Gottfried Heinrich Bach

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Gottfried Heinrich Bach (* 26. Februar 1724 in Leipzig; † 12. Februar 1763 in Naumburg) war der erstgeborene Sohn aus der zweiten Ehe Johann Sebastian Bachs mit Anna Magdalena geb. Wilcke. Er litt unter einer Lernschwäche und war vermutlich geistig behindert; in der Gerichtsakte zu Johann Sebastian Bachs Nachlass wird er als „blöde“ bezeichnet.[1] Nach dem Tod seines Vaters lebte er bei seiner Schwester Elisabeth und seinem Schwager Johann Christoph Altnikol. Möglicherweise stammt von ihm ein kleines Klavierstück sowie die Melodie der Aria So oft ich meine Tobackspfeife BWV 515 aus dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach.[2][3]

Erwähnt wird er auch in der Chronik der Bach-Familie, die Johann Sebastian Bach verfasst hatte: „… inclinirt gleichfalls zur Musik, inspecie zum Clavier.“ Carl Philipp Emanuel Bach ergänzte: „War ein großes Genie, welches aber nicht entwickelt wurde.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Kolneder: Lübbes Bach-Lexikon. Lübbe, Bergisch Gladbach 1994, ISBN 3-404-61288-4, S. 36–37.
  • Philipp Spitta: Johann Sebastian Bach. Band 2. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1880, S. 751 (online. Bei: Zeno.org.).
  • Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. Neuausgabe. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 431–433; 496–497.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zitiert nach: Philipp Spitta: Johann Sebastian Bach. Band 2. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1880, S. 962 (online. Bei: Zeno.org.).
  2. Georg von Dadelsen: Bemerkungen zur Handschrift Johann Sebastian Bachs, seiner Familie und seines Kreises (= Tübinger Bach-Studien 1). Hohner, Trossingen 1957, S. 19 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  3. Georg von Dadelsen: Nachwort. In: J. S. Bach: Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach 1725. Faksimile der Originalhandschrift. Bärenreiter, Kassel u. a. 1986, S. 6 f.