Gudrun Penndorf

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Gudrun Penndorf (* 1938[1]) ist eine deutsche Romanistin und Übersetzerin. Sie wurde als Übersetzerin der Asterix-Bände 1 bis 29 bekannt, außerdem übertrug sie zahlreiche Lucky-Luke-Hefte und fast zweihundert Lustige Taschenbücher ins Deutsche.[2][3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudrun Penndorf absolvierte eine Übersetzer- und Dolmetscherausbildung für Französisch und Italienisch in den Fachgebieten Wirtschaft und Recht in Heidelberg und München. Sie arbeitete unter anderem beim Langenscheidt-Verlag und als Gerichtsdolmetscherin. Mit 40 Jahren begann sie Allgemeine und Romanische Sprachwissenschaften zu studieren und schloss das Studium mit dem Magister (M.A.) ab. Von 1967 bis 1993 arbeitete sie als freiberufliche Übersetzerin. Später nahm sie auch an einem Projekt zur Integration von Migrantinnen teil.

Den Auftrag zur Übersetzung von Asterix bekam sie, als sie bei Ehapa als Übersetzerin von Disneys Lustigen Taschenbüchern arbeitete. Nachdem Rolf Kauka aus den ersten Asterix-Bänden die Abenteuer der Germanen Siggi und Babarras machte, wurde ihm der Lizenzvertrag entzogen, der schließlich an Ehapa überging.

Dort übersetzte Penndorf unter der Gesamtleitung von Adolf Kabatek die ersten 29 Bände der Reihe. Dabei waren ihre Übersetzungen die Grundlage für die deutsche Textbearbeitung, die Penndorf gemeinsam mit Kabatek vornahm und die originelle Lösungen hervorbrachte; etwa wurde aus dem französischen „Ils sont fous, ces Romains“ das sprichwörtliche „Die spinnen, die Römer“, was zuvor mit „Uiii, die Römer sind doof“ übersetzt worden war.[4] Die Welt urteilt: „Zum deutschen Erfolg von Asterix und zur Bereicherung der deutschen Sprache trug sie mindestens genauso viel bei wie die legendäre Erika Fuchs bei Donald Duck. Nur ist Penndorfs Leistung bisher noch nicht annähernd so breit gewürdigt worden.“[5]

Sie war „viele Jahre“[6] als Lehrbeauftragte für Französisch und Wirtschaftsfranzösisch am Institut für Romanische Philologie der Universität München tätig.[7] 2021 wurde sie mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.[6][8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Bremer: Heftchenhelden. Eine kurze Geschichte der Comics, Books on Demand 2011, S. 82.
  2. Gudrun Penndorf M.A. (Nicht mehr online verfügbar.) lustige-taschenbuecher.de, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 14. Juni 2009.
  3. Wie Obelix und Asterix Deutsch lernten
  4. Martin Zips: Ein Orden für Grautvornix! In: Süddeutsche Zeitung vom 9. September 2020, S. 8.
  5. Der Kauka-Effekt. welt.de, abgerufen am 14. Juni 2009.
  6. a b Jugendliteraturpreis 2021 für Gudrun Penndorf. Egmont Ehapa Media, 22. Oktober 2021, abgerufen am 22. Oktober 2021 (Pressemitteilung des Verlags).
  7. Gudrun Penndorf, M.A. Lehrbeauftragte für Französisch und Wirtschaftsfranzösisch (Memento vom 10. Juni 2009 im Internet Archive) Eintrag am Institut für Romanistik der Universität München, abgerufen 5. Mai 2018
  8. Roswitha Budeus-Budde: Jugendliteraturpreis 2021. In: Süddeutsche Zeitung Online. 22. Oktober 2021, abgerufen am 22. Oktober 2021.
  9. Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In: UEPO.de. 9. September 2020, abgerufen am 11. April 2021.