Goethe-Gymnasium (Berlin-Lichterfelde)

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Goethe-Gymnasium
Goethe-Gymnasium in der Drakestraße
Schulform Gymnasium
Schulnummer 06Y11
Gründung 1872
Adresse

Drakestr. 72–74
12205 Berlin

Ort Berlin-Lichterfelde
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 5″ N, 13° 18′ 21″ OKoordinaten: 52° 26′ 5″ N, 13° 18′ 21″ O
Träger Land Berlin
Schüler 756 (2017/2018)[1]
Lehrkräfte 70 + 11 Referendare (2017/2018)[1]
Leitung Dagmar Porzelt
Website www.goethe-oberschule-berlin.de

Das Goethe-Gymnasium ist ein Gymnasium im Berliner Ortsteil Lichterfelde und umfasst die Jahrgangsstufen 7–12.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. April 1872 wurde in der Villa Hildesheim (Bellair) in der Berliner Straße (heute Ostpreußendamm) die „Krahmersche höhere Mädchenschule“ von Adelheid Krahmer gegründet. Es sollten sechs Schülerinnen unterrichtet werden. Dazu kam ein Schüler, der aufgrund schlechter Verkehrsverbindungen und hohen Schulgeldes die „Knabenschule“ nicht besuchen konnte. Adelheid Krahmer, die auch die erste Schulleiterin war, stellte mit stetig steigender Schülerinnenzahl mehr Lehrerinnen ein. Da die räumlichen Gegebenheiten nicht ausreichend waren, zog die Schule 1874 in die Chausseestraße 29, Ecke Dürerstraße um.

Im Jahr 1878 wurde die Schule in die Berliner Straße 166 verlegt, diesmal in ein eigens von Adelheid Krahmer in Auftrag gegebenes Gebäude (heute Willi-Graf-Oberschule). In der folgenden Zeit zog in die Nähe der Schule die „Hauptkadettenanstalt“, was ein großer Vorteil für die „Krahmersche höhere Mädchenschule“ war. Einige der männlichen Lehrkräfte der Kadettenanstalt konnten nun auch an der Mädchenschule unterrichten.

Im Jahre 1881 wurden dann alle männlichen Schüler an ein neu errichtetes Gymnasium versetzt und die Schule unterrichtete wieder nur Mädchen. 1904 ging die „Krahmersche höhere Mädchenschule“ in den Besitz der Gemeinde Groß-Lichterfelde über, denn sie sollte eine „öffentliche höhere Mädchenschule“ werden. 1907/1908 ging Adelheid Krahmer in den Ruhestand. Von ihren Nachfolgern wurde die Schule 1911 in „Lyzeum und Oberlyzeum der Gemeinde Berlin-Lichterfelde“ umbenannt.

1943 wurde das Schulgebäude in der Berliner Straße schwer beschädigt und erst im Juni 1945 wiedereröffnet. Kurz darauf zog sie in das Gebäude in der Drakestraße um, das zuvor von dem Realgymnasium Lichterfelde genutzt wurde. 1951 erfolgte die Umbenennung in „Goethe-Schule“, nachdem sie zwischenzeitlich „Lichterfelder Oberschule für Mädchen“ hieß. Seit 1953 wurden auch wieder männliche Schüler aufgenommen und die Schule konnte viele Fortschritte verzeichnen: wiederhergestellte Gebäudeteile, Aula, Turnhalle und naturwissenschaftliche Fachräume wurden 1954 eröffnet. Um der rasch wachsenden Zahl der Schüler in den 1970er Jahren gerecht zu werden, erfolgten in dieser Zeit zahlreiche Renovierungen und Umbauten.

2016 wurde die Schule in Goethe-Gymnasium umbenannt.

Architektur und Gelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude- und Lageplan des Goethe-Gymnasiums
blau = Schulgebäude
grau = Schulhof
gelb = Turnhalle

Gelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem etwa 12.000 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich das Schulgebäude, die 2014 errichtete Turnhalle, ein Schulgarten, Tischtennisplatten und weitere Sporteinrichtungen. Das Grundstück der Schule wird umgeben von Wohnhäusern an der Drakestraße im Norden, von der Drakestraße im Osten, von dem Weddigenweg im Süden und von Wohnhäusern des Weddigenwegs und der Potsdamer Straße im Westen.

Schulgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulgebäude wurde von 1909 bis 1912 nach dem Entwurf der Architekten Julia Ammer und Richard Tietzen erbaut und war zuerst Schulgebäude des Lichterfelder Realgymnasiums, welches nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem benachbarten Lilienthal-Gymnasium vereinigt wurde. Die äußere Gestalt des Gebäudes änderte sich seitdem kaum. Das gelbe, verputzte Gebäude ist dem Stil des Neoklassizismus zuzuordnen. Das Gebäude setzt sich aus zahlreichen vor- und zurückspringenden Teilen zusammen. Der Haupteingang befindet sich an der Drakestraße. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mehrmals umgebaut. In dem Schulgebäude befinden sich eine Aula, eine Turnhalle, zahlreiche Klassen- und Fachräume, Verwaltungsräume und eine Cafeteria.

2010 begann die Planung für den Neubau einer dreiteiligen Turnhalle, die den dringenden Bedarf nach Sportanlagen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf abdecken sollte. Als Standort wurde ein am Weddigenweg liegender Grundstücksbereich ausgewählt. Kriterium dafür war unter anderem der geschützte Baumbestand auf dem Grundstück. Für den Bau der Turnhalle wurde eine Summe von 4,5 Millionen Euro angesetzt. Die Turnhalle wurde 2014 fertiggestellt und eröffnet.

Das Schulgebäude steht unter der Objektdokumentnummer 09065766 in der Denkmaldatenbank des Landes Berlin.

Schulleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Schuljahr 2002/2003 wird am Goethe-Gymnasium von der Klassenstufe 7 bis zur Klassenstufe 10 verstärkter Musikunterricht angeboten. Dem Goethe-Gymnasium wurde 2010 zum sechsten Mal aufeinanderfolgend seit 2005 der Titel Europäische Umweltschule verliehen. Im Jahre 2006 gewann das Goethe-Gymnasium den IT-Schulpreis.

Das Goethe-Gymnasium ist seit 2002 IT-Musterschule. Die Schule erhält dafür zusätzlich vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und der gemeinnützigen Cids GmbH Computer-Hardware und Netzwerkkomponenten. Ziel ist es, Computer als selbstverständliche und funktionierende Werkzeuge im Fach- und Klassenunterricht einzuführen. Die Schüler können in allen Klassen- und Kursräumen einen persönlichen Internetzugang nutzen.

Sprachenfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erste Fremdsprache kann Englisch sowie Französisch ab der Klassenstufe 7 gewählt werden. Ab Klassenstufe 8 wird Latein als Wahlpflichtfach angeboten.

Wahlpflichtunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmenplan der 8, 9. und 10. Klasse bestimmen Schüler ein Wahlpflichtfach selbst. Im Regelfall werden drei Stunden in der 9. Klasse und zwei Stunden in der 10. Klasse belegt. Unter den wählbaren Fächern befinden sich Latein, Biologie, Physik, Chemie, Bildende Kunst und Chemie.

Lehrer- und Schülerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 2016/2017 besuchten 752 Schüler die Schule. Davon besaßen 27 Schüler nicht die deutsche Staatsangehörigkeit und 43 Schüler waren nichtdeutscher Herkunftssprache.

Schuljahr Lehrer Schüler
2001/2002 596
2002/2003 579
2003/2004 52 560
2004/2005 54 584
2005/2006 55 611
2006/2007 53 650
2007/2008 56 669
2008/2009 56 700
2009/2010 61 766
2010/2011 65 826
2011/2012 84 853
2012/2013 83 779
2013/2014 79 789
2014/2015 80 786
2015/2016 81 749
2016/2017 81 752
2017/2018 81 756

Quelle: Schulverzeichnis Berliner Schulen

Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders in der musikalischen Richtung biete das Goethe-Gymnasium eine große Auswahl an Arbeitsgemeinschaften (kurz: AG), die nach der Schulzeit wahrnehmbar sind. Es gibt unter anderem eine Ukulele-AG, eine Gitarren-AG, zwei Chore, eine Schulband und ein Orchester. Im sportlichen Bereich gibt es eine Hockey-, Fußball-, Basketball-, Ruder- und Badminton-AG. Weitere Arbeitsgemeinschaften sind eine Garten-AG, eine Theater-AG und eine Roboter-AG.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen gehören ein Tag der offenen Tür sowie Theateraufführungen der Kurse im Darstellenden Spiel.

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Förderverein des Goethe-Gymnasiums, der Verein der Freunde des Goethe Gymnasiums Lichterfelde e.V., wurde 1922 gegründet und unterstützt Projekte der Schule, die nicht aus Geldern des Landes Berlin finanziert werden können. Aktuell hat der Verein ca. 165 Mitglieder. Der Verein unterstützt dauerhaft die Ruder AG der Schule. Daneben wird in jedem Schuljahr eine Vielzahl von schulischen Projekten aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden gefördert. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.

Der Verein präsentiert jährlich den "Goethe Sozialpreis" für eine/einen Abiturientin/Abiturienten mit großen sozialen Engagement in- und außerhalb der Schule. Der Preis ist mit einer Urkunde und einem Geschenk verbunden.

Der Verein ist Mitglied im Landesverband Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb).

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahme an Umweltprojekten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule nimmt durch die Sammlung von recyclingfähigen Tinten- und Tonerkartuschen an der Aktion Die Grüne Umwelt-Box teil. Auch durch die Erfolge der Schülerfirma Goethe sammelt, die sich seit dem Frühjahr 2007 auf das Werben von Firmen als Leergutsponsoren spezialisiert hat, wurde das Goethe Gymnasium zum wiederholten Male Landessieger Berlin und konnte so notwendiges Lehrmaterial, notwendige Einrichtungsgegenstände sowie notwendiges Multimedia-Equipment finanzieren.

Spendenaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule engagiert sich seit vielen Jahren auch in sozialen Bereichen. Einmal im Monat sammeln Schüler Lebensmittel und Sachspenden für die gemeinnützige Organisation Berliner Tafel.

Unter anderem mit einer Flaschensammelaktion beteiligte sich das Goethe-Gymnasium bei UPENDO an dem Bau eines Waisenhauses in Kenia.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 gibt es an der Schule die Willkommens-AG, welche regelmäßig Spenden sammelt und Flüchtlinge unterstützt.

Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gymnasialen Oberstufe arbeitet das Goethe-Gymnasium mit dem benachbarten Lilienthal-Gymnasium und dem Willi-Graf-Gymnasium zusammen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Goethe-Gymnasium. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 19. September 2008, abgerufen am 29. Oktober 2018.