Grippesaison 2017/2018

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Grippesaison 2017/2018 erstreckte sich vom Herbst 2017 bis Frühjahr 2018; die aufgetretenen Erkrankungen rührten von verschiedenen Stämmen des Influenzavirus her, insbesondere der B/Yamagata-Linie.[1]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2017/2018 setzt sich nach den Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen folgender Viren zusammen:[2]

  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09 -ähnlicher Stamm
  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2) -ähnlicher Stamm
  • B/Brisbane/60/2008 -ähnlicher Stamm

Quadrivalente Impfstoffe sollten um eine Variante von B/Phuket/3073/2013-ähnlichem Stamm (B/Yamagata-Linie) erweitert sein.

In der Saison 2017/2018 wurden insbesondere folgende Viren isoliert: A(H1N1)pdm09, A(H3N2), B/Yam und 13 B/Vic.[3] Das Virus B/Yam wurde nur durch die Vierfach-Impfung abgedeckt, aber nicht durch die Dreifach-Impfung.[4][5]

Die Anzahl der Arztbesuche wegen der Grippe wird für die Saison vom Robert Koch-Institut (RKI) auf 9 Millionen geschätzt.[6] Die höchste Zahl von Arztbesuchen beobachtete man in der achten Kalenderwoche 2018.[7] 334.000 Influenzafälle waren laborbestätigt. 60.000 Fälle wurden hospitalisiert. Laborbestätigte Todesfälle, die an das RKI gemeldet wurden, belaufen sich auf 1.674 Fälle.[8][9] Das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl der Toten durch Influenza in jener Saison in Deutschland jedoch insgesamt auf 25.100.[6][4]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) berichtete: „Rund 66% der zirkulierenden Influenzaviren der Grippesaison 2017/18 gehörten zu B-Viren der Yamagata-Linie, 23% zu A-Viren des Subtyps H1N1pdm09. Influenza-A-Viren des Subtyps H3N2 und B-Viren der Victoria-Linie wurden nur sporadisch nachgewiesen.“[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grippesaison war ungewöhnlich stark. In: Süddeutsche Zeitung. 24. Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.
  2. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/09/vierfach-impfstoffe-in-oesterreich-nicht-mehr-lieferbar
  3. Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2017/18. (pdf) Robert Koch-Institut, 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.
  4. a b Wie schlimm war die Grippe 2018/19 und wie bestimmt man Grippetodesfälle? In: PTAheute. Deutscher Apotheker Verlag, 4. Oktober 2019, abgerufen am 7. Mai 2020.
  5. Saisonbilanz. Ungewöhnlich schwere Grippewelle – mehr als 1600 Tote. Spiegel Online, 24. Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.
  6. a b Wie bestimmt das RKI Todesfälle bei Grippe? In: Deutsche Apothekerzeitung. Deutscher Apotheker Verlag, 4. Oktober 2019, abgerufen am 16. April 2020.
  7. S. Buda, R. Dürrwald, B. Biere, U. Buchholz, K. Tolksdorf, K. Prahm, P. Gau, U. Preuß, W. Haas, AGI-Studiengruppe: Kalenderwoche 20 (12.05. bis 18.05.2018). (pdf) In: Influenza-Wochenbericht. Arbeitsgemeinschaft Influenza, Robert Koch-Institut, Mai 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.
  8. Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2018/19. (PDF) Robert Koch-Institut, 2019, abgerufen am 2. Mai 2020.
  9. Andrea Hertlein: RKI: Grippewelle 2017/18 forderte mehr als 25.000 Tote. In: univadis. 1. Oktober 2019, abgerufen am 7. Mai 2020.
  10. Bericht zur Grippesaison 2017/18. (pdf) In: Übertragbare Krankheiten 32/18. Bundesamt für Gesundheit, 6. August 2018, abgerufen am 7. Mai 2020.