Goldmeerkatze

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Goldmeerkatze
kopulierende Goldmeerkatzen

kopulierende Goldmeerkatzen

Systematik
Überfamilie: Geschwänzte Altweltaffen (Cercopithecoidea)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Meerkatzenartige (Cercopithecini)
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Goldmeerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus kandti
Matschie, 1905

Die Goldmeerkatze (Cercopithecus kandti) ist eine Primatenart aus der Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus) innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae). Sie wurde erst 2001 als eigene Art anerkannt, wird aber häufig noch als Unterart der Diademmeerkatze (C. mitis) geführt.[1] Goldmeerkatzen bewohnen ausschließlich einige kleine Gebiete im Bereich der Virunga-Vulkane und rund um den Kivusee in den Ländern Demokratische Republik Kongo, Uganda und Ruanda.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die Diademmeerkatze hat sie ein blaugraues Fell, zeichnet sich aber durch eine goldgelbe bis rötliche Behaarung auf dem Rücken, an der Stirn und an den Wangen aus. Schultern, Arme und Beine, das letzte Drittel des Schwanzes und die Kopfoberseite sind dagegen schwärzlich. Das Perineum und die Unterseite der Schwanzbasis sind rotbraun. Die Haare sind an der Basis gelb und anschließend vier bis sieben mal alternierend rot und schwarz gefärbt. Die Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 57 bis 65 cm und haben einen etwa 80 cm langen Schwanz. Das Gewicht ausgewachsener Männchen liegt bei 8 bis 10 kg, das der kleiner bleibenden Weibchen ist mit 3,3 bis 3,5 kg erheblich leichter.[2]

Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmeerkatze

Über ihre Lebensweise ist nicht viel bekannt. Die Goldmeerkatze kommt in Bergwäldern bis in Höhen von über 2300 Metern vor und bevorzugt dort Gebiete mit Bambusbewuchs. Auch in Sekundärwäldern wurden die Tiere beobachtet. Sie leben in Gruppen die von Männchen dominiert werden, und aus einem Männchen mit mehrere Weibchen oder aus mehreren Männchen, mehreren Weibchen sowie dem dazugehörigen Nachwuchs bestehen. Die Gruppengröße liegt bei 3 bis über 60 Tieren, durchschnitt sind es 30, und wird mit zunehmender Höhe des Lebensraum immer kleiner. Das Territorium, das eine Gruppe bewohnt, ist 60 bis 250 Hektar groß.[2]

Die Nahrung der Goldmeerkatze besteht vorwiegend aus aus jungen Blättern, außerdem werden Früchte, Blüten, Rinde, Insekten, Vogeleier und Bambusschößlinge verzehrt. Die Wälder in ihrem Lebensraum sind arm an essbaren Früchten. Nahrungskonkurrenten sind unter anderem der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) und der Virunga-Büffel (Syncerus matthewsi). Fortpflanzung und Jungenaufzucht wurden bisher nicht näher erforscht. Wahrscheinlich ist die Fortpflanzung nicht von Jahreszeiten abhängig, findet also das ganze Jahr über statt.[2]

Hellgrün, das Verbreitungsgebiet der Goldmeerkatze

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraums, der insgesamt weniger als 5000 km² umfasst, und der kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Lebensraum wird die Goldmeerkatze von der IUCN als stark gefährdet (endangered) gelistet.[3] Die Goldmeerkatze kommt in folgenden Schutzgebieten vor, im Nationalpark Kahuzi-Biéga und im Nationalpark Virunga im Osten der Demokratischen Republik Kongo, im Nyungwe-Wald und Vulkan-Nationalpark im Nordwesten Ruandas und im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark in Uganda. Im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark hybridisieren die wenigen verbliebenen Tiere mit der Silbermeerkatze (Cercopithecus doggetti).[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Butynski, Jonathan Kingdon und Jan Kalina (Hrsg.): Mammals of Africa Volume II. Primates. Bloomsbury, London, 2013, ISBN 978-1-4081-2252-5, Seite 330-334.
  2. a b c d Elizabeth L. Gadsby, Colin P. Groves, Aoife Healy, K. Praveen Karanth, Sanjay Molur, Tilo Nadler, Matthew C. Richardson, Erin P. Riley, Anthony B. Rylands, Lori K. Sheeran, Nelson Ting, Janette Wallis, Siân S. Waters & Danielle J. Whittaker: Family Cercopithecidae (Old World Monkeys). Seite 695 in Russell A. Mittermeier, Anthony B. Rylands & Don E. Wilson: Handbook of the Mammals of the World: - Volume 3. Primates. Lynx Editions, 2013 ISBN 978-8496553897
  3. Cercopithecus mitis ssp. kandti in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: T. Butynski & Members of the Primate Specialist Group, 2000. Abgerufen am 24. Juni 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cercopithecus kandti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien