Eigentor

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Ein Eigentor (oder Selbsttor), in Österreich und der Schweiz auch Eigengoal, kommt bei Torspielarten vor, wenn ein Spieler den Ball ins Tor der eigenen Mannschaft schießt. Der gegnerischen Mannschaft wird die Punkteanzahl für ein erzieltes Tor gutgeschrieben.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelung für Tor und Eigentor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wird der angreifende Spieler auch dann als Schütze eines Tores geführt, wenn ein Abwehrspieler den Ball ablenkt, selbst wenn der Ball ohne die Einwirkung des Abwehrspielers das Tor verfehlt hätte. Entscheidend ist, dass „ein Torschussversuch klar erkennbar ist“. Als Eigentor gilt es nur dann, wenn „durch den abwehrenden Spieler eine kontrollierte Aktion in unbedrängter Situation vorliegt“.[1]

Rekorde in der deutschen Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Kaltz und Nikolče Noveski schossen während ihrer Karrieren die meisten Eigentore (6) in der deutschen Bundesliga (Stand Feb. 2012).

Dieter Bast, Dieter Pulter, Gerd Zimmermann, Per Røntved, Nikolče Noveski und Karim Haggui erzielten jeweils 2 Eigentore in einem einzigen Bundesliga-Spiel.

Am 12. Dezember 2009 erzielte Hannover 96 im Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach drei Eigentore.[2] Dies ist alleiniger Rekord in der seit 1963 bestehenden Fußball-Bundesliga. Alle drei Eigentore wurden zudem erstaunlicherweise von außerhalb des Strafraums erzielt.

Nennenswerte Eigentore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Ballsportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Eishockey, Handball und Basketball sind Eigentore (bzw. Eigenkörbe) möglich und kommen hin und wieder vor.

Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Basketball werden bei einem unabsichtlichen Eigenkorb auf FIBA-Ebene die Punkte dem Kapitän der gegnerischen Mannschaft, in der NBA dagegen dem dem Korb am nächsten befindlichen Spieler der gegnerischen Mannschaft zugeschrieben. Ein absichtlicher Eigenkorb ist gemäß den FIBA-Regeln nicht möglich, ein entsprechender Versuch hat lediglich den Ballbesitz für die gegnerische Mannschaft zur Folge.

Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum Fußball wird beim Eishockey ein Eigentor nicht dem eigentlichen Schützen zugeschrieben, sondern demjenigen, der als letzter Spieler des Teams, für welches das Tor erzielt wurde, den Puck berührt hat.

Hockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hockey sind Eigentore nicht möglich. Wird der Ball von einem abwehrenden Spieler über die Torlinie befördert, wird auf lange oder kurze Ecke (Strafecke) für die angreifende Mannschaft entschieden. Im Jahr 2012 wurde die Regel wie ein Tor erzielt werden kann vorläufig geändert, so dass auch Eigentore möglich waren.[5] So gewann die deutsche Hockeynationalmannschaft am 30. Juni 2013 mit 5:0 gegen Südkorea und am 4. Juli 2013 mit 6:0 gegen Malaysia auch durch Eigentore der gegnerischen Mannschaften.[6][7] Bereits nach einer Saison wurde das Eigentor wieder abgeschafft.[8]

„Eigentor“ metaphorisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im übertragenen Sinn wird ein Eigentor als eine Handlung bezeichnet, die sich entgegen der Absicht gegen einen selbst richtet. Dabei spricht man davon, sich „selbst ein Eigentor zu schießen“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Eigentor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die offizielle Regelung: Tor oder Eigentor? Die DFL nimmt Stellung. In: focus.de. 21. August 2013, abgerufen am 4. Mai 2015.
  2. 96: Ein Rekord für die Bücher. In: kicker.de, abgerufen am 1. Juli 2010.
  3. Dramatisches Rhein-Main-Derby ohne Sieger. In: kicker.de.
  4. Absichtliches Eigentor sorgt für Furore! In: 11 Freunde. 22. August 2003, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  5. Regeländerungen zum 1. August 2012. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  6. deutscher-hockey-bund.de: „World League: Deutsche Herren mit eindrucksvollem Sieg gegen den Asienmeister - Sonntag, 30. Juni, in Johor (MAL): Korea – Deutschland 0:5 (0:0)“
  7. deutscher-hockey-bund.de: „World League: Deutsche Herren nach beeindruckender Vorstellung im Halbfinale - Donnerstag, 4. Juli, in Johor (MAL): Deutschland – Malaysia 6:0 (6:0)“
  8. Eigentorregel von FIH wieder zurückgenommen. Abgerufen am 4. Juni 2016.