Giuseppe Zocchi

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Giuseppe Zocchi
Giuseppe Zocchi. Frontispiz der Stadtansichten von 1744
Giuseppe Zocchi. Vedute von Florenz mit der Ponte Santa Trinita.

Giuseppe Zocchi (geboren 1711/auch 1717 in Florenz; gestorben 1767 ebenda) war ein italienischer Maler und Zeichner, der in Florenz lebte und für seine Florentiner Veduten bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zocchi stammte aus einem armen Elternhaus und begann seine Laufbahn in Florenz unter der Protektion von Andrea Gerini, der ihn nach Venedig, wo er in den Kupferstich eingeführt wurde, Mailand, Bologna und Rom schickte. Für Gerini schuf er Fresken in dessen Palast in der via Ricasoli. Gerini beauftragte Zocchi mit der Aufnahme bekannter Ansichten von Florenz, die Zeichnungen wurden von ihm und anderen gestochen und 1744 in zwei Serien gedruckt. Die eine mit 24 Ansichten und einer Karte von Florenz unter dem Titel Scelta XXIV vedute delle principali contrade, piazze, chiese, e palazzi della citta di Firenze; die zweite enthielt fünfzig Stiche unter dem Titel Vedute delle ville e di altri luoghi della Toscana.

Zocchi arbeitete ab 1750 auch für die Florentiner Werkstatt Opificio delle Pietre Dure und schuf dort Entwürfe für Mosaike in Stein und Holzmosaiken, so für den Großherzog der Toskana Franz Stephan und damit für den Wiener Hof der Habsburger, sowie für den Berliner Hof der Hohenzollern. Möbel von ihm stehen heute in der Wiener Hofburg, im Louvre und im Palazzo Pitti. Im Palazzo Salimbeni in Siena im Sala del Palio sind heute zwei Ölbilder zu sehen (Veduta notturna della Piazza del Campo con fiaccolata e corteo per la venuta a Siena del Granduca Francesco I duca di Lorena e Maria Teresa Arciduchessa d’Austria il 2 aprile 1739 und Veduta diurna della Piazza del Campo col Palio corso in onore del Granduca Francesco I duca di Lorena e Maria Teresa Arciduchessa d’Austria il 3 aprile 1739), die eine Tages- und eine Nachtansicht der Piazza del Campo am Tag des Palio di Siena, einem Sonderpalio im April 1739, zeigen.

Auch die vier Mosaikbilder des im Zweiten Weltkrieg verschollenen Bernsteinzimmers gehen auf Zeichnungen von Zocchi zurück.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Harprath, Giuseppe Zocchi : Veduten der Villen und anderer Orte der Toscana, 1744; Staatliche Graphische Sammlung München, 7. Dezember 1988 bis 12. Februar 1989, München 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Giuseppe Zocchi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. V.M. Popov: Amber Room. - In: Amber Museum Kaliningrad. Kaliningrad 2008.