Glanzmispeln

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Glanzmispeln
Apfelförmige Früchte von Davids-Glanzmispel (Photinia davidiana).

Apfelförmige Früchte von Davids-Glanzmispel (Photinia davidiana).

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Glanzmispeln
Wissenschaftlicher Name
Photinia
Lindl.

Die Glanzmispeln (Photinia) sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der botanische Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort photeinos für glänzend ab und bezieht sich auf die oft glänzenden Blätter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Photinia-Arten bilden Bäume mit unregelmäßiger Krone und Sträucher, die Wuchshöhen von 3 bis 15 Metern erreichen. Die Zweige sind bei vielen Arten dornig. Die meisten Arten sind immergrün, aber es kommen auch laubabwerfende Arten vor. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach; ihre Größe variiert je nach Art zwischen 3 bis 15 cm Länge und 1,5 bis 5 cm Breite. Die Blattränder sind glatt oder meist leicht gezähnt. Die Nebenblätter sind oft groß bis blattartig.

Photinia-Arten bilden endständige, unterschiedlich aufgebaute, oft doldenrispigen Blütenstände. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen, fünfzähligen Blüten weisen einen leichten Weißdornduft und Durchmesser von 5 bis 10 mm auf. Die fünf grünen Kelchblätter sind kurz. Die fünf Kronblätter sind oft weiß. Es sind meist etwa 20 Staubblätter vorhanden. Meist zwei bis fünf (selten ist nur eines vorhanden) Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Die kleinen apfelförmigen Früchte mit einem Umfang von 4 bis 12 mm werden in großen Mengen gebildet. Sie reifen im Herbst und bleiben oft bis weit in den Winter hinein an der Pflanze hängen. Die Früchte dienen Vögeln als Nahrung, die die Samen mit ihrem Kot ausscheiden und verteilen.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Das Hauptverbreitungsgebiet ist Asien. Etwa 48 Arten kommen in China vor, davon sind etwa 34 dort endemisch.

Zur klassischen Gattung Photinia gehören Arten, die im warmen Teil Asiens vom Himalaya bis nach Japan im Osten und Indien und Thailand im Süden vorkommen. Allerdings zählen einige Botaniker auch die eng verwandte nordamerikanische Art Heteromeles arbutifolia (C.Presl) Abrams unter dem Namen Photinia arbutifolia dazu. Etwa sechs Arten werden oftmals als eigene Gattung Stranvaesia geführt: Stranvaesia amphidoxa C.K.Schneider = Photinia amphidoxa (C.K.Schneid.) Rehder & E.H.Wilson, Stranvaesia davidiana Decaisne = Photinia davidiana (Decne.) Cardot , Stranvaesia nussia (Buchanan-Hamilton ex D.Don) Decaisne = Photinia nussia (Buch.-Ham. ex D.Don) Kalkman, Stranvaesia oblanceolata (Rehder & E.H.Wilson) Stapf = Photinia oblanceolata, Stranvaesia tomentosa T.T.Yu & T.C.Ku = Photinia tomentosa. Nahe verwandte Gattungen sind Feuerdorn (Pyracantha), Zwergmispeln (Cotoneaster) und Weißdorn (Crataegus).

Synonyme für Photinia Lindl. sind Pourthiaea Decne. und Stranvaesia Lindl..

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Es gibt etwa 66 Arten:

Immergrüne Arten[Bearbeiten]

Laubabwerfende Arten[Bearbeiten]

  • Photinia beauverdiana C.K.Schneid.
  • Photinia glomerata Rehder & E.H.Wilson (Syn.: Photinia franchetiana Diels)
  • Photinia parvifolia (E.Pritz.) C.K.Schneid. (Syn.: Pourthiaea parvifolia E.Pritz.)
  • Warzen-Glanzmispel oder Warzige Glanzmispel (Photinia villosa (Thunb.) DC., Syn.: Crataegus villosa Thunb., Photinia villosa var. longipes ined., Pourthiaea villosa (Thunb.) Decne., Pourthiaea villosa var. longipes Nakai)

Nicht mehr zur Gattung Photinia gehören:

Nutzung[Bearbeiten]

Die Früchte einiger Arten werden roh oder gegart gegessen. Pflanzenteile einiger Arten werden medizinisch genutzt. Pflanzenteile werden zum Färben verwendet. Die mit Früchten behangenen Zweige einzelner Arten werden als Weihnachtsdekoration verwendet. Das sehr harte Holz einiger Arten wird genutzt, zum Beispiel zur Herstellung von Möbeln. [1]

Ziergehölze[Bearbeiten]

Blütenstand mit genagelten Kronblättern von einer buschförmigen Ziersorte
Sorte 'Red Robin'

Einige Photinia-Arten und Hybriden sind wegen der Früchte und Blätter beliebte Ziersträucher. Es gibt zahlreiche Sorten und Hybriden, einige davon werden speziell ihrer leuchtend roten Blätter wegen angepflanzt, die sie im Frühjahr und Sommer haben. Häufige Sorten sind [2]:

  • Frasers Glanzmispel (Photinia × fraseri Dress = P. glabra × P. serratifolia) ist immergrün:
    • Photinia × fraseri 'Red Robin'
    • Photinia × fraseri 'Camilvy'
    • Photinia × fraseri 'Curly Fantasy'
    • Photinia × fraseri 'Cassini' ('Pink Marble'™)
  • Davids-Glanzmispel (Photinia davidiana, Handelsname: „Lorbeermispel/Stranvaesia“):
    • P. davidiana 'Palette' (Herkunft unbekannt)
    • P. davidiana 'Fructu Luteo' (gelbe Früchte)
    • P. davidiana 'Prostrata' (eine langsamwachsende Sorte)
  • Photinia nussia (Handelsname: „Glanzmispel“)
  • Photinia 'Redstart' (P. davidiana × P. × fraseri)

Feuerbrand[Bearbeiten]

Photinia-Arten sind als Kernobstgewächse stark durch Befall mit Feuerbrand gefährdet und manche Arten zählen mit zu den Hauptwirtsgruppen.

Die Produktion und Inverkehrbringung von Photinia davidiana („Lorbeermispel/Stranvaesia“) und Photinia nussia („Glanzmispel“) ist in der Schweiz seit 1. Mai 2002 verboten.[3]

Quellen[Bearbeiten]

In der Flora of China ist Stranvaesia noch eine eigene Gattung:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei Plants for a Future. (engl.)
  2.  Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica: Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPflanzenkrankheiten – Feuerbrand – Hausgarten. ACW, abgerufen am 26. April 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glanzmispeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien