Eigentor

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Ein Eigentor (oder Selbsttor), in Österreich und der Schweiz auch Eigengoal, kommt im Fußball, Eishockey und vergleichbaren Mannschaftssportarten vor, wenn ein Spieler den Ball ins eigene Tor schießt. Der gegnerischen Mannschaft wird die Punkteanzahl für ein erzieltes Tor gutgeschrieben.

Eigentor (Fußball)[Bearbeiten]

Beim Fußball wurde das Thema Eigentor des Öfteren zum Streitpunkt. Oft muss geklärt werden, welcher Name in der Torschützenliste auftaucht, der des Angreifers oder der des Verteidigers, der den Ball ins eigene Tor ablenkte bzw. schoss.

Wie bei jedem Tor wird der Treffer demjenigen Spieler gutgeschrieben, der den Ball auf eine Bahn in Richtung Tor gebracht hat. Im Falle eines abgefälschten Schusses gilt das Tor demnach als Eigentor, falls der ursprüngliche Schuss das Tor verfehlt hätte, und als normales Tor, wenn der Schuss auch ohne Abfälschung ins Tor gegangen wäre.

Nennenswerte Eigentore[Bearbeiten]

Eigentore in anderen Ballsportarten[Bearbeiten]

Auch im Eishockey und im Basketball sind Eigentore (bzw. Eigenkörbe) möglich und kommen hin und wieder vor. Im Gegensatz zum Fußball wird beim Eishockey ein Eigentor nicht dem eigentlichen Schützen zugeschrieben, sondern demjenigen, der als letzter Spieler des Teams, für welches das Tor erzielt wurde, den Puck berührt hat. Beim Basketball werden bei einem unabsichtlichen Eigenkorb auf FIBA-Ebene die Punkte dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft, in der NBA dagegen dem dem Korb am nächsten befindlichen Spieler der gegnerischen Mannschaft zugeschrieben. Ein absichtlicher Eigenkorb ist gemäß den FIBA-Regeln nicht möglich, ein entsprechender Versuch hat lediglich den Ballbesitz für die gegnerische Mannschaft zur Folge. Im Feldhockey waren Eigentore bisher nicht möglich. Wurde der Ball von einem abwehrenden Spieler über die Torlinie befördert, wurde auf lange oder kurze Ecke (Strafecke)für die angreifende Mannschaft entschieden. Im Juni 2012 wurde die Regel wie ein Tor erzielt werden kann vorläufig geändert, so dass nun auch Eigentore möglich sind. Diese Regeländerung steht aber unter Beobachtung.[4] So gewann die deutsche Hockeynationalmannschaft am 30. Juni mit 5:0 gegen Südkorea und am 4. Juli 2013 mit 6:0 gegen Malaysia auch durch Eigentore der gegnerischen Mannschaften.[5][6]

„Eigentor“ metaphorisch[Bearbeiten]

Im übertragenen Sinn wird ein Eigentor als eine Handlung bezeichnet, die sich entgegen der Absicht gegen einen selbst richtet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2005-06/13/723121/spielanalyse_1-fsv-mainz-05-30_eintracht-frankfurt-32.html Dramatisches Rhein-Main-Derby ohne Sieger
  2. Absichtliches Eigentor sorgt für Furore! In: 11 Freunde. 22. August 2003, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  3. 96: Ein Rekord für die Bücher - Artikel bei kicker.de, abgerufen am 1. Juli 2010
  4. Notice to Continental Federations National Associations - Rules of Hockey (PDF; 96 kB)
  5. deutscher-hockey-bund.de: "World League: Deutsche Herren mit eindrucksvollem Sieg gegen den Asienmeister - Sonntag, 30. Juni, in Johor (MAL): Korea – Deutschland 0:5 (0:0)"
  6. deutscher-hockey-bund.de: "World League: Deutsche Herren nach beeindruckender Vorstellung im Halbfinale - Donnerstag, 4. Juli, in Johor (MAL): Deutschland – Malaysia 6:0 (6:0)"

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Eigentor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen