GoalControl

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Schematischer Aufbau des GoalControl-Systems

GoalControl ist ein computergestütztes, kamerabasiertes System zur Ballverfolgung im Fußball. GoalControl wurde von der GoalControl GmbH damals in Würselen und später in Eschweiler in der Städteregion Aachen entwickelt. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Aachen, Nordrhein-Westfalen.[1]

Das System wurde im März 2013 von der FIFA als Torlinientechnologie lizenziert.[2] GoalControl-4D verwendet pro Tor sieben am Stadiondach angebrachte Kameras und funktioniert, laut Hersteller, mit jedem Ball und jedem Tor. Die Kameras sind Hochgeschwindigkeitskameras, die pro Sekunde 500 Bilder produzieren. Die Daten laufen über ein Glasfaserkabel zu einem Rechner, der die Position des Balles auf 5 Millimeter genau berechnet.[3] Eine Kombination von GoalControl (für die Ortung) und GoalRef (für die Anzeige) wurde von der FIFA zur Erprobung beim Konföderationen-Pokal 2013 ausgewählt.[4]

GoalControl-4D kam bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013 in Marokko zum Einsatz.[5][6] Zusätzlich kam (für die Anzeige) das System GoalControl Replay zum Einsatz.[7] Damit wurden Animationen von strittigen Torszenen erstellt und den Stadionbesuchern auf großen Anzeigetafeln sowie den Fernsehzuschauern am Bildschirm gezeigt.[8] Diese Animationen machten sichtbar, ob ein Ball die Torlinie tatsächlich in vollem Umfang überquert hatte, eine notwendige Bedingung für ein korrektes Tor.

In Deutschland ist der Tivoli, die Heimspielstätte von Alemannia Aachen, seit dem 14. April 2014 das erste Stadion mit einer FIFA-zertifizierten Torlinientechnik-Installation. Hier kann das System auch besichtigt und vorgeführt werden.[9]

GoalControl wurde 2014 in Brasilien erstmals bei einer Weltmeisterschaft eingesetzt.

Beim Gruppenspiel Frankreich gegen Honduras wurde GoalControl nach einem Schuss von Karim Benzema und einem anschließenden Eigentor von Noel Valladares erstmals bei einem WM-Spiel zur Anerkennung eines Treffers und Bestimmung des Torschützen herangezogen.[10]

Seit der Saison 2015/2016 wird GoalControl in der französischen ersten Liga, der Ligue 1, in allen 20 Stadien eingesetzt. Der Vertrag läuft bis 2019.[11]

Zu Beginn der Fußballsaison 2017/18 haben der ehemalige Fußballspieler Simon Rolfes und sein Geschäftspartner Markus Elsässer die Leitung der GoalControl GmbH übernommen.[12]

Das System zur Erkennung eines Tores wird neben dem portugiesischen nun auch im französischen Ligapokal eingesetzt.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://goalcontrol.visualseven.de/de/impressum.html
  2. Tortechnik-Test bei WM-GeneralprobeFifa setzt auf deutsche Firma, 2. April 2013
  3. Michael Ashelm: Bei der WM geschätzt, in Deutschland verteufelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Juni 2014, abgerufen am 11. Juni 2014.
  4. Besonderheiten zum Confed Cup 2013. confed-cup.de, abgerufen am 2. März 2020.
  5. Erstmals Torlinientechnik in Afrika. In: fifa.com. FIFA, 10. Dezember 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. The FIFA Club World Cup 2013 in Morocco also with Goal-Line Technology by GoalControl. goalcontrol.de, 10. Oktober 2013, abgerufen am 21. Dezember 2013.
  7. Über GoalControl Replay. goalcontrol.de, 10. Oktober 2013, abgerufen am 22. Dezember 2013.
  8. Wiederholungen der Torlinientechnologie auf Großbildschirmen. In: fifa.com. FIFA, 15. Dezember 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  9. http://www.aachener-zeitung.de/sport/alemannia-aachen/der-tivoli-auf-einer-stufe-mit-dem-maracana-stadion-1.833361
  10. Erster WM-Treffer dank Torlinientechnik auf t-online.de, abgerufen am 16. Juni 2014.
  11. Sport1.de: Ligue 1 entscheidet sich für Torlinientechnik GoalControl. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 2. Dezember 2016]).
  12. https://www.goalcontrol.de/de/news/2017/08/21/simon-rolfes-%C3%BCbernimmt-goalcontrol-und-baut-torlinientechnik-engagement-aus/abgerufen am 26. August 2017
  13. https://goalcontrol.de/aktuell.htm/abgerufen am 19. Mai 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]