Philippe Pétain

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Philippe Pétain (1941)

Henri Philippe Benoni Omer Joseph Pétain (* 24. April 1856 in Cauchy-à-la-Tour, Département Pas-de-Calais; † 23. Juli 1951 in Port-Joinville, Île d’Yeu, Département Vendée) war ein französischer Militär, Diplomat und Politiker.

Aufgrund seiner Abwehrerfolge in der Schlacht um Verdun während des Ersten Weltkriegs avancierte Pétain zum gefeierten Nationalhelden („Held von Verdun“) und wurde 1917 Oberbefehlshaber der französischen Armee. Als Marschall von Frankreich und Generalinspekteur der Armee prägte er die Verteidigungsdoktrin seines Landes in der Zwischenkriegszeit entscheidend mit.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der französischen Niederlage übernahm er von 1940 bis 1944 als autoritärer Chef de l’État (Staatschef) die Führung des mit dem nationalsozialistischen Deutschen Reich kollaborierenden Vichy-Regimes. Wegen dieser Zusammenarbeit wurde er 1945 zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde jedoch in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippe Pétain entstammte einer alteingesessenen Bauernfamilie aus dem nordfranzösischen Kohlerevier, einer durch den Bergbau dominierten Grenzregion. Dort wurde er am 24. April 1856 auf dem elterlichen Bauernhof in der Gemeinde Cauchy-à-la-Tour (Département Pas-de-Calais) geboren.[1] Von den fünf Kindern des Omer-Venant Pétain (1816–1888) mit Clotilde Legrand (1824–1857) war er der einzige Sohn und hatte mit Marie-Françoise Clotilde (1852–1950), Adélaïde (1853–1919), Sara (1854–1940) und Joséphine (1857–1862) vier Schwestern.[2][3] Nach dem frühen Tod seiner Mutter und der Vernachlässigung durch die Stiefmutter, der Vater hatte 1859 erneut geheiratet und mit seiner neuen Ehefrau drei weitere Nachkommen, wuchs der als still beschriebene Philippe im Haushalt seiner streng religiösen Großeltern auf.[4]

Die familiäre Fürsprache und die guten Kontakte zum lokalen Klerus ermöglichten Pétain den Besuch des Jesuitenkollegs Saint-Bertin in Saint-Omer. Dort erhielt er als Klosterschüler zwischen 1867 und 1875 eine durch Religiosität und Disziplin geprägte Schulbildung. Großer Einfluss auf den Heranwachsenden wird seinem Großonkel Abbé Lefebvre, einem katholischen Priester, zugeschrieben, der als junger Mann in der Grande Armée unter Napoleon Bonaparte gedient hatte („Mein lieber Neffe! Ich wünsche mir nur eins, dass es in meiner Familie immer Männer geben möge, die das Kreuz tragen – und das Schwert.“).[5] Unter dem Eindruck der französischen Niederlage von 1871 und den Kriegserzählungen seines Großonkels entstand bei Pétain der Wunsch, Offizier zu werden. In Vorbereitung auf die angestrebte Offizierslaufbahn besuchte er 1875 das von Dominikanern geleitete Collège Albert-le-Grand in Arcueil.[6]

Militärlaufbahn bis 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1876 absolvierte Pétain die zweijährige Offiziersausbildung an der nationalen Militärschule Saint-Cyr, die er als 229. von 336 Kadetten seines Jahrgangs (N°61 de Plewna) erfolgreich abschloss.

Nach der Militärschule trat Pétain in die Infanterie ein und diente im Rang eines Sous lieutenant dem 24. Bataillon der Chasseurs à pied in Villefranche-sur-Mer (1878–1883), anschließend fünf Jahre lang als Lieutenant dem 3. Bataillon in Besançon. Pétain galt als distinguiert, kühl und intelligent[7] und durchlief von 1888 bis 1890 die Ausbildung zum Generalstabsoffizier an der Pariser École supérieure de guerre, die er als Capitaine beendete (14e promotion). In der Folge diente Pétain dem XV. Armeekorps in Marseille (1890–1892) und dem 29. Bataillon der Chasseurs in Vincennes (1892/93), ehe er 1893 in den Stab des Pariser Militärgouverneurs Général Félix Gustave Saussier berufen wurde.[8] Unter dessen Nachfolgern Émile Auguste Zurlinden und Henri Joseph Brugère diente Pétain als Ordonnanzoffizier.[6] Im Verlauf seiner Offizierskarriere zeigte Pétain wenig Interesse an einer Verwendung innerhalb des wachsenden Kolonialreichs und wurde, für damalige Verhältnisse unüblich, ausschließlich an Standorten im Mutterland eingesetzt. Um seine Karriere nicht zu gefährden behandelte Pétain seine politischen Ansichten äußerst diskret und im Bezug auf die Dreyfus-Affäre ist seine Haltung nicht bekannt.[9]

Gemessen an damaligen Relationen, erlebte Pétain einen langsamen militärischen Aufstieg und verblieb 22 Dienstjahre in der Gruppe der Subalternoffiziere. Erst 1900 erhielt er die Stellung als Befehlshaber des 8. Bataillons der Chasseurs in Amiens und wurde Instrukteur an der École normale de tir in Châlons-sur-Marne. Dort machte Pétain aufgrund der unkonventionellen Ablehnung einer reinen Offensivstrategie auf sich aufmerksam und stand mit dieser alternativen Haltung im Gegensatz zur taktischen Doktrin der Armeeführung (Offensive à outrance). Für deren führende Militärtheoretiker, Ferdinand Foch und Louis Loyzeau de Grandmaison, war eine defensive Grundhaltung die Hauptursache der französischen Niederlage von 1871. Um den objektiven deutschen Vorteil der höheren Bevölkerungszahl auszugleichen, sollte die Armee in einem offensiven Geist, ohne Rücksicht auf gegnerische Absichten, ausgebildet werden. Nur auf diese Weise könne man Elsaß-Lothringen für Frankreich zurückgewinnen.[10] Beeindruckt von der enormen Feuerkraft der modernen Maschinengewehre, hielt Pétain die strategische Offensive für nicht mehr vertretbar. Dies führe unweigerlich zu einem Massaker. Er glaubte nicht an die Durchschlagskraft fanatischer Sturmangriffe der Infanterie mit aufgepflanztem Bajonett, sondern verlangte eine überlegene Feuerkraft («Le feu tue») und aufgrund der gesteigerten Waffenwirkung eine vermehrte Deckung der Truppen. Seine gegensätzlichen Ansichten behinderten Pétains militärischen Aufstieg. Nach sechs Monaten wurde er als Instrukteur abgelöst und wechselte zum 5. Infanterieregiment.

