Grand Quartier Général (1914–1919)

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Das Grand Quartier Général des Armées Françaises in der Kurzform Grand Quartier Général (GQG oder G.Q.G.) war das Oberkommando der französischen Armee im Ersten Weltkrieg. Das G.Q.G. war das Gegenstück zum deutschen Großem Hauptquartier und war verantwortlich für die Planung und Durchführung der Militäroperationen während des Ersten Weltkrieges.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romilly-sur-Seine – Gedenktafel am ehemaligen Stabsgebäude des G.Q.G, einer Schule

Das G.Q.G war in folgende Stabsabteilungen untergliedert:

  • 1er Bureau (Personalwesen)
  • 2eme Bureau (mil. Nachrichtendienst)
  • 3eme Bureau (Operationsplanung)
  • Direction de l´Arrière (Nachschubwesen und rückwärtige Dienste)
  • Direction des chemins de fer (DCF) (Militäreisenbahnwesen) später umbenannt in Direction des transports militaires aux armées (DTMA) (Militärtransportwesen)

Oberbefehlshaber und Stabschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Joffre
Philippe Pétain

Das G.Q.G. verfügte im Verlauf des Ersten Weltkriegs über folgende Oberbefehlshaber und Stabschefs[1]

Oberbefehlshaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Stabes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberster Chef des Stabes (Chef d’état-major général des armées françaises)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Stabes der französischen Truppen in Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Stabes für Operationen außerhalb Frankreichs (Théâtres d’opérations extérieurs)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Stabes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Stabsteile des G.Q.G.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direction de l’Arrière[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Stabes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • General Linder, vom 2. August bis 22. November 1914

General Foch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu dem weitverbreiteten Missverständnis, dass Ferdinand Foch Chef des G.Q.G. gewesen sei, ist dies nicht zutreffend. Foch war von 4. Oktober 1914 bis 22. März 1915 dem G.Q.G beigeordnet, um die Groupe provisoire du Nord (später umbenannt in Groupe d’Armees du Nord) aufzustellen, da sich bei Kriegsbeginn nur eine französische Armee an der belgischen Grenze befand. Des Weiteren musste die Einbindung der British Expeditionary Force dort erst noch erfolgen. Während des Krieges führte er dann noch vom 21. Januar bis 31. März 1917 die dem G.Q.G. unterstellte Groupement Général Foch. Er war dann ab 26. März 1918 Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Frankreich. Sein Generalstab war das Grand Quartier Général des Armées allies (G.Q.G.A.), welchem das G.Q.G. unterstellt wurde.

Stationierungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GQG zog – wie auch sein deutsches Pendant, die Großes Hauptquartier – während des Krieges mehrmals um.[3] Es befand sich in

Unterstellte Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem G.Q.G. waren für die Dauer des Ersten Weltkriegs folgende Groupes d’Armées (Heeresgruppen) unterstellt:

Groupe d’Armées du Nord (G.A.N.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Groupe provisoire du Nord, vom 4. Oktober 1914 bis 13. Juni 1915[4]
  • Groupe d’Armées du Nord vom 13. Juni 1915 bis 6. Juli 1918
  • Umbenannt in Groupe d’Armées du Centre am 6. Juli 1918

Groupe d’Armées du Centre (G.A.C.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Groupe d’Armées du Centre, vom 22. Juni 1915 bis 1. Dezember 1917[5]
  • Am 1. Dezember 1917 Umbenennung in Forces Françaises d’Italie (F.F.I.) und später nach Italien verlegt.
  • Neuaufstellung am 6. Juli 1918 durch Umbenennung der Groupe d’Armées du Nord

Groupe d’Armées de l’Est (G.A.E.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Groupe provisoire du l’Est, vom 5. Januar bis 13. Juni 1915[6]
  • Groupe d’Armées de l’Est vom 13. Juni 1915 bis 2. Januar 1917
  • Groupement du Général Foch, vom 21. Januar bis 31. März 1917
  • Groupe d’Armées de l’Est ab 31. März 1917

Groupe d’Armées de Réserve de 1917 (G.A.R.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • aufgestellt 1. Januar 1917, aufgelöst am 8. Mai 1917[7]

Groupe d’Armées de Réserve de 1918 (G.A.R.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • aufgestellt 30. Januar 1918, aufgelöst am 21. November 1918[8]

Groupe d’Armées des Flandres (G.A.F.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • unter Belgischem Kommando, aufgestellt 12. September 1918 und aufgelöst 18. Oktober 1918[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Les Armées françaises dans la Grande guerre (AFGG), Tome X/Vol. 1: Ordre de bataille des grandes unités., Paris 1923, Digitalisat auf Gallica.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joseph Joffre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Robert Georges Nivelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Philippe Pétain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Karten aus Joffres Memoiren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Western Front maps of World War I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AFGG X/1 (1923), S. 5–9, Digitalisat auf Gallica.
  2. AFGG X/1 (1923), S. 5, Digitalisat auf Gallica.
  3. AFGG X/1 (1923), S. 9, Digitalisat auf Gallica.
  4. AFGG X/1 (1923), S. 13–18, Digitalisat auf Gallica.
  5. AFGG X/1 (1923), S. 19–24, Digitalisat auf Gallica.
  6. AFGG X/1 (1923), S. 25–28, Digitalisat auf Gallica.
  7. AFGG X/1 (1923), S. 29–30, Digitalisat auf Gallica.
  8. AFGG X/1 (1923), S. 31–33, Digitalisat auf Gallica.
  9. AFGG X/1 (1923), S. 35–37, Digitalisat auf Gallica.