Leonidi)[1] ist ein griechischer Wirtschaftswissenschaftler und war im Kabinett Samaras Finanzminister.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chardouvelis verbrachte nach seinem Abitur 20 Jahre seiner Karriere in den USA.[2] So erhielt er einen Bachelor an der philosophischen Fakultät der Harvard University und einem M.Sc. in angewandter Mathematik (1978) an derselben Universität.[2] Im Jahre 1983 wurde er in Volkswirtschaft (1983) an der University of California, Berkeley promoviert.[2] 1994 kehrte er nach Griechenland zurück.[2] Nach der Kabinettsumbildung im Kabinett Samaras wegen der Stimmverlusten bei der Europawahl 2014 war Chardouvelis vom 10. Juni 2014 bis zum 26. Januar 2015 Finanzminister.[3] Die Amtszeit des Kabinetts Samaras endete einen Tag nach einer vorgezogenen Parlamentswahl; ihm folgte das Kabinett Alexis Tsipras I. Nach mehrmonatigen Ermittlungen beschloss der Anti-Korruptions-Ausschuss des griechischen Parlaments Ende Dezember 2015, Hardouvelis müsse sich wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung vor der Justiz verantworten.[4]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chardouvelis ist Professor für Finanzen an der Universität Piräus in Griechenland (2010). Er ist Chefökonom und Leiter für Wirtschaftsforschung der EFG Eurobank Ergasias und am Zentrum für Forschung der Wirtschaftspolitik in London, Vorsitzender des Akademischen Rats der griechischen Bankengesellschaft, Mitglied des Akademischen Rats in Zypern und am Internationalen Institut für Management sowie Mitglied des Ausschusses zur Leitung von Globalen Anlagenmanagements.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chardouvelis betont, es sei möglich, die öffentlichen Ausgaben zu kürzen: „Es ist eine allgemeine Überzeugung, dass die öffentlichen Ausgaben unelastisch sind, aber ich glaube, es gibt Raum für Kürzungen, wenn man hart daran arbeitet … Zum Beispiel, wenn man die Bezahlung der Überstunden im öffentlichen Sektor betrachtet.[5] Die Wallstreet wird von Chardouvelis kritisiert. Er kritisierte Griechenlands Buchführungspraktiken: „Politiker möchten den Ball vorwärts spielen, und wenn eine Bank ihnen einen Weg zeigen kann, wie sie ein Problem in die Zukunft verschieben können, fallen sie darauf herein[6]Wenn ein Banker den Politikern einen Weg zeigt, wie man ein Problem auf die Zukunft verlagern kann, dann greifen sie sofort zu.[7] Chardouvelis beschreibt dies als klassischen Fall von Ko-Abhängigkeit. Sowohl die griechischen Politiker als auch die Banker von Goldman Sachs hatten laut Chardouvelis nur am kurzfristigen Erfolg Interesse. Italien und die Bank JPMorgan haben laut Chardouvelis 1996 ein ähnliches Swap-Geschäft vollzogen und dies nicht in der Bilanz des Staates als Verbindlichkeit aufgeführt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gkikas A. Hardouvelis CV auf der Webseite der Wirtschaftsuniversität Athen, abgerufen am 10. Juni 2014; Mark Blaug & Howard R. Vane: Who's Who in Economics, Fourth Edition. Edward Elgar Verlag, Cheltenham (Gloucestershire) 2003, ISBN 1-84064-992-5, S. 347.
  2. a b c d Vita Gikas Hardouvelis, in: Handelsblatt, Nr. 180 vom 18. September 2014, S. 10.
  3. Griechenlands Finanzminister muss gehen, Deutsche Welle, 10. Juni 2014; Kabinett Samaras (griechisch)
  4. spiegel.de 22. Dezember 2015
  5. Reuters: Krisengebeuteltes Griechenland auf der Suche nach Maßnahmen [DE]. In: www.euractiv.com. 10. Dezember 2009 (bei euractiv.com [abgerufen am 29. März 2010]).
  6. Louise Story, Landon Thomas Jr. und Nelson D. Schwartz: Wallstreet half Griechenland beim Verstecken der Schulden und schürte die europäische Krise Bis zum Ausbruch der Krise ersannen US-Banken Wege, um die europäischen Grenzwerte zu umgehen. In: www.euractiv.com. 10. Dezember 2009 (bei united-mutations.org [abgerufen am 29. März 2010]).
  7. John Dyer: Goldman Sachs half beim Schummeln Griechische Schulden mit Swap versteckt. Ein Vorgang im Zusammenhang mit Zahlentricksereien Griechenlands wirft ein Licht auf den Einfluss von Großbanken auf den Euro. In: www.euractiv.com. 10. Dezember 2009 (bei neues-deutschland.de [abgerufen am 29. März 2010]).
  8. [1]
  9. http://www.nber.org/authors/rafael_laporta
  10. : http://www.faqs.org/abstracts/Business/The-term-structure-as-a-predictor-of-real-economic-activity.html#ixzz0jeuDUgKk

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]