Trotz der kritischen Betrachtung seiner taktischen Ideen, wirkte Pétain zwischen 1901 und 1903 sowie 1904 und 1907 als Dozent für Infanterie-Taktik an der École supérieure de guerre. Neben seinem Lehrauftrag verfasste er Memoranden zur Verbesserung des Zusammenspiels zwischen Infanterie und Artillerie, einem Bereich der durch das französische Oberkommando vernachlässigt worden war.[11] Mit seiner unverhohlenen Geringschätzung für die Offensive à outrance blieb Pétain innerhalb des Offizierskorps in der Minderheit und fand auch bei seinen Vorgesetzten keine Unterstützung. Nachdem Foch die Leitung der Kriegshochschule übernommen hatte, wurde Pétain als Dozent abgelöst und vorübergehend als Lieutenant-Colonel des 118. Infanterieregiments in Quimper eingesetzt. Zwischen 1908 und 1911 kehrte er als Taktik-Dozent abermals an die École supérieure de guerre zurück.

Nach der Verwendung als Dozent wechselte Pétain am 26. Juni 1911 wieder in die aktive Truppenführung und übernahm als Colonel das 33. Infanterieregiment in Arras. Dort gehörte der junge Sous lieutenant Charles de Gaulle ab 1912 dem Regimentsstab an. Als man Pétain am 20. März 1914 den Befehl über die 4. Infanteriebrigade in Saint-Omer übertrug, verwehrte ihm das Kriegsministerium die damit verbundene Beförderung zum Général de brigade und nach einer unauffälligen Laufbahn begann er mit den Vorbereitungen auf den Ruhestand.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pétain als Général de division (1914)

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Pétains Brigade der 5. Armee unter Général Charles Lanrezac zugeordnet. Während der Grenzgefechte mit den heranrückenden deutschen Truppen fand Pétain nahe der belgischen Stadt Dinant am 14. August 1914 erstmals im aktiven Kampfeinsatz Verwendung.[12] In der folgenden Schlacht an der Sambre (21. bis 23. August) gelang es Pétains Einheiten, den taktischen Rückzug der 5. Armee zu decken und auch während der Schlacht bei St. Quentin (28. bis 30. August) tat er sich hervor. Mit der anschließenden Beförderung zum Général de brigade begann der späte militärische Aufstieg des 58-jährigen Pétain, der noch vor Kriegsbeginn vor seiner Pensionierung gestanden hatte. Im Zuge des deutschen Vormarschs auf Paris, erhielt Pétain am 2. September 1914 den Befehl über die 6. Infanteriedivision, mit der er sich im Verlauf der kriegsentscheidenden Marneschlacht erfolgreich für höhere Aufgaben empfehlen konnte. Nach dem überraschenden französisch-britischen Gegenstoß, musste sich die vorrückende deutsche Armee zurückziehen („Wunder an der Marne“) und Pétain besetzte mit seiner Division eine Verteidigungsstellung am Aisne-Marne-Kanal. Bereits am 14. September erhielt Pétain den Rang eines Général de division.

In Anerkennung seiner strategischen Leistungen während der Frühphase des Ersten Weltkriegs wurde Pétain mit dem Offizierskreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Weiterhin wurde er am 20. Oktober 1914 zum Général de corps d'armée befördert und mit dem Befehl über das XXXIII. Armeekorps betraut. Dieses stand im Raum Arras und gehörte der neu gebildeten 10. Armee unter Général Louis Ernest de Maud’huy an. Nach dem Übergang vom Bewegungs- in den Stellungskrieg (Wettlauf zum Meer), nahm Pétain im Mai/Juni 1915 an der Lorettoschlacht teil. Vergeblich versuchte er mit seinem Korps die Ortschaft Carency einzunehmen, brach die Operation jedoch infolge mehrerer ergebnisloser Angriffe unter hohen Verlusten ab. Als einer der wenigen höheren französischen Kommandeure sorgte sich Pétain um die Versorgung und das Wohlergehen seiner Soldaten, weshalb er sich um die Verbesserung ihrer Alltagsbedingungen während des Grabenkriegs bemühte.

Am 21. Juni 1915 wurde Pétain als Oberbefehlshaber an die Spitze der 2. Armee berufen und zum Général d’armée befördert. Die gescheiterten französischen Angriffsversuche während der Herbstschlacht in der Champagne (September bis November 1915) zeigten auf, dass Pétain mit seinen Theorien Recht behalten hatte, die er als Instrukteur an der Militärakademie aufgestellt hatte. Die Verteidiger besaßen einen strategischen Vorteil und Großangriffe der Infanterie gegen stark ausgebaute, von Maschinengewehren verteidigte Stellungen und Artilleriebeschuss bis dato unbekannten Ausmaßes führten zu ergebnislosen Materialschlachten. Dadurch verharrte die Westfront in einem starren Stellungskrieg. Als Konsequenz lehnte Pétain die Durchführung weiterer verlustreicher Offensiven ab und empfahl in einer Denkschrift eine defensivere Kriegsführung („die Artillerie erobert, die Infanterie besetzt“),[13] wodurch er wiederholt im Gegensatz zum französischen Oberkommando unter Joseph Joffre stand, der unbeirrt an der Doktrin der Offensive à outrance festhielt. Bei den einfachen Soldaten genoss Pétain durch seine Haltung hohes Ansehen und galt als „menschlicher General“.[14]

Schlacht um Verdun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Forts Douaumont (etwa Mai 1916)
Die Fotografie zeigt einen Explosionskrater auf dem Schlachtfeld des Forts Douaumont
Pétain (rechts) zeichnet einen Offizier aus

Das Deutsche Reich verfolgte an der Westfront eine „Ermattungsstrategie.“[15] Die Oberste Heeresleitung unter Erich von Falkenhayn wollte die Kriegsentscheidung in einer Materialschlacht herbeiführen und die französische Armee „ausbluten“ lassen.[16] Mit einer massiven Großoffensive im Frontbogen um die Festungsstadt Verdun versuchten sie ab dem 21. Februar 1916 die französischen Stellungen zu durchbrechen (Schlacht um Verdun). Nach dem Fall des strategisch wichtigen Forts Douaumont (25. Februar) verlegte das französische Oberkommando die 2. Armee am 26. Februar aus der operativen Reserve in den Frontsektor von Verdun und ernannte Général Pétain zum neuen Befehlshaber aller in diesem Abschnitt eingesetzten Truppen. Den Befehlsstand verlegte Pétain von Dugny-sur-Meuse, in dem bereits offen über eine Niederlage gesprochen wurde, in den direkten Bereich der Etappe und bezog das Rathaus der Gemeinde Souilly. In der klaren Überzeugung, dass es sich bei der Beschränkung des deutschen Angriffs auf das rechte Ufer der Maas um einen schweren taktischen Fehler gehandelt hatte, befahl Pétain, den inneren Verteidigungsring Verduns zu einer von ihm benannten Sperrfeuerstellung auszubauen, deren Geschütze die Angriffe der Deutschen jederzeit zum Erliegen bringen sollten. Neben Änderungen der französischen Taktik zur Stärkung der Artillerie, ergriff Pétain Maßnahmen zur effektiveren Organisation des Nachschubs über die Voie Sacrée. Ausschlaggebend für die dauerhafte Stabilisierung der Front war die Einführung des von Pétain entwickelten Noria-Reservesystems in dem die kämpfenden Divisionen nach einem kurzen Fronteinsatz in Reservestellungen und andere Frontabschnitte verlegt wurden. Die kurzen Kampfzeiten vor Verdun verringerten spürbar die Erschöpfung und damit die Ausfallraten der Soldaten, stärkten somit die Moral und den Widerstandsgeist. Insgesamt wurden bis zum Ende des Krieges 259 der 330 französischen Infanteriedivisionen vor Verdun eingesetzt. Dieser Umstand war ein wesentlicher Faktor in der Etablierung Verduns als symbolischem Erinnerungsort des ungebrochenen französischen Widerstands.

Während des gesamten Monats April organisierte Pétain die erbitterte Verteidigung des Forts Vaux sowie der Höhenzüge „304“ und „Toter Mann“ gegen die deutschen Sturmangriffe. Gleichzeitig befahl er einen Vorstoß auf sein nunmehr zentrales Ziel, die Rückeroberung des Forts Douaumont, um eine neue Flanke gegen die Deutschen zu eröffnen. Die erfolgreiche Abwehr der deutschen Versuche, die „Höhe 304“ und „Toter Mann“ zu erobern, veranlasste Pétain am 10. April eine an die Soldaten der 2. Armee gerichtete Erklärung zu verfassen, in der er sie zu noch größeren Anstrengungen aufrief und die zu den berühmtesten des Ersten Weltkriegs zählt:

„Der 9. April ist ein ruhmreicher Tag für unsere Streitkräfte; Die erbitterten Angriffe der Soldaten des Kronprinzen sind überall gescheitert: Infanteristen, Kanoniere, Pioniere und Piloten der 2. Armee haben einander an Heldentum übertroffen. Meine Hochachtung an alle. Die Deutschen werden gewiss weiter angreifen; Möge ein jeder ebenso viel Einsatz zeigen wie bisher.

Nur Mut!... Wir werden sie besiegen![17]

Durch seine Zuversicht und unerschütterliche Standhaftigkeit, mit der Pétain seine Truppen immer wieder angetrieben hatte, erlangte er im Frühjahr 1916 landesweite Bekanntheit. Seine berühmten Tagesbefehle («Courage!… On les aura!» „Nur Mut!… Wir kriegen sie noch!“ und «Ils ne passeront pas!» „Sie werden nicht durchkommen!“) trugen in der Zwischenkriegszeit zu seiner Aura als „Retter Frankreichs“ oder „Held von Verdun“ bei. Pétain, der verlustreiche und aussichtslose Angriffsoperationen weitestgehend vermieden hatte und nach wie vor gegen die Doktrin der Offensive à outrance stand, wurde trotz seiner Abwehrerfolge am 1. Mai 1916 durch Général Robert Nivelle an der Spitze der 2. Armee ersetzt. Mit der Ernennung Nivelles setzte das Oberkommando auf einen Vertreter der offensiven Verteidigungsstrategie.

Pétain, der sich als kompetenter und fähiger Heerführer erwiesen hatte, wurde gegen seinen Wunsch zum Oberbefehlshaber der übergeordneten Groupe d’Armées du Centre (Heeresgruppe Mitte) ernannt. Von Bar-le-Duc aus hatte er neben der Leitung der Verteidigung Verduns, zusätzlich die Frontabschnitte der 3. Armee, 4. Armee und die 5. Armee in seinem Verantwortungsbereich. Die Schlacht um Verdun ging mit unverminderter Härte weiter und die Franzosen mussten am 7. Juni 1916 das Fort Vaux räumen. Durch britische Entlastungsangriffe an der Somme sowie einen Wechsel in der deutschen Obersten Heeresleitung konnte die französische Armee erfolgreiche Gegenoffensiven beginnen, die am 24. Oktober zur Rückeroberung des Forts Douaumont führten und nach einem taktischen Sieg am 20. Dezember 1916 eingestellt wurden.[18]

Französischer Oberbefehlshaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pétain als Marschall von Frankreich
Das Foto zeigt Pétains Ernennung zum Marschall (8. Dezember 1918)

Als infolge der gescheiterten Offensive an der Aisne im Frühjahr 1917 große Teile der demoralisierten französischen Nordarmeen meuterten und dem gesamten Frontabschnitt der Zusammenbruch drohte, ersetzte Staatspräsident Raymond Poincaré den bisherigen Oberbefehlshaber des Heeres, General Nivelle, am 17. Mai 1917 durch den populären Pétain. Durch zahlreiche Frontbesuche erkannte dieser die Notwendigkeit von Veränderungen im Dienstverhältnis der einfachen Soldaten. Weniger durch drakonische Disziplinarmaßnahmen als vielmehr durch eine Verbesserung der Nachschuborganisation gelang es Pétain, die Kampfmoral der Truppen allmählich wiederherzustellen und ein Übergreifen der Meutereien auf andere Frontabschnitte zu verhindern. Um hohe Verlustzahlen zu vermeiden, beschränkte sich Pétain in den folgenden Monaten gemäß seiner Maxime „Feuerkraft tötet“ («Le Feu tue») auf eine defensivere Kriegsführung.

Während der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 traten große Divergenzen zwischen Pétain und dem ihm übergeordneten Marschall Ferdinand Foch, Leiter des Alliierten Obersten Kriegsrates, auf. Während Foch eine großangelegte Gegenoffensive plante, wollte Pétain die Front zunächst stabilisieren und auf das Eintreffen amerikanischer Truppen warten, um eine numerische Überlegenheit sicherzustellen. Schließlich gingen die Alliierten mit amerikanischer Unterstützung und dem massiven Einsatz der neuen Panzerwaffe im Sommer 1918 erfolgreich zum Gegenangriff über (Hunderttageoffensive), der das Deutsche Reich am 11. November 1918 zur Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne zwang. Durch diesen Waffenstillstand wurden Pétains Planungen für eine Offensive in Lothringen hinfällig.

Neben Ferdinand Foch zählte Pétain nach Kriegsende zu den angesehensten Befehlshabern der französischen Armee und die Nationalversammlung ernannte ihn per Dekret am 21. November 1918 zum Marschall von Frankreich, der höchsten militärischen Auszeichnung des Landes. In einer öffentlichen Zeremonie, der neben Foch und Joffre auch Premierminister Georges Clemenceau sowie John J. Pershing und Douglas Haig beiwohnten, erhielt Pétain aus den Händen des Staatspräsidenten Poincaré am 8. Dezember in Metz den Marschallstab. Als weiteren Ausdruck der öffentlichen Wertschätzung wohnte Pétain der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles (28. Juni 1919) bei und wurde in die Akademie der Moralischen und Politischen Wissenschaften aufgenommen. Sein hohes Ansehen im Ausland manifestierte sich durch militärische Ehrerweisungen aus allen verbündeten Staaten.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portraitgemälde Pétains von Marcel Baschet (1926)
Philippe Pétain (1930)
Pierre-Étienne Flandin, Petáin (Mitte) und Adrien Marquet (1934)

Am 23. Januar 1920 wurde Pétain Vizepräsident des Obersten Kriegsrats (Conseil Supérieur de la Guerre), der höchsten militärischen Institution Frankreichs, womit er im Kriegsfalle unmittelbar den Oberbefehl ausgeübt hätte. Zusätzlich übernahm er das Amt des Generalinspekteurs der Armee (1922 bis 1931) und prägte in dieser Funktion die Verteidigungsdoktrin des Landes entscheidend mit. Sich auf seine Erfahrungen aus dem Grabenkrieg stützend, plädierte Pétain für den Ausbau starker Verteidigungsbefestigungen entlang der französisch-deutschen Grenze. Gegen den Widerstand verschiedener junger Offiziere wie Charles de Gaulle, die eine mobile motorisierte Kriegsführung forderten, setzte sich Pétain entschieden für die Errichtung der Maginot-Linie ein.

Am 14. September 1920 heiratete der 64-jährige Marschall im Rathaus des 7. Pariser Arrondissements die geschiedene Eugénie Hardon (1877–1962).[19] Als Trauzeuge diente Général Émile Fayolle. Pétain und seine Ehefrau Annie (oder Ninie) hatten keine Nachkommen und waren bis zu seinem Tod ein Paar. Ebenfalls 1920 erwarb Pétain in Villeneuve-Loubet mit der Villa L'Ermitage ein Anwesen an der Côte d'Azur.[20]

Der erfolgreiche Aufstand der Rifkabylen unter Abd al-Karim bedrohte die spanische Kolonialherrschaft in Marokko und führte 1923 zur Ausrufung einer unabhängigen Rif-Republik. Dem spanischen Militär gelang es nicht, den Aufstand, der sich zum Rifkrieg ausgeweitet hatte, niederzuschlagen. Da sich die Unruhen zunehmend auch auf das französische Protektorat in Marokko auszuweiten drohten, sagte die Regierung Painlevé den Spaniern ihre militärische Unterstützung zu. Am 3. September 1925 wurde Marschall Pétain von der Regierung mit dem Oberbefehl über die französisch-spanischen Expeditionsstreitkräfte betraut und begab sich nach Marokko. Mit einer Streitmacht von 250.000 Soldaten und einem massiven Artillerie-Einsatz gelang es Pétain im Verlauf des Jahres 1925 die Guerilla-Aktionen der Rifkabylen einzudämmen und die fruchtbaren Anbaugebiete im Norden zu besetzen, wodurch die Lebensmittelversorgung unterbrochen werden konnte. Mit der Kapitulation der Rif-Republik am 27. Mai 1926 wurde die spanisch-französische Herrschaft in Marokko vollständig wiederhergestellt. Während des Rifkrieges duldete die französische Regierung den durch das Genfer Protokoll verbotenen Einsatz von Senfgas durch die spanische Armee (siehe dazu: Chemiewaffeneinsatz im Rifkrieg). Für seine Verdienste wurde Pétain vom spanischen König Alfons XIII. in Toledo mit der Medalla Militar ausgezeichnet.

Am 9. Februar 1931 verabschiedete sich Marschall Pétain im Alter von 75 Jahren aus der Armee und übergab seine Funktionen an General Maxime Weygand. Dem Ausscheiden aus der Armee zum Trotz stellte Pétain auch weiterhin eine bedeutende Persönlichkeit auf der politischen Bühne dar. Seine ungebrochene Autorität als „Held von Verdun“ war in der französischen Gesellschaft fest verankert und verschiedene rechte Gruppierungen buhlten um die Gunst des Marschalls, der bereits in den 1920er-Jahren eine Tendenz zu autoritären, antiparlamentarischen politischen Ansätzen entwickelt hatte. Insbesondere der politisch aktive Publizist Gustave Hervé trat öffentlich für die Schaffung einer autoritären Regierungsform ein und sah in einer Diktatur des Marschalls Pétain die einzige Möglichkeit Frankreich zu retten.[21][22]

Als offizieller Vertreter der Französischen Republik nahm Pétain im Oktober 1931 an der 150-Jahr-Feier zur Schlacht von Yorktown in den Vereinigten Staaten teil, die den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen England entschieden hatte. Dabei betonte er – in demonstrativer Abgrenzung gegenüber Großbritannien – das Bündnis zwischen Frankreich und den USA. Im selben Jahr trat er die Nachfolge Ferdinand Fochs als Mitglied der renommierten Académie française an.

Die anhaltende Weltwirtschaftskrise führte zu einer innenpolitischen Instabilität der Dritten Republik, die in den Unruhen vom 6. Februar 1934 ihren Höhepunkt fand. Die sozialistische Regierung Édouard Daladiers trat daraufhin zurück, und der Konservative Gaston Doumergue bildete ein neues Kabinett. Durch seine Ernennung zum Kriegsminister in dieser kurzlebigen Regierung der Union Nationale (9. Februar bis 8. November 1934) fand Pétain endgültig Eintritt in die zivile Politik.

Nach der Anerkennung des nationalistischen Franco-Spanien durch die französische Regierung wurde Marschall Pétain am 2. März 1939 zum außerordentlichen Botschafter Frankreichs in Spanien ernannt und überreichte Innenminister Ramón Serrano Súñer am 24. März in Burgos sein Akkreditierungsschreiben. Aufgrund seiner Erfolge während des Rifkrieges genoss Pétain im Nachbarland großes Ansehen und sollte die Neutralität Spaniens im Hinblick auf den bevorstehenden Konflikt mit dem Deutschen Reich gewährleisten, das eine aggressive Außenpolitik betrieb. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 lehnte Pétain das Angebot des Premierministers Édouard Daladier, in das französische Kriegskabinett einzutreten, ab und verblieb als Botschafter in Spanien.

Staatschef in Vichy-Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintritt in die Regierung und Waffenstillstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pétain an seinem Schreibtisch (Mai 1940)
General Weygand, Paul Reynaud und Philippe Pétain (Mai 1940)
Frankreich nach dem Waffenstillstand von Compiègne (1940)

Der deutsche Angriff im Westen am 10. Mai 1940 beendete die Phase des Sitzkrieges (Fall Gelb). Unter Umgehung der Maginot-Linie passierten Panzerverbände der Wehrmacht die Ardennen und am 15. Mai gelang ihnen der unerwartete Frontdurchbruch bei Sedan sowie das Überqueren der Maas. Bereits wenige Tage nach Beginn der Kampfhandlungen geriet Frankreich in eine schwere politische und militärische Krise. Um die Moral und die Verteidigungsbereitschaft sowohl der Zivilbevölkerung als auch der Streitkräfte zu stärken, berief Premierminister Paul Reynaud den populären Marschall Pétain am 18. Mai im Rahmen einer Regierungsumbildung in das Kabinett und ernannte ihn zu seinem Stellvertreter. Der Regierungseintritt des mittlerweile 84-jährigen „Helden von Verdun“ fand in der französischen Öffentlichkeit großen Anklang, wenngleich sich die militärische Lage dramatisch verschlechterte. Die Westmächte hatten der deutschen Blitzkriegstrategie wenig entgegenzusetzen und durch den schnellen Vormarsch in Richtung Kanalküste wurde ein Großteil der alliierten Streitkräfte in Dünkirchen eingekesselt. Der pessimistische Pétain, während des Ersten Weltkriegs Symbolfigur des Durchhaltewillens, zeigte starke defätistische Tendenzen und machte während einer Sitzung des Britisch-Französischen Kriegsrates am 26. Mai die politischen Entscheidungsträger für die drohende Niederlage verantwortlich, nicht aber die militärische Führung. Die entschlossene Haltung des britischen Premierministers Winston Churchill teilte er nicht.

Nach der verlorenen Schlacht von Dünkirchen und der Evakuierung des Britischen Expeditionskorps (Operation Dynamo) rückte die Wehrmacht in Richtung Paris vor (Fall Rot). Die eilig errichtete Weygand-Linie, eine Auffangstellung der Franzosen südlich der Somme, konnte den deutschen Vorstoß nicht aufhalten und innerhalb weniger Tage brach die öffentliche Ordnung zusammen. Am 10. Juni verließen die französischen Verfassungsorgane Paris und flohen über Briare und Tours nach Bordeaux. Das zur offenen Stadt erklärte Paris wurde am 14. Juni durch die Wehrmacht besetzt. Vor diesem Hintergrund taten sich innerhalb der französischen Regierung gravierende Gegensätze über die weitere Politik auf: Premierminister Reynaud und Charles de Gaulle, seit dem 6. Juni Staatssekretär im Kriegsministerium, plädierten für eine Fortsetzung des militärischen Widerstands, notfalls aus dem nordafrikanischen Kolonialreich heraus. Pétain hingegen hielt eine Fortsetzung des Krieges für aussichtslos und erklärte während einer Kabinettssitzung in Tours am 13. Juni:

„Ich bin der Ansicht, dass der französische Boden nicht aufgegeben werden darf und dass das Leiden, das dem Vaterland und seinen Söhnen bevorsteht, angenommen werden muss. Die französische Wiedergeburt wird Frucht dieses Leidens sein. Ich werde mich weigern, den Boden des Mutterlandes zu verlassen, ich werde bei dem französischen Volk bleiben, um seine Leiden und sein Elend zu teilen – wenn nötig, außerhalb der Regierung. Der Waffenstillstand ist in meinen Augen die notwendige Bedingung für ein Weiterleben des ewigen Frankreich.“[23]

Als einer der konsequentesten Fürsprecher forderte Pétain eine rasche Beendigung der Kampfhandlungen sowie den Abschluss eines Separatfriedens mit dem Deutschen Reich. Unterstützt wurde er durch den Oberbefehlshaber Maxime Weygand. Da sich zahlreiche Minister hinter Pétain stellten und Reynaud mit seiner Ansicht im Kabinett keine Mehrheit fand und auch Churchills Angebot einer Britisch-Französischen Staatenunion abgelehnt wurde, trat er am Abend des 16. Juni von seinem Amt zurück. Als Nachfolger schlug er Pétain vor, der von Staatspräsident Albert Lebrun umgehend mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt wurde. Innerhalb kürzester Zeit präsentierte Pétain seine Kabinettsliste, der neben Camille Chautemps (Stellvertretender Premierminister) und Paul Baudouin (Außenminister) auch die Militärs Maxime Weygand (Verteidigungsminister und Generalstabschef), François Darlan (Marineminister) und Louis Colson (Kriegsminister) angehörten. Unmittelbar nach Amtsübernahme ließ Pétain über den Außenminister die Bedingungen eines Waffenstillstands beim Deutschen Reich sondieren.

Am 17. Juni um 12:30 Uhr wandte sich Pétain in seiner ersten Radioansprache an die Bevölkerung. Darin begründete er sein Ersuchen um Waffenstillstandsverhandlungen und warb um Verständnis für diesen Schritt:

„Franzosen!

Dem Ruf des Präsidenten der Republik folgend, übernehme ich heute die Leitung der französischen Regierung. Sicher des Vertrauens des gesamten Volkes, stelle ich meine Person Frankreich zur Verfügung, um sein Leid zu mildern […] Ich teile Ihnen heute mit schwerem Herzen mit, dass es Zeit ist, diesen Kampf zu beenden. Ich habe mich diese Nacht an den Gegner gewendet, um ihn zu fragen, ob er bereit ist zusammen mit uns, unter Soldaten, nach dem Kampf und in Ehre, die Mittel zu suchen, um den Feindseligkeiten ein Ende zu setzen.“[24][25]

Ohne Verhandlungen diktierte die deutsche Führung der französischen Delegation am 22. Juni 1940 die Bedingungen des Waffenstillstands von Compiègne, was faktisch einer Kapitulation Frankreichs gleichkam. Der Vertrag teilte Frankreich durch eine Demarkationslinie in einen unter deutscher Militärverwaltung stehenden Nord- und Westteil («Zone Occupée») sowie einen unbesetzten Südteil («Zone Libre»), der etwa 40 Prozent der Landesfläche umfasste (siehe dazu: Deutsche Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg). Elsaß-Lothringen wurde dem Deutschen Reich angegliedert, die Départements Nord und Pas-de-Calais unterstellte man der Militärverwaltung in Belgien und Nordfrankreich. Die Kosten der Besatzung (20 Millionen Reichsmark pro Tag)[26] hatte der französische Staat zu entrichten. Frankreich durfte ein 100.000-Mann-Heer unterhalten, die Kriegsflotte sollte nicht demobilisiert werden. Weiterhin blieben die inneren Verhältnisse der Kolonien unangetastet.

Die Regierung Pétain nahm die Bedingungen an und bevollmächtigte Général Charles Huntziger mit der Unterzeichnung. Damit trat der Waffenstillstand am 25. Juni in Kraft und die Kampfhandlungen wurden eingestellt. Am Vortag war in Rom der Waffenstillstand mit dem faschistischen Italien abgeschlossen worden, das sich seit dem 10. Juni mit Frankreich im Kriegszustand befunden hatte. An der Côte d’Azur wurde eine italienische Besatzungszone eingerichtet.

Nach der Ankündigung Pétains, einen Waffenstillstand mit dem Deutschen Reich zu vereinbaren, rief der nach London geflohene Charles de Gaulle sein Land am 18. Juni via Radio Londres zur Fortsetzung des Widerstands auf (Appell vom 18. Juni). Zu diesem Zweck gründete er die Freien Französischen Streitkräfte (FFL), um mit britischer Unterstützung den Kampf gegen das Deutsche Reich fortzuführten.

Schaffung des État français[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hôtel du Parc in Vichy, der Amtssitz Pétains
Zweites Kabinett Pétain (18. Juli 1940)
Die Francisque, Wappen des Vichy-Regimes
Persönliche Standarte des Staatschefs von Vichy

Nach Abschluss des Waffenstillstands verlegte Pétain den Sitz der Nationalversammlung und der Regierung am 1. Juli aus dem besetzten Bordeaux in den Kurort Vichy, der in der unbesetzten Südzone lag. Mit über 300 Hotels bot die Stadt in der Auvergne genügend Unterkünfte für die Ministerien, Verwaltungsorgane und Botschaften. Pétain selbst bezog zwei Etagen des Hôtel du Parc, wodurch Vichy de facto neue Hauptstadt Frankreichs wurde.

Unter dem unmittelbaren Einfluss der katastrophalen Niederlage forderte Justizminister Pierre Laval am 4. Juli im Kabinett eine tiefgreifende politische Reform. Laval schlug Verfassungsänderungen vor, welche „die Rechte der Arbeit, der Familie und des Vaterlandes“ garantieren und Pétain weitreichende Vollmachten gewähren sollten.[27]

Um den Waffenstillstand zu ratifizieren, trat die Nationalversammlung (Abgeordnetenkammer und Senat) am 10. Juli in Vichy zusammen. Unter dem unmittelbaren Einfluss der katastrophalen Niederlage verabschiedeten die Abgeordneten auf Betreiben Pierre Lavals mit 569 gegen 80 Stimmen ein Gesetz, das Pétain ermächtigte, in einem oder mehreren Akten Verfassungsänderungen auszuarbeiten. Dieser Beschluss setzte die Verfassung der Dritten Republik außer Kraft und mit den ersten Konstitutionsakten brachte Pétain am folgenden Tag „eine die Rechte von Arbeit, Familie und Vaterland garantierende Verfassung für den État français“ auf den Weg und erklärte sich selbst zum Chef de l’État (Staatschef). Dabei stattete er sich mit nahezu absoluten Vollmachten gegenüber Exekutive, Legislative und Judikative aus, zu seinem Stellvertreter ernannte er Pierre Laval.

Persönlich wertete Pétain die militärische Niederlage als Zeichen eines Zerfallsprozesses der französischen Gesellschaft. Pétain beklagte die innere Zerrissenheit des Landes und den Verfall traditioneller Werte, weshalb er die Franzosen in einer Révolution nationale zu neuer Einheit und moralischer Erneuerung führen wollte. Unter der Parole «Travail, Famille, Patrie» (Arbeit, Familie, Vaterland) setzte sich das Vichy-Regime entschieden von den Prinzipien der Französischen Revolution «Liberté, Égalité, Fraternité» (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) und der aus ihr gewachsenen republikanischen Tradition ab. Ziel war die Rückkehr zu einer traditionellen, patriarchalischen und hierarchischen Gesellschaftsform und deren moralische Erneuerung. Ein Merkmal dieser Bewegung war ein regelrechter Personenkult um Pétain. Neues Staatssymbol wurde die Francisque, bestehend aus dem Marschallstab Pétains und zwei Liktoren-Beilen, das Lied «Maréchal, nous voilà» wurde als inoffizielle Nationalhymne nach der Marseillaise gespielt. Weiters wurde beispielsweise in einem Kirchenmagazin das Vater Unser auf seine Person umgeschrieben und der katholische Klerus in Frankreich unterstützte ihn tatkräftig; der Bischof von Tarbes verglich ihn sogar mit dem Stern von Betlehem, der Frankreich den Weg zeigen würde. Darüber hinaus wurde sein Bildnis in jedem Stadtrathaus, anstatt der französischen Nationalfigur Marianne angebracht, sowie Münzen, Briefmarken und andere Gebrauchsgegenstände mit seinem Porträt herausgegeben, Vichy entwickelte sich zu einem politischen Wallfahrtsort um seine Person. Er wurde als Unser Vater, Unser Marschall oder als Vater aller Kinder Frankreichs bezeichnet.[28]

Kollaboration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pétain und Hitler am 24. Oktober 1940 in Montoire
Pétain und Laval (1940)

Um die Souveränität des Landes zu behaupten, proklamierte Pétain ein neutrales Frankreich, das zwischen den kriegführenden Parteien Äquidistanz zu halten suchte. In diesem Sinne lehnte er bei einem Treffen mit Adolf Hitler am 24. Oktober 1940 in Montoire einen Kriegseintritt Frankreichs an der Seite der Achsenmächte ab.[29] Er hielt eine Zusammenarbeit (Kollaboration) mit dem Deutschen Reich aber für notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, Art und Umfang der materiellen, personellen und industriellen Ausbeutung des Landes in Grenzen zu halten und die Rückführung der fast zwei Millionen französischer Soldaten aus deutscher Kriegsgefangenschaft zu erreichen. Am 30. Oktober rechtfertigte Pétain in einer Radioansprache seine Politik:

„Ich habe am letzten Dienstag den Kanzler des Deutschen Reiches getroffen […]. Ich bin aus freiem Entschluss der Einladung des Führers gefolgt. Ich habe von seiner Seite keinerlei „Diktat“, keinerlei Druck erfahren. Eine Kollaboration zwischen unseren beiden Ländern ist ins Auge gefasst worden. Ich habe dies dem Grunde nach akzeptiert. […]

Ich betrete in Ehren den Weg der Kollaboration, um die Einheit Frankreichs zu erhalten - eine Einheit von zehn Jahrhunderten - und dies geschieht im Rahmen des Aufbaus einer neuen europäischen Ordnung. […] Diese Kollaboration muss aufrichtig sein. Sie muss jedes aggressive Denken ausschließen. Sie muss von einer geduldigen und vertrauensvollen Bemühung getragen werden. Frankreich ist durch zahlreiche Verpflichtungen gegenüber dem Sieger gebunden. Zumindest bleibt es souverän. Diese Souveränität verpflichtet es, seinen Boden zu verteidigen, die Meinungsverschiedenheiten beizulegen und den Abfall seiner Kolonien zu mindern.

Dies ist meine Politik. Die Minister sind nur mir gegenüber verantwortlich. Über mich allein wird die Geschichte richten. Ich habe bisher in der Sprache des Vaters zu Ihnen gesprochen. Heute rede ich zu Ihnen in der Sprache des Chefs.

Folgen Sie mir. Bewahren Sie Ihr Vertrauen in das ewige Frankreich.“[30]

Um eine Auslieferung der französischen Kriegsflotte an das Deutsche Reich zu verhindern, bombardierte die britische Royal Navy am 3. Juli 1940 in Mers-el-Kébir diese Flotte (Operation Catapult). Rund 1300 französische Seeleute starben und als Reaktion brach Pétain die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab, hielt den Kontakt jedoch über den US-Botschafter William D. Leahy aufrecht.

Wegen der staatlichen Kollaboration, der autoritären Innenpolitik sowie zunehmender deutscher Repressalien verlor das Vichy-Regime ab 1942 spürbar an Rückhalt in der Bevölkerung und geriet in immer stärkere Abhängigkeit zum Deutschen Reich. Die Aufstellung einer Freiwilligenlegion zur Unterstützung der Wehrmacht im Kampf gegen den Bolschewismus in der Sowjetunion radikalisierte den kommunistischen Widerstand in Frankreich und brachte der Résistance regen Zulauf. Auf deutschen Druck hin und gegen den Rat der USA ernannte Pétain Pierre Laval am 18. April 1942 erneut zu seinem Stellvertreter und Regierungschef und in der Folge schwang sich Laval zum wichtigsten Entscheidungsträger des Vichy-Regimes auf. Der entschieden deutsch-freundliche Laval intensivierte die Kollaboration, indem er die verstärkte Gestellung französischer Zwangsarbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft und die Deportation von Juden organisierte. Zu diesem Zweck gründete er mit der Milice française eine paramilitärische Einheit, die eng mit der deutschen Besatzungsmacht zusammenarbeitete.

Als sich im November 1942 nach der Landung der Alliierten in Nordafrika ein Angriff auf die „Festung Europa“ abzeichnete, besetzten deutsche und italienische Truppen am 11. November handstreichartig die bis dahin unbesetzte Südzone Frankreichs (Unternehmen Anton). Pétain blieb in Vichy, allerdings büßte das Regime durch die Besetzung seine ohnehin geringe faktische Macht weitgehend ein und sank endgültig auf den Status einer deutschen Marionettenregierung herab. Hitler sprach davon, dass es klug sei, „die Fiktion einer französischen Regierung mit Pétain aufrechtzuerhalten. Deshalb solle man Pétain ruhig als eine Art Gespenst beibehalten und ihn von Zeit zu Zeit etwas von Laval aufblasen lassen, wenn er etwas zu sehr zusammensinke“.[31] In den letzten Monaten spielte Pétain kaum noch eine politische Rolle, deckte jedoch mit seiner Autorität die Politik Lavals und die Maßnahmen der Milice.

Das Ende in Vichy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der alliierten Landung in der Normandie Anfang Juni 1944 (Operation Overlord) begann die Befreiung Frankreichs und das Ende des Vichy-Regimes zeichnete sich ab. Am 20. August wurde die Regierung zunächst nach Belfort verlegt und auf deutschen Befehl hin am 7. September ins hohenzollerische Sigmaringen. Dort bezog sie im Hohenzollernschloss Quartier und bildete in der „Provisorischen Hauptstadt des besetzten Frankreich“ eine einflusslose Exilregierung. Pétain, der gezwungen worden war, Frankreich zu verlassen, beteiligte sich nicht an dieser Regierungskommission, der nun Faschisten wie Fernand de Brinon und Jacques Doriot angehörten.

Angesichts des sich abzeichnenden militärischen Zusammenbruchs der deutschen Wehrmacht und um einer Festnahme durch die vorrückende 1. französische Armee zu entgehen, reiste Pétain mit seiner Ehefrau am 23. April 1945 in die neutrale Schweiz aus. Nach diplomatischer Vorbereitung stellte er sich drei Tage später am Grenzbahnhof Vallorbe den französischen Behörden und wurde durch Général Marie-Pierre Kœnig verhaftet. Bis zum Beginn seines Prozesses wurde Pétain im Fort de Montrouge nahe Paris inhaftiert.

Prozess und Lebensende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pétain auf der Anklagebank vor dem Haute cour de justice (Foto: 30. Juli 1945)
Grabstein Pétains

Im Zuge der Säuberung des Staatsapparats und des öffentlichen Lebens wurde durch die Commission d’Épuration eine Verurteilung führender Vertreter der Kollaboration und des Vichy-Regimes angestrebt. Das von der Öffentlichkeit viel beachtete Gerichtsverfahren gegen Pétain wurde am 23. Juli 1945 im Pariser Palais de Justice eröffnet. Die Staatsanwaltschaft klagte den ehemaligen Staatschef vor Haute cour de justice u. a. wegen „Verschwörung gegen die französische Republik und die Sicherheit des Staates“ sowie „Kollaboration mit dem Feind“ an. Pétain, der in der Uniform eines Marschalls von Frankreich auf der Anklagebank erschien, ließ sich durch die Rechtsanwälte Jacques Isorni, Fernand Payen und Jean Lemaire verteidigen und nahm zu den Anschuldigungen nur einmal Stellung. Am ersten Sitzungstag führte er aus:

„Ich habe mich freiwillig gestellt, um dem französischen Volk Rechenschaft abzulegen, nicht dem Hohen Gerichtshof, der das französische Volk nicht repräsentiert. Nach meiner Einschätzung hat der Waffenstillstand Frankreich gerettet, habe ich während der vierjährigen Besatzungszeit durch mein Handeln die Franzosen vor dem Schlimmsten bewahrt, habe die Befreiung vorbereitet und die einzig möglichen Grundlagen für den nationalen Wiederaufstieg gelegt. Indem Sie mich verurteilen, verlängern Sie die Zwietracht in Frankreich. (...) Ich erkläre mich für unschuldig und verweigere jede weitere Aussage... .[32]

Das Geschworenengericht ließ im Prozessverlauf wesentliche Punkte der Anklageschrift fallen, hielt jedoch am Vorwurf des Hochverrats fest und verurteilte Pétain am 15. August zum Tode. Der Schuldspruch war mit vierzehn zu dreizehn Geschworenenstimmen entschieden worden. In Anbetracht des fortgeschrittenen Alters des Verurteilten plädierten 17 der insgesamt 27 Geschworenen für die Aussetzung der Todesstrafe und empfahlen die Umwandlung in eine lebenslange Haftstrafe. Als provisorischer Regierungschef folgte Charles de Gaulle der Begnadigungsempfehlung und wandelte Pétains Strafe am 17. August zu lebenslanger Haft um. Nach dem Urteilsspruch sowie der Aberkennung seiner bürgerlichen Ehrenrechte wurde Pétain zunächst im Fort du Portalet (Département Pyrénées-Atlantiques) inhaftiert. Die Pyrenäen-Festung hatte dem Vichy-Regime als Haftanstalt für politische Gefangene gedient.

Am 16. November 1945 wurde er auf die Atlantikinsel Île d’Yeu (Département Vendée) verlegt und als einziger Häftling in der Zitadelle des Forts de Pierre-Levée untergebracht. Während der Inhaftierung forderten Pétains Anwälte sowie verschiedene ausländische Würdenträger wie der Duke of Windsor oder Francisco Franco vergeblich eine vorzeitige Haftentlassung.[33] Aufgrund einer Demenzerkrankung und einer Herzinsuffizienz hatte sich der Gesundheitszustand Pétains bis 1949 erheblich verschlechtert.[34] Um den Patienten besser pflegen zu können, wurde er im Juni 1951 in ein Privathaus im Hauptort Port-Joinville verlegt. Dort verstarb Philippe Pétain am 23. Juli 1951 im Alter von 95 Jahren. Zwei Tage später wurde er auf dem örtlichen Friedhof Cimetière communal de Port-Joinville beigesetzt.

Die französische Regierung lehnte seinen Wunsch ab, im Beinhaus von Douaumont bei Verdun beigesetzt zu werden. Um eine Umbettung dorthin zu erzwingen, wurden die Gebeine Pétains zwei Wochen vor den Wahlen zur Nationalversammlung des Jahres 1973 von Anhängern des Marschalls entwendet, zwei Tage später von der Polizei gefunden und am 22. Februar 1973 auf Anweisung von Staatspräsident Georges Pompidou wieder auf die Île d’Yeu überführt.[35][36]

Nachleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Pétain in großen Teilen der Bevölkerung sowie vor allem der politischen und militärischen Elite immer noch als Kriegsheld galt, wurde er jahrelang eher als Opfer der deutschen Besatzung gesehen und betont, dass sein Regime bei allen Fehlern auch als „Schutzschild“ gegen das nationalsozialistische Deutschland gewirkt habe. Die Verbrechen des Regimes wie etwa die Deportation der französischen Juden wurden entweder verschwiegen oder anderen Vichy-Funktionären zugeschrieben. Der Historiker Henry Rousso bezeichnete dies 1987 als das „Vichy-Syndrom“. Noch François Mitterrand (der erste sozialistische Präsident, 1981–1995) legte 1987 wie alle seine Vorgänger eine Rose zur Erinnerung an Pétain am Fort Douaumont (Verdun) nieder; als dies 1992 publik wurde, löste es einen Skandal aus. Erst Mitterrands Nachfolger Jacques Chirac verurteilte die Verbrechen des Regimes und benannte die Verantwortung des französischen Staates dafür.

In einigen rechtsnationalen bis rechtsextremen Kreisen, wie beim Front national (FN), gilt Pétain immer noch als Held. Allerdings vermeidet die gegenwärtige Parteivorsitzende Marine Le Pen anders als ihr Vater und ehemaliger Vorsitzender der Partei Jean-Marie Le Pen das Thema.

Im Februar 2014 wurde die Existenz eines 350-seitigen Manuskripts (darunter 77 Skizzen und Schlachtpläne) mit dem Titel La guerre mondiale 1914–1918 öffentlich bekannt.[37] Das Manuskript bearbeitete Pétain 1920 bis 1931, einige Jahre mit seinem damaligen Protegé Charles de Gaulle. Nach einem Streit zwischen den beiden wurde es nicht veröffentlicht.[38]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Actes et écrits. Flammarion, Paris 1974 (2 Bde.).
  • La bataille de Verdun. Édition Avalon, Paris 1986, ISBN 2-906316-02-4 (Nachdr. d. Ausg. Paris 1929).
  • Discours aux Francais. 17 juin 1940–20 août 1944. Albin Michel, Paris 1989, ISBN 2-226-03867-1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philippe Pétain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert R. Lottman: Pétain. Éditions du Seuil, Paris 1984, ISBN 2-02-006763-3, S. 13.
  2. gw.geneanet.org
  3. Herbert R. Lottman (trad. Béatrice Vierne): Pétain, Éditions du Seuil. Paris 1984.
  4. Hervé Bentegeat: «Et surtout pas un mot à la Maréchale». Pétain et ses femmes. Albin Michel, 2014, S. 230.
  5. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0.
  6. a b Nicolas Atkin: Pétain. Longman, Harlow 1997, ISBN 0-582-07037-6.
  7. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0.
  8. Nicolas Atkin: Pétain. Longman, Harlow 1997, ISBN 0-582-07037-6, S. 5.
  9. Henry du Moulin de Labarthète: Le Temps des illusions – Souvenirs (juillet 1940-avril 1942). éd. La diffusion du livre, 1947, S. 97.
  10. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0, S. 54.
  11. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0.
  12. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0, S. 17.
  13. Nicholas Atkin: Pétain. Routledge, London/ New York 2014, ISBN 978-1-315-84547-0, S. 14.
  14. Guy Pedroncini: Pétain, 1856–1918 – Le soldat et la gloire. Perrin, 1989.
  15. Sven Lange: Hans Delbrück und der „Strategiestreit“. Kriegführung und Kriegsgeschichte in der Kontroverse 1879–1914. Rombach, Freiburg im Breisgau 1995, ISBN 3-7930-0771-5, S. 129.
  16. Jost Dülffer: Frieden stiften. Deeskalations- und Friedenspolitik im 20. Jahrhundert. Böhlau, Köln/Wien 2008, ISBN 978-3-412-20117-3, S. 191.
  17. Robert B. Bruce: Pétain: Verdun to Vichy (Military Profiles). Potomac Book, 2008, ISBN 978-1-57488-757-0.
  18. Nicolas Atkin: Pétain. Routledge, London/ New York 2014, ISBN 978-1-315-84547-0, S. 20.
  19. Herbert R. Lottman (trad. Béatrice Vierne): Pétain. Éditions du Seuil, Paris 1984, ISBN 2-02-006763-3, S. 120–122 : « […] Pétain épousait Alphonsine Berthe Eugénie Hardon […] ».
  20. archives.nicematin.com
  21. Stefan Grüner: Paul Reynaud (1878-1966): Biographische Studien zum Liberalismus in Frankreich. München 2001, S. 164.
  22. Matthias Waechter: Der Mythos des Gaullismus: Heldenkult, Geschichtspolitik und Ideologie 1940-1958. Göttingen 2006, S. 38.
  23. Lacouture, Jean. De Gaulle: The Rebel 1890–1944 (1984; English ed. 1991), 640 pp; excerpt and text search; vol 2. De Gaulle: The Ruler 1945–1970 (1993), 700 pp, The standard scholarly biography.
  24. Philippe Pétain auf Lignemaginot.com.
  25. zum Schreiben ‚an den Gegner‘ siehe Kriegstagebuch des OKW, Band I, S. 965.
  26. Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 2005, S. 170.
  27. Nicolas Atkin: Pétain. Longman, Harlow 1997, ISBN 0-582-07037-6.
  28. Charles Sowerwine: France since 1870. Culture, Society and the Making of the Republic. Palgrave Macmillan, London 2001/2009, S. 190/191.
  29. Kriegstagebuch des OKW, Band I, S. 130. (28. Oktober 1940)
  30. Pétain, Philippe: Ansprache zur „Kollaboration“ (30. Oktober 1940). Themenportal Europäische Geschichte.
  31. Siehe Eberhard Jäckel: Frankreich in Hitlers Europa: die deutsche Frankreichpolitik im 2. Weltkrieg. Stuttgart 1966, S. 260 f.
  32. deutschlandfunk.de
  33. Herbert R. Lottman (trad. Béatrice Vierne): Pétain. Éditions du Seuil, Paris 1984, ISBN 2-02-006763-3.
  34. Charles Williams: Pétain. London 2005, ISBN 0-316-86127-8, S. 206.
  35. Time Magazine, März 1973.
  36. Grabstätte von Pétain
  37. L’histoire en rafale
  38. Antoine Flandrin: Un manuscrit de Pétain sur 14-18 mis au jour. In: Le Monde. Un manuscrit de Philippe Pétain découvert. In: Le Point.
VorgängerAmtNachfolger
Joseph Paul-BoncourKriegsminister von Frankreich
9. Februar8. November 1934
Louis Maurin
Paul ReynaudPremierminister von Frankreich
16. Juni11. Juli 1940
Pierre Laval
Albert LebrunFranzösischer Staatspräsident
11. Juli 194020. August 1944
Charles de Gaulle
(provisorisch